Bilder mit dem 7artisans…

Die Vorstandssitzung von Leica Historica e.V. am vergangenen Wochenende in Marburg haben wir natürlich auch für einen kleinen (Foto-)Spaziergang durch die Oberstadt zum Schloss hin genutzt – und ich auch dazu, das 7artisans 1.1/50 ein wenig auszuführen.

In vielen Reviews liest man von der angeblich mangelhaften Schärfe bei Offenblende. Mal abgesehen, dass man bei Blende f/1.1 nicht wirklich eine allerhöchste Schärfe erwarten sollte (es sei denn man ist einer der Glücklichen mit einem Leica Noctilux-M 0,95/50), ich kann dieses „Problem“ für mein Exemplar des 7artisans keineswegs bestätigen. Vielmehr denke ich, dass oft nicht korrekt fokussiert wird oder sich der Fotograf selbst zu sehr bewegt. Bei Blende f/1.1 ist das durchaus eine Fehlerquelle. Hier zwei Fotos, warum ich das so schreibe:

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Selbst in dieser kleinen Auflösung ist m.E. zu erkennen, dass das Foto in der Fokusebene auch bei Offenblende scharf ist.

Besonders geeignet ist dieses Objektiv aber für außergewöhnliche Portraits, denn bei Offenblende produziert es ein spannendes Bokeh, das ich so noch bei keinem anderen Objektiv gesehen habe. Es sind – Gott sei Dank! – keine „Seifenblasen“ und auch kein Swirl (wie beim LensBaby Twist 60, das ich sehr mag), sondern ein Effekt, der die Highlights anscheinen radial nach außen zu treiben scheint. Das gefällt mir überraschenderweise sehr. Wenn man auf f/1.4 abblendet, wird das Bokeh angenehm weich und samtig. Leider kann ich die Bilder nicht in groß zeigen, da ich nicht explizit nach einer Genehmigung für die Veröffentlichung gefragt habe. Daher nur eine kleine Collage, auf der man aber den Charakter des Objektivs erahnen kann …

 

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Die ersten Bilder (Außenaufnahmen) bei Offenblende, die Innenaufnahmen bei f/1.4. Fotografiert mit der Sony A7 II, angeschlossen per Techart-Adapter.

Ich bin sehr glücklich mit dem 7artisans und bereue den Kauf auf keinen Fall.

Überhaupt haben mich die 3 Objektive, die in den letzten Wochen bei mir eingezogen sind (Meyer Primoplan 75, LensBaby Twist 60 und dieses 7artisans), alle für sich gewinnen können. Freu!

 

7artisans. Bitte wie?

Heute per UPS angekommen. Vorgestern Nachmittag in Wien bestellt, heute geliefert. UPS ist und bleibt einfach Spitze! (Nur mal so, nebenbei. Und einen herzlichen Dank an Jo Geier, Mint & Rare, Wien für den exzellenten Service!) 

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Das 7artisans 1.1/50 ist hochlichtstarkes und vollformattaugliches Objektiv mit M-Bajonett und außergewöhnlichem Namen, dass in China gefertigt und über das hochkontrovers im Internet diskutiert wird. Von „China-Müll“ bis hin zu „endlich eine bezahlbare Noctilux-Alternative“ ist dort zu lesen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl irgendwo in der Mitte. Ich denke, tendenziell aber eher in Richtung zweiter Meinung. 😉

Von denen, die schon damit fotografiert haben – andere sollte man ohnehin nicht ganz so Ernst nehmen, werden folgende Punkte am meisten kritisiert:

Zu den Ecken hin ist die Leistung schlecht„.
Mag sein, habe ich noch nicht getestet. Ist mir aber bei solch einem Objektiv nicht wirklich wichtig. Wenn ich mit den Blenden f/2, f/1.4 oder gar f/1.1 (!) fotografiere, dann brauch ich keine scharfen Ecken. Und mein Landschaftsobjektiv wird das 7artisans ohnehin nicht. 😉

Bei Offenblende ist es unscharf.
Hmmm… Es wäre schon unschön, wenn man ein derart lichtstarkes Objektiv hat, es aber nicht bei großer Blende nutzen könnte. Mal sehen…

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Also „nicht nutzbar“ ist was anderes. Ich finde es sogar ausgesprochen nutzbar!
Hey, das ist Blende f/1.1!!

