Manche Tage sind einfach schön…

Meist haben solche Tage etwas mit der Familie zu tun. Manchmal aber ist aber auch ein Tag toll, den man nicht mit der Familie sondern mit Freunden und dem Hobby verbringt. Doch von Anfang an…

Nachdem wir – eigentlich seit November – wirklich mieses Wetter (3° bis 9°, bewölkt und nieselig oder Regen) hatten, war heute wunderschönes Wetter: es hatte leicht geschneit und die Sonne schien den ganzen Tag. Endlich. Da geht man viel lieber aus dem Haus.
Wenn man dann auch noch nachmittags zu einem spannenden Vortrag zu Leica darf, dann kann schon nicht mehr viel schief gehen.

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Benedikt Hartmann. Aufgenommen mit einem Leitz Varob 3.5/50 an der Sony A7II.

Benedikt Hartmann, Store-Manager im Leica Store Wetzlar, der viele gute Ideen in ein neues Konzept einbringt – das wird was, Benedikt, weiter so! – hatte zu einem Vortrag von Hans-Günter Kisselbach geladen, der uns in die Welt von Barnacks erster Leica führte. Kisselbach hat ein Buch über das Handmuster der ersten Leica-Kamera geschrieben und uns nicht nur von der hochinteressanten Technik erzählt, sondern auch – und das war besonders beeindruckend – Fotos gezeigt, die er mit dieser beinahe 100 Jahre alten Kamera gemacht hat. Diese Fotos sind in normalgroßen Prints nicht von welchen mit einer modernen Kamera aufgenommenen zu unterscheiden. Dies zeigt vor allem die herausragende Leistung des Anastigmaten von Berek, dem Objektiv, das in der Kamera verbaut ist.


Nach dem Vortrag unterhielten wir uns mit Hans-Günter (ich kenne ihn über Leica Historica) und fachsimpelten noch ein wenig weiter.

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In der Mitte Jörg Langer und Hans-Günther Kisselbach im Gespräch. (Aufgenommen mit einem Leitz Focotar 4.5/50 an Leica M240)
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Martin Wagner spielt mit Licht (Leitz Focotar 4.5/50 an Leica M240)

Ein wunderbarer Nebeneffekt an solchen Veranstaltungen bei Leica in Wetzlar ist, dass man immer Freunde und Bekannte trifft und sich auch schon deshalb jedes Mal darauf freut.

Den Abschluss machte ein gemeinsamer Kaffee mit meinem langjährigen Freund Jörg und meinem Foto-Kumpel Karsten in der Weinwirtschaft (im Ernst Leitz Hotel).

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Aufgenommen mit dem Leitz Varob 3.5/50 an der Sony A7II.

Wenn so Fotoverrückte wie wir zusammen sitzen, gibt es immer wieder Neues zu sehen. So durfte ich Jörgs neue Nikon Z6 mit dem 1.8/50 und einem 1.8/135 ausprobieren. WOW! Ein Wahnsinns-Kamera und zwei umwerfend gute Objektive!

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Aufgenommen mit einem Gnome 3.5/50 an der Olympus PEN E-P3.
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Foto: Holger Daberkow

 

Und, ach ja, wenn man bei Leica ist, trifft man eigentlich immer interessante Menschen…  😉

Für zwischendurch…

… gibt es heute mal ein paar Links:

 

Guter Text über Bokeh (und dass das gar nicht – wie oft behauptet – so von der Form der Blendenöffnung und der Anzahl der Lamellen abhängt. Ich hab’s ja schon immer gesagt..)

Kleine Abhandlung über Sonnar-Rechnungen.

Extrem umfangreiche Sammlung an Objektivbeschreibungen. (Sowas wollte ich ja auch schon immer mal machen. Doch dafür fehlt mir echt die Zeit.)

 

Vorsätze?

Klar, jeder macht sich Gedanken über Vorsätze für’s neue Jahr. Und fast niemand hält sich daran. Dennoch macht es Sinn, sein Verhalten einmal zu überdenken – sollte man nur öfters machen.

Ich? Ich will muss weniger Süßkram essen (nach den Advents- und Weihnachtszuckerorgien ist das dringend nötig!) und deutlich mehr Sport treiben. Wäre ja nicht so schwierig umzusetzen, vor allem, da ich weiß, wie gut mir das tut. Alles eine Frage des Willens. Beruflich komme ich klar, meist finde ich einen Weg, den Stress und die viele Arbeit zu organisieren. Mehr Zeit für Familie und Freunde ist auch immer eine gute Idee – aber die Familie kommt nicht zu kurz, darauf achte ich sehr. Meine Freunde könnte ich durchaus öfters treffen.

