Das „Leica-Feeling“…

Gibt es das wirklich? Und wenn ja, wie kann man es erreichen? Nur durch eine Leica?
Was ist das überhaupt, dieser Halb-Anglizismus?

Ich lese immer wieder, es sei rein psychologisch bedingt:

  • man weiß, dass man eine sehr teure Kamera in der Hand hält,
  • man kennt die Legenden und die Historie der Marke,
  • und das unverkennbare rote Logo tut ein Übriges.

Es mag sein, dass dies eine Rolle spielt doch auch, wenn manche es Einbildung nennen, ich glaube in der Tat, dass es soetwas wie ein „Leica-Feeling“ gibt.

Es ist, meines Erachtens, eine Mischung aus einer extrem guter Verarbeitung hochwertiger Materialien und einem Bedienkonzept, dass auf das Wesentliche konzentriert über Jahrzehnte dem Fotografen in die Hand entwickelt wurde.

Wenn man eine Leica in der Hand hält, dann spürt man es. Da können Kritiker sagen, was sie wollen. Je hochklassiger die Kamera ist, desto stärker kommt dieses Gefühl. Die kleinen digitalen Kompaktkameras vermitteln es nicht wirklich; die Klasse der D-Lux oder der APS-Digitalen (TL, CL) schon ziemlich gut. Wer eine „Q“ hat, der weiß, wovon ich schreibe und die „M“ ist die Krönung dieses Gefühls.

 

Jetzt hat nicht jeder das Budget, um sich eine M leisten zu können. Auch ich spare über längere Zeit oder verkaufe gleich mehrere Dinge aus meiner Sammlung, wenn ich in solche preislichen Sphären dringe. Daher möchte ich hier einmal die Frage stellen, ob man auch mit einer anderen Kamera das „Leica-Feeling“ erreichen oder sich zumindest daran annähern kann.

Seit einiger Zeit gibt es, insbesondere von Fuji, Kameras, die das Leica-Aussehen kopieren, ein „Leica-Mimikri“ sozusagen. Tatsächlich, diese Kameras sind hübsch, sehr hübsch sogar und zudem sind sie auch noch sehr gut. Sie fühlen sich wertig an, lassen sich angenehm bedienen und produzieren ausgezeichnete fotografische Ergebnisse.

Die Fuji X-E2 ist ein Beispiel:

Sie macht auch neben einer M eine wirklich gute Figur. Die Ähnlichkeit des Konzeptes ist unverkennbar.

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Die X-E1, X-E3, X-Pro1 und X-Pro2 sind Geschwister der Fuji-Familie, die in genau diese Kategorie der leicaähnlichen APS-Kameras mit Wechselobjektiven fallen. Die X-E1 habe ich nicht mehr, mit der X-Pro1 habe ich nur einmal kurz fotografieren können und die X-Pro2 und die X-E3 hatte ich nur einmal kurz in der Hand. Daher basiert mein Urteil auf der X-E2.
Wie seiht es denn nun aus? Vermittelt diese Fuji „das“ Gefühl?

Ja, durchaus. Sie geht aber nicht den ganzen Weg. Auch, wenn sie so aussieht und sich sehr gut anfühlt, es fehlt doch noch ein kleines Stückchen. Vor allem aber ist es keine echte Messsucherkamera. Sie versucht zwar, diese faszinierende Art der Fotografie zu simulieren und das macht sie gut, doch es bleibt immer nur eine Simulation. Daher…

Leica-Feeling-Faktor „Fuji X-E2“: 3/5

Kommen wir zu anderen Kameras.

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Hintere Reihe v.l.n.r.; Leica D-LUX (109), Leica M6, Fuji X100. Vordere Reihe v.l.n.r. Leica M8, Leica M (240)

Die „kleine“ Leica: D-LUX (109). Diese Kamera mit µ4/3-Sensor und fest eingebautem Objektiv (24-75mm KB-Äquiv.) ist eine unglaublich universale Kamera. Sie kann eigentlich alles, und das ziemlich gut. Sie hat aber auch keinen Messsucher, sondern einen EVF (wie die Fuji X-E) und kann – aufgrund ihrere Vielseitigkeit – die Reduktion auf das Wesentliche gar nicht erreichen. Tolle Kamera, aber…