Mal kurz zwei Stopps abblenden, auf f/2.0. (Hört sich witzig an.)

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Und „zack“ ist es scharf, nicht wahr?

Bin gespannt, wie es sich so macht, wenn es mal „ersnthaft“ ausgeführt wird…

(Fotos: Sony A7 II)

Als Bonus, ein kleines „Unboxing“-Video:

Meyer Primoplan 1.9/75

Das ist der Start eines „rolling review“. 🙂

Ich blogge ja hin und wieder auf RetroCamera.de für Meyer Optik Görlitz und berichte von meinen Eindrücken zu den Objektiven, die sie mir ab und an mal zum Testen schicken. Dabei versuche ich immer, so objektiv 😉 wie möglich zu sein und mich nicht von dem beinahe freundschaftlichen Verhältnis zu den kreativen Jungs bei Meyer (Benedikt Hartmann) beeinflussen zu lassen. Es bringt ihnen ja nichts, wenn ich keine Kritikpunkte finde und mich zur „ultimativen Lobhudelei“ hinreißen lasse. So habe ich die unabstreitbaren Nachteile eines Somniums 85 ebenso erwähnt wie die eines Nocturnus 35.
Ich muss mir auch Einseitigkeit nicht vorwerfen lassen, habe ich doch z.B. den Hype um das Trioplan 100 nie verstanden. Das 58er Primoplan hat mich, als ich mit digitalen EOS-Kameras fotografiert habe, hingegen ziemlich begeistert. Und erst kürzlich haben mich zwei weitere alte Meyer-Objektive echt positiv überrascht: das Primagon 35 und das Primotar 50, zwei Objektive, die meist übersehen werden, weil sie nicht sehr lichtstark sind und so keinen Hype ausgelöst haben.
So neutral wie man dabei auch sein möchte, manchmal macht der Charakter eines bestimmten Objektivs es wirklich schwer, sich nicht von den Bildergebnissen mitreißen zu lassen, weil sie sehr, sehr gut den persönlichen Geschmack treffen, ohne dass man dies zu 100% begründen könnte. Das geht mir im Moment mit dem neuen Meyer Primoplan 1.9/75 so.

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Ich habe noch nicht ganz herausgefunden warum, aber die Fotos, die es (an der Sony A7 II) produziert, finde ich total klasse…

 

Mehr folgt…

Crazy Swirl

Nun, nachdem diesmal DHL eine ganze Woche gebraucht hat, um ein Paket aus Süd- nach Norddeutschland zu schicken, ist es inzwischen angekommen: mein neues Spielzeug – das LensBaby Twist 2.5/60 (mit Sony E Bajonett)…

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Dieses Objektiv habe ich zum ersten Mal 2016 auf der Photokina an der Nikon Df ausprobiert. Eigentlich interessierte ich mich für das LensBaby Velvet 56, das mich aber auf der PK16 ziemlich enttäuscht hat – nicht nur der Hintergrund war unscharf.
Positiv überrascht hat mich aber die Abbildungscharakteristik des LensBaby Twist 60, von dem ich eigentlich gar nichts erwartet hatte. Bisher hatte ich mit dem LensBaby 2 gespielt und das war mehr oder weniger ein Spielzeug für witzige Effekte. Das Twist aber erstaunte mich: ein extremer Swirl im HG, das Haputmotiv aber scharf, beide Effekte per Blende steuerbar: Abblenden erhöht die Schärfe und reduziert den Swirl. Ziemlich cool.

Die Verarbeitung ist überraschend gut und das Objektiv (eine Fokus- und eine Objektiveinheit – die ausgetauscht werden kann, tolles System!) sehr solide. Es ist größer als ich in Erinnerung hatte, passt aber noch gut zur Sony.

Die Ergebnisse an der A7II sind ebenso schön, wie ich es an der Df in Erinnerung hatte. Leider habe ich damit bisher nur ein paar Portraits gemacht (dafür ist die Linse ja auch gedacht), die ich hier nicht zeigen kann. Aber selbst meiner Frau, die überkritisch bei eigenen Bildern ist, haben die Fotos damit sehr gut gefallen.