Und fotografisch? Ich würde gerne etwas tiefer einsteigen in die Portraitfotografie. Es macht mir einfach am meisten Spaß, Menschen zu fotografieren. Leider sind das oft Bilder, die ich hier im Blog nicht zeigen kann, denn das mache ich nur mit ausdrücklicher Zustimmung der/des Portraitierten. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mal wieder verstärkt ein paar „Altglas“-Objektive vorzustellen. Ich habe eine Menge davon und inzwischen nur noch exzellente oder welche mit besonderem Charakter. Über 250 habe ich ausprobiert und die spannendsten hier behalten.
Da ich nicht nur in einigen Foren zum Thema „Altglas“ aktiv bin (dort treffen sich meist diejenigen, die das schon seit Jahren machen und große Kompetenz mitbringen, im Digicamclub zum Beispiel findet man immer jemanden, der einem gut und richtig so ziemlich jede Frage zu diesem Thema beantworten kann), sondern auch in einigen Facebook-Gruppen, bekomme ich mehr und mehr den Eindruck, dass es mal nötig ist, etwas fundierter über alte Objektive zu schreiben. Denn was in diesen Facebook-Gruppen manchmal für ein Stuss (sorry!) geschrieben wird, lässt mich oft nur kopfschüttelnd vor dem Bildschirm sitzen. Klingt jetzt ziemlich arrogant, ich weiß. Aber ganz ehrlich? Ich adaptiere nun schon seit fast 15 Jahren alte Objektive an neue Kameras und habe richtig viel Erfahrung darin, da kann ich fast nicht mehr ruhig bleiben, wenn einem Einsteiger auf eine einfach Frage eine völlig falsche Antwort gegeben wird, meist von jemanden, der sich für einen Experten hält, weil er vor einem halben Jahr angefangen hat und schon 10 unterschiedliche Objektive ausprobiert hat.
Jeder hat einmal angefangen, ich auch. Doch man sollte sich mit Tipps und Ratschlägen besser zurückhalten, wenn man nicht wirklich etwas darüber weiß. Oder, wie Dieter Nuhr es einmal formuliert hat: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.“ 😉

Hui, das waren aber harsche Worte zum Jahresabschluss. Sorry. Sind mir seit einigen Tagen durch den Kopf gegangen.

OK, nun was Versöhnliches: Wir haben das Glück, in einem Land zu leben, das uns Freiheit und Wohlstand ermöglicht und die Gelegenheit, unsere Zeit mit einem ganz fabelhaften Hobby zu verbringen. Dafür bin ich dankbar, sehr sogar. Vor allem, wenn man nicht gänzlich blind durch den Tag geht und mitbekommt, was alles in der Welt so geschieht. Für mich war 2018 ein ziemlich gutes Jahr, global war es eher grottig. Immer mehr dämlich-nationalistische Politiker können ebenso beängstigen wie ignorante, religiöse Fanatiker. Ich hoffe inständig, dass die „guten Mächte“ das Ganze in den Griff kriegen und wir noch viele Jahre lange so dankbar sein dürfen.

Alles Gute für 2019!

Jahreswechsel

Heute ist der 30. Dezember. Unglaublich!
Allzu gerne würde ich nun wieder in die alte Kiste greifen und darüber sinnieren, wie schnell doch die Zeit vergeht (Ist doch so!); aber nein, das mache ich nicht.
Ebenso gerne würde ich wehklagen über das furchtbare trüb-regnerische Wetter, dass wir hier seit Wochen „genießen“ dürfen. Unsere örtlichen Bäche und kleinen Flüsse sind schon wieder randvoll – und kein Schnee weit und breit in Sicht. 😦  Aber nein, auch da halte ich mich zurück. Versprochen!

Eigentlich wäre es an der Zeit, über die Produkte des Jahres 2018 zu schreiben. Allerdings muss ich zugeben, dass sich gegenüber 2017 nicht wirklich viel geändert hat.
Bezüglich Lieblings-Objektive, Stative und -Gurte verweise ich daher auf den Text von vor genau einem Jahr.

Bei den Taschen und den Kameras gilt das ähnlich, nur dass jeweils ein Produkt dazu gekommen ist – in beiden Fällen jeweils eines, das sich ganz weit oben auf die Liste eingetragen hat.

Taschen:

  1. Billingham Hadley Pro (meine Leica-Tasche)
  2. die kleine, graue Compagnon (deren Namen ich zu meiner Schande jetzt gar nicht weiß, meist für die Sony)
  3. Kata-Rucksack 3N1-30 (wenn die DSLR mit soll)
  4. Dothebag Mono Taschen (je nach Umfang des Sets)

Alle anderen Taschen nutze ich nur hier und da.