Leica-Feeling-Faktor „Leica D-LUX“: 2/5

Kommen wir nun zur Fuji X100. Ja, ich habe noch das „Ur-Modell“. Inzwischen gibt es ja vier oder fünf (habe da den Überblick verloren) neuere Generationen, doch es handelt sich dabei „nur“ um Verbesserungen. Sicher, die neuesten Modelle sind schneller, besser bei hohen ISOs usw., doch am Grundkonzept hat sich eigentlich nichts geändert. Es handelt sich um eine APS-Kamera mit fest eingebautem Objektiv (2.0/23, also ein 35mm Äquivalent) und dem Aussehen einer klassischen Messucher-Kamera. Ich muss ja zugeben, die X100 ist wunderschön! Da haben die Designer von Fuji alles richtig gemacht. Sie ist sehr gut verarbeitet, fühlt sich toll an und was dazu kommt ist, wie bei den X-Pro-Modellen, der optische Sucher oder besser der „Hybrid-Sucher“, denn man kann bei dieser Kamera zwischen einem optischen und einem elektronischen hin- und herschalten – eine fabelhafte Sache.
Heißt das nun, dass die X100 volle Punktzahl auf der Leica-Feeling-Scala? Nein. Denn auch wenn der Sucher wirklich begeistern kann, es ist doch kein echter Messucher. Daher gibt es einen kleinen Abzug.

Leica-Feeling-Faktor „Fuji X100“: 4/5

Was bleibt von den Kameras auf dem Bild, sind meine „Ms“: die M6, die M8 und die M(240). Vermitteln die denn nun das „Leica-Feeling“? Ja, und zwar jede einzelne davon, denn auf sie trifft genau das zu, was ich eingangs beschrieben habe. Jedesmal, wenn ich eine dieser Kameras in die Hand nehme, kommt augenblicklich dieses einzigartige Gefühl von Wertigkeit und der Vorahnung, dass ich mich als Fotograf auch etwas anstrengen muss, denn die Kamera nimmt mir nicht alles ab. Das gehört auch dazu.

Leica-Feeling-Faktor „Leica M6, M8, M“: 5/5

Und weiter? Was ist mit Olympus, Pansonic und Sony?
Nun, nach meinen Erfahrungen komme da Olympus und Panasonic noch am ehesten heran. Die PEN F würde wohl, ähnlich wie die Fuji X-E, 3/5 erreichen. Panosonic vermutlich folgt ganz knapp dahinter. Einen Boost können die µ4/3-Objektive von Leica geben. Damit bewegt es sich dann in Richtung 4/5.
Und Sony? Hmmm… So toll ich meine A7II auch finde, die Fotos sind umwerfend gut, was das Leica-Feeling angeht, erreicht sie nur eine 1/5. Sorry, Sony. Eure Kameras sind toll, doch sie sind durch und durch elektronische Geräte ohne „Seele“. Womöglich sind sie einfach zu gut. 😉

Vielleicht mögen Sie fragen, was mit der Epson R-D1 ist? Das ist ja auch eine echte digitale Messsucherkamera. Nun, ich kann mir vorstellen, dass sie sehr hoch auf der Scala anzusiedeln ist, doch bedauerlicherweise habe ich noch nie mit einer fotografieren können. Also, wenn Sie eine haben, dann schicken Sie sie mir doch einmal für drei Wochen zu. Ich würde sie liebend gerne ausprobieren und ich verschicke sie auch gut versichert wieder zurück. 🙂

P.S.: Gibt es auch bei DSLRs ein „Leica-Feeling“? Ich würde sagen, am ehesten bei Nikon, dicht gefolgt von Pentax und dann mit Abstand Canon. Eine EOS ist einfach zu modern.

 

 

Spaziergang

Erste Fotos aus der X100.

 

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Ich, aufgenommen von meiner Tochter, die richtig Talent für’s Fotografieren hat.

Letzten Sonntag war ich – da das Wetter ausnahmsweise mal gut war – in einer Korrekturpause mit meiner Tochter auf einem kleinen Fotospaziergang unterwegs. Ich wollte ohnehin die Fuji X100 mal ausführen (und den Film in der SprocketRocket voll kriegen, doch dazu später mal) und meine Tochter wollte gerne mal wieder mit ihrer Olympus fotografieren. Mutig wie sie ist, hat sie nur ihr Telezomm drangesteckt und sonst kein anderes Objektiv mitgenommen. Da ist sie nicht wie ihr Vater. Obwohl mich die Fuji ja auch geradezu dazu gezwungen hat, nur ein Objektiv dabei zu haben. 😉

 

 

Hier nun vier Fotos aus der X100 von diesem Tag, unterschiedlich bearbeitet (mal beschnitten zum Panorama und die Lichter herausgeholt, mal Vignette hinzugefügt, mal die Klarheit hochgezogen und mal in S/W konvertiert):

„Auflösung statt Tele“

… oder 51,2 Megapixel im digitalen Mittelformat.