Vielseitigkeit

Das ist nicht nur etwas, die mir an Menschen sehr wichtig ist, sondern auch etwas, das auf einige Kamera zutrifft – in besonderem Maße auf die Sony A7II.

Durch den Sensor in Kleinbildgröße und das äußerst kurze Auflagemaß hat die Kamera nicht nur genügend Leistungsreserven sondern eben auch eine Konstruktion, die es ermöglicht, eine riesige Auswahl an Objektiven zu verwenden, indem man ältere, manuelle Objektive adaptiert. Die „Altglasfans“ haben daher die Sony A7-Reihe auch jauchzend aufgenommen.

Von der ersten Version war ich ja gar nicht so angetan, die zweite aber gefällt mir sehr gut.

Hier möchte ich nun zwei Kombinationen vorstellen, die das extrem breite Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen.

  1. AF mit Objektiven für andere Kameras

Für die Sony A7II gibt es eine kleine Auswahl an AF-Adaptern, mit denen man Objektive anderer Hersteller mit Autofokus (!) nutzen kann, obwohl diese gar nicht für das FE-Bajonett gebaut wurden. Das funktioniert (mal mehr, mal weniger) für Nikon AF, Canon EOS, Minolta/Sony A und Sigma AF-Objektive.

Ich habe mir, aus Preisgründen, solch einen Adapter für EOS-Objektive besorgt:

a7spec2

Zwei verschiedene Adapter habe ich ausprobiert: einen „noname“ und einen Fotodiox. Der „noname“ China-Adapter funktioniert mit dem 24-85 leider gar nicht (da tut sich überhaupt nichts) und mit dem EF 1.8/50 II reagiert der AF zwar, findet aber keinen Fokus. Das was also eine Enttäuschung. Allerdings muss ich zugeben, dass keines der beiden Objektive auf der Kompatibilitätsliste genannt wurde.

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Mit dem Fotodiox-Adapter funktioniert das 50er leider auch nicht, dafür aber das 24-85 (im Bild) sehr gut! Und das war mir wichtig, denn genau solch ein Objektiv fehlt mir im Programm von Sony.

2. „Uralt“-Objektive

Auch ganz alte Objektive lassen sich mit ein wenig Kreativität an eine Sony A7 adaptieren. Entweder per Balgen, per Ausschlachtung eines defekten Objektivgehäuses oder per Zwischenringe lässt sich das Auflagemaß ausgleichen.

Die wohl elegenteste Lösung ist aber meines Erachtens ein 3D-Druck. Ja, in der Tat, sowas geht heutzutage:

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So kriegt man ein Agfa Apotar 4.5/85 an eine Sony A7II. Und zusätzlich lässt sich auch eine passende Streulichtblende „ausdrucken“. 😉

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Klar, mag das „nerdy“ oder „freaky“ erscheinen, aber es macht einen Heidenspaß! 🙂

Ein kleiner Versuch…

Man hört ja dieses und jenes, wenn man sich mit Kamerafreaks unterhält. Die einen meinen, ein Sensor könnte gar nicht hochauflösend genug sein. Die anderen glauben, dass 16 Megapixel in jedem Fall ausreichen, wahrscheinlich sogar nur 12, vermutlich sogar 10 oder 8.

Natürlich hängt es davon ab, für was man denn ein Foto macht. Dabei kommt es nicht einmal auf die Größe des Ausdrucks an (je größer ein Ausdruck, desto weiter steht man davon weg, was wiederum die notwendige Auflösung verringert). Wir haben in unserem Wohnzimmer einen 90×60 Print hängen, mit einem Foto, das ich in London mit einer Sony HX20 Kompaktkamera gemacht habe. Da stören keine Pixel oder sowas!

Ein bisschen Theorie dazu von mir finden Sie hier…

Wer Crop-Reserve braucht, weil er aus einem Normalbrennweitenbild ein Telefoto machen möchte oder muss, der ist über jedes zusätzlichen Megapixel dankbar. Wer doppelseitige Magazinfotos aufnehmen muss, der kann gar nicht genug Auflösung haben – die ArtDirectoren schreiben einem ja bisweilen heftige Zahlen ins Weißbuch.