Kameras:

  1. Leica M(240). Kam zu mir in 2018 und setzte sich in kürzester Zeit an Nr. 1.
  2. Sony A7II. Die Sony, die ich eigentlich als spannende Ergänzung gekauft habe und als „perfektes System“ für meine vielen manuellen Objektive, ist sehr oft in meiner Tasche dabei.
  3. Leica D-Lux (109). Die kompakte Leica mit µ4/3-Sensor ist so kompakt und dennoch so universell und so leistungsstark, dass man sie irgendwie immer mithaben möchte. Jetzt gibt es ja das Nachfolge-Modell… hmmm…
  4. Nikon Df. Auf Treffen und Tagesausflügen ist die Nikon-DSLR kaum dabei, aber für meine Portrait-Sessions ist die Df noch immer meine erste Wahl – und für meine alten Nikkore ein Traum!
  5.  Fuji X100. Ich habe mich ja komplett von den Fuji X-Systemkameras getrennt. Nicht, weil ich sie nicht mochte – ich finde sie noch immer toll – nein, sondern weil ich nie richtig ins Objektiv-System eingestiegen bin (war mir einfach zu teuer) und weil für mein Altglas die Sony einfach mehr Sinn macht und mehr bietet. Aber die kleine X100 macht noch immer eine Menge Spaß.
  6.  Leica M8. Nachdem die M240 bei mir eingezogen ist, rutschte die M8 etwas zurück in der Liste.
  7. Analoge Toy- und Sofortbildkameras. Auch in 2018, nur etwas weniger als in 2017.
  8. Olympus PEN EP-3. Immer noch echt schön und auch richtig gut. Aber eher eine Spaßkamera für’s Experimentieren.

Mit meinen alten Nikons und Leicas fotografiere ich gar nicht so viel, noch weniger mit den alten Balgenklappkameras oder den schönen Sucherkameras aus der „Chrom-Ära“. Aber die machen sich auch in der Vitrine hervorragend. (Sofern sie ab und an mal benutzt werden, werden sie ja auch nicht „schlecht“. 😉 )

So, wenn auch nur eine kurz und knappe Version, so ist es doch eine Art Rückblick, der vor allem zeigt, dass gar nicht so viel Neues passiert ist in 2018, was die Technik betrifft. Ich scheine, meine Welt gefunden zu haben. Hier und da ein neues Spaß versprechendes Teil und gut. Ich muss sagen, das gefällt mir.

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr 2019!

 

Spaß an der Freude…

Warum fotografieren Fotografen? Die einen, weil sie Geld damit verdienen. Die anderen, weil sie Kunst schaffen wollen oder Erinnerungen. Und wieder andere, weil es ihnen extrem viel Spaß bereitet. Zu letzteren gehöre ich – allerdings spielt das Schaffen von Erinnerungen auch eine große Rolle, vor allem seitdem ich Kinder habe.

Mir macht es Spaß, auszuprobieren was mit welcher Technik möglich ist und welche Bilder man damit erschaffen kann. Das bedeutet aber auch – und da unterscheide ich mich von manch anderen Foto-Hobbyisten – dass die Technologie an sich und das Beschäftigen mit derselben für mich auch sehr wichtig ist.

Daher stellt sich beinahe zwangsläufig die Frage, ob es Technologien, sprich Kameras und Objektive, gibt, die mehr Spaß machen als andere. Das ist eine andere Frage als die, ob die eine Kamera besser ist als eine andere. Und die Antwort lautet: „Ja, definitiv!“

Viele Kamera machen eine Menge Spaß. Einige nicht so sehr, weil sie irgendwie nervig sind in ihrer Bedienung oder in ihrem Konzept. So bin ich nie wirklich warm geworden mit den Sigma DSLRs (obwohl ich noch immer ein SD9 hier habe). Bei der kompakten DP1s ist das ganz anders, die macht aus welchem Grund auch immer, richtig viel Spaß.
Wenn andere das anders sehen, ist das genau der Punkt, der bei diesem Thema wichtig, geradezu essentiell ist: Was Spaß macht ist absolut individuell!

Ich finde meine Sony A7II zum Beispiel extrem vielseitig und die Ergebnisse sind klasse. Auch meine Nikon Df ist eine super Kamera, für Portraits (vor allem mit Blitz) immer noch meine erste Wahl. Doch keine andere Kamera macht mir soviel Spaß wie die Leica M240, nicht einmal die M8 und die ist schon toll.