Doch wer Ausdruck bis max. 13×18 macht, muss der wirklich eine hochauflösende Kamera haben?

Ich möchte das hier einmal übertreiben und Ihnen drei Fotos des gleichen Motivs auf dieser Website zeigen. Eines wurde mit einer Sony Alpha 7 II mit Voigtländer Ultron 2/28 bei Blende f/5.6 gemacht, eines mit einer Leica M8 und Leica Elmarit-M 2.8/21 bei Blende f/4.5 und eines mit einer Sigma DP1s mit einem Sigma 4.0/16. Damit wurde jedes der Bilder mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 28mm und einer kleinbildäquivalenten Blende von etwa f/5.6 aufgenommen, jeweils mit ISO 100 (Leica 160). Der Unterschied allerdings liegt in der Sensorauflösung: die Sony liefert 24,3 MPix (auf „Vollformat“-CMOS), die Leica 10,3 MPix (auf „APS-H“-CCD) und die Sigma (sage und schreibe) 4,7 MPix (auf „APS-C“, allerdings mit Foveon-Sensor). Im Grunde jeweils etwas mehr als das Doppelte im Vergleich zum nächst „kleineren“ Sensor. Jedes Foto wurde auf 1200×800 Pixel verkleinert. Farblich sind die Fotos nicht gleich. Man sieht vor allem noch Unterschiede im Blau, aber darauf kommt es hier ja gar nicht an.

Ich werde nicht dazu schreiben, welches Bild mit welcher Kamera aufgenommen wurde und möchte Sie bitten, selbst einmal zu raten, um zu sehen, ob man bei solche kleinen Formaten wirklich einen Unterschied erkennen kann.

8_100
Bild 1
7_100
Bild 2
2_100
Bild 3

Können Sie die Fotos den Kameras zuordnen?

Ich würde mich über Ihre Vermutungen in den Kommentaren sehr freuen. 🙂

(Ich habe übrigens auch noch Fotos bei ISO 320/400 gemacht. Da sieht es schon ganz anders aus und bei ISO 800 und höher wäre es sehr leicht.)

Auf Facebook in der Gruppe „Systemkamerafreak“ findet die Abstimmung auch statt:
>>  https://www.facebook.com/Systemkamerafreak/

Wenn ein Freund zu Besuch…

… in die Marburger Gegend kommt und die ältere Schwester der neuen Kamera mitbringt – und dann auch noch das Wetter passt! – dann MUSS man sich die Mittagspause einfach irgendwie freischaufeln.

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Meine neue A7II (linke) bekam Besuch von ihrer älteren Schwester, der A7 von Felix. 😉
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Wie sich das für die ältere Dame gehört, hatte sich die A7 „in Schale“ geworfen und ein kleines Ledermänntelchen angezogen. Sie wirkt direkt größer dadurch, nicht wahr? 😉

Da ich nicht so viel Zeit hatte, trafen wir uns an der Burgruine Frauenberg, um zu „schnacken“, zu „knipsen“ und um einen Kaffee zu trinken.

Am meisten haben wir mal wieder gequatscht, zum Kaffee sind wir auch gekommen, nur fotografiert haben wir nicht ganz so viel.

Immerhin habe ich mal ein paar manuelle Objektive an der A7II ausprobieren können.

Das Micro-Nikkor-P.C 3.5/55 macht – verbunden durch den K&F-Adapter – auch an der Sony eine hervorragende Figur:

frauenbergfelix2

Daraus ein 100% Crop:

frauenbergfelix2crop

Und das alte Meyer-Optik Göritz Primagon 4.5/35 (mit M42-Schraubgewinde) hat mich regelrecht aus den Socken gehauen:

Es zeigt nicht die Bilder, die man mit modernen Objektiven machen würde, aber es ist knackscharf und hat einem ganz besonderen Charakter!

Ich muss meinem guten Freund Jörg mal wieder zustimmen: Die Sony A7 II ist zur Zeit die beste Kamera für das Adaptieren von manuellen Objektiven! So toll die Fujis auch sind, die kommen da nicht ran…

Felix, sowas müssen wir öfters machen!!