Warum ist das so? Das ist nicht leicht zu beantworten. Vielleicht so: Die Leica M ist hervorragend verarbeitet, das ist für mich von großer Bedeutung. Sie fühlt sich wertig an und man möchte sie immer wieder in die Hand nehmen. Dass die Bedienung einer Masssucherkamera mir ohnehin zusagt, hilft natürlich auch und die Ergebnisse lassen – für mich – keine Wünsche offen, weder bzgl. Auflösung noch Farben noch Rauschverhalten. Die Dateien lassen sich zudem sehr gut weiterbearbeiten. Es passt also alles – wie gesagt für mich! – und für die Art von Fotos, die ich gerne mache.

Wenn ich Fußballfotos vom Spiel meines Sohnes gemacht habe, blieb die M zuhause und eine DSLR kam mit. Lange Teles sind nicht wirklich das Metier der Leica M. Telefotografie macht aber auch nur einen sehr kleinen Teil meines Portfolios aus.

Was bedeutet das nun? Nun, zum einen, dass ich ein echter Fan der M-Fotografie bin und zum anderen, dass niemand sich vorschreiben lassen sollte, was er oder sie gut findet. Stehen Sie zu dem, was Ihnen Spaß macht und erfreuen Sie sich daran! 🙂

 

„Sag mal, Carsten…

… du hast/hattest doch schon so viele Kameras, auch digitale. Welche ist denn die beste?

Ach, ehrlich gesagt, ist mir das inzwischen echt egal.

Wie bitte? Wie kann das denn sein? Wie kann einem die Leistung einer Kamera egal sein? Nun, das ist ganz einfach zu erklären. Die Leistung ist nicht egal. Zu Beginn des Digitalbooms, etwa so zur Jahrtausendwende, war jedes neue Kameramodell, das ja höchstens ein Jahr nach dem letzten auf den Markt kam, eine echter Schritt nach vorne: spürbar bessere Auflösung, schnellerer Autofokus, mehr „Features“, deutlich bessere Bilder.
Ab etwa 2006 verlangsamte sich dieser Fortschritt und ab etwa (m.E.) 2012 ist er nur noch in Nuancen bemerkbar. Klar, wenn eine neue Version genau dieses kleine Problem beseitig, das einen immer gestört hat, dann merkt und genießt man das, doch im Allgemeinen sind die Schritte nach vorne zu recht kleinen Gänsefüßen geworden. Rauschverhalten und AF-Geschwindigkeit werden noch immer – auch spürbar besser – aber braucht man das wirklich?

Ich fotografiere regelmäßig mit ganz hervorragenden Kameras, mit denen ich ausgesprochen zufrieden bin. Doch keine ist jünger als drei Jahre: Leica M240 (Jan 2013), Nikon Df (Nov 2013), Leica D-Lux 109 (Nov 2014), Sony A7II (Jan 2015) oder sogar Olympus PEN E-P3 (Aug 2011!) bzw. Leica M8 (Nov 2006 !!!).

Warum ich mir seit 2015 kein neueres Modell mehr gekauft habe? Weil mir das rein gar  nichts bringen würde. All diese Kameras (vor allem die ab 2013) sind so gut, dass ich einfach keine „bessere“ benötige. Mit geht es inzwischen nicht mehr darum wie „gut“ eine Kamera oder ob eine andere „noch besser“ ist, für mich ist heute viel mehr entscheidend, wieviel Spaß und Motivation mir eine Kamera bringt. So ähnlich wie zu analogen Film-Zeiten. Da kam es auch mehr auf das Objektiv und das Handling an.

Daher liest sich meine „Liste der digitalen Lieblingskameras“ derzeit so:

  1. Leica M240 – Jedes Mal, wenn ich die M in die Hand nehme, schaue ich ganz verliebt. Mehr muss man nicht schreiben.
  2. Sony A7II – Was diese Kamera mir für Möglichkeiten bietet! Selbst jetzt habe ich das noch gar nicht alles ausgenutzt.
  3. Nikon Df – Die Df bildet mit meinen wunderschönen manuellen AI-Nikkoren ein echtes Dreamteam.
  4. Leica D-Lux 109 – Kompakt und leistungsstark. Ideal für eine Reise mit „kleinem Besteck“.
  5. Leica M8 – Schon 12 Jahre alt und dennoch Faszination pur.
  6. Olympus PEN E-P3 – Überaus hübsch und dennoch irgendwie unscheinbar, heutzutage völlig übersehen – absolut unverdient, denn die Fotos sind spitze und das µ4/3-System lädt geradezu zum Experimentieren ein.

Sollte ich allerdings meine Lieblingsobjektive auflisten müssen, wird die Sache schon komplizierter. Das kommt eben sehr auf den Einsatzzweck an – und gerade diese Flexibilität macht ein System ja so spannend.

Schönen Sonntag! Genießen Sie den Herbst…