Kürzlich hatte ich auf einem Treffen mit befreundeten Profi-, Semi-Profi- und Amateurfotografen die einmalige Gelegenheit, mit einigem High-End-Equipment zu fotografieren.

Zunächst aber trafen wir uns in kleiner Gruppe auf dem Feldberg (Taunus). Dort wurden ein paar „neue“ analoge Schätzchen herumgereicht:

Abends dann traf sich eine große Gruppe aus annähernd 20 Fotofans zum Schnacken, Essen und Fotozeugsbegrabbeln. Einer dieser „Foto-Kumpels“ hat beruflich Zugriff auf die stets neuesten Modelle. Diesmal hatte er eine Sony A9, eine Hasselblad X1D und eine Fujifilm GFX 50S mitsamt zahlreichen Top-Objektiven dabei.

Um alles wirklich auszuprobieren hätte man gut und gerne drei Treffen gebraucht, daher habe ich zunächst ein wenig „befingert“, ein bisschen herumgespielt und mich dann für zwei Schwerpunkte entschieden: den AF der Sony A9 spüren und mit der Mittelformat Fuji fotografieren. Mit der Hasselblad habe ich mich nur kurz beschäftigt.

 

Die X1D liegt gut in der Hand und ist für eine digitale Mittelformat-Kamera unglaublich kompakt. OK, manch einer sagt, es sei ja eigentlich gar kein „richtiges“ Mittelformat, da dies erst bei einer Größe von 6×4,5 cm beginne, doch der Sensor der Hasselblad ist mit 44×33 mm auf jeden Fall größer als das standard-liefernde „Kleinbild“ (36x24cm).
Die Bedienung der X1D ist … anders. Manchmal erinnert sie mich mehr an die Bedienung eines Smartphones, doch ich denke, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, geht alles zügig von der Hand. Das gilt allerdings nicht für die Kamera an sich. Stets scheint sie sich für das, was sie tut ein wenig Zeit zu lassen. Der AF ist „ok“ aber wahrlich nicht flott. Sicher, die Hasselblad wird vermutlich auch nicht für Sportfotografie eingesetzt, sondern eher da, wo überlegt fotografiert wird, dennoch – und gerade im Vergleich zu anderen modernen Kameras – fällt die leichte Behäbigkeit auf.

Als ganz das Gegenteil davon hat sich die brandneue Sony Alpha erwiesen.

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Selbst mit dem eigentlich nicht wirklich berauschend schnellen (aber umwerfend guten) Sony FE 1.4/85 GM „flutschte“ der AF nur so von Ziel zu Ziel, wohl gemerkt in einem Innenraum bei mäßigem Licht! Als ich aber dann da neue FE 4.5-5.6/100-400 GM an der A9 hatte, war ich wirklich „baff“. Der AF war mit dieser Kombi so schnell, dass man beinahe keine Verzögerung mehr bemerkt hatt. Es war als fotografiere man mit hyperfokaler Einstellung. Wow!

Die dritte richtig teure Kamera im Bunde war dann die Fujifilm GFX 50S und als (schon ein bisschen) Fuji-Fan habe ich mich entschieden, damit dann draußen ein wenig zu fotografieren.

Es standen zahlreichen Objektive für die Fuji zur Verfügung. Da ich das bestmögliche Schärfe-Ergebnis herausholen wollte, um zu sehen, was in dem Sensor steckt, habe ich mich für das Fujinon GF 4/120 Macro OIS WR entschieden, dass – laut Fuji – ja Sensoren bis zu 100 MPix bedienen soll.

Die Ergebnisse haben mich wahrhaft „umgehauen“. Hier entstand dann auch der Titel für diesen Artikel: „Auflösung statt Tele“. Die Bildqualität schlägt alles, was ich bisher gesehen habe – und ich habe mit eigenen Kameras wie der Nikon Df oder der Sony A7II sowie mit fremden Kameras wie einer Sony A7RII oder einer Leica SL fotografiert!

Kommen wir nun zu den Bildern…

Motiv 1: City

Dieses Bild…

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… ist ein Crop aus diesem Foto:

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OK, das lässt sich so mit mehreren Kameras machen.

Motiv 2: Taube

Dieses Bild…

fujidove

… ist ein Crop aus diesem Foto:

fujidovefull

So langsam sehen Sie, was ich meine. Nicht wahr?

Motiv 3: Mond

Dieses Bild…

fujimond

… ist ein Crop aus diesem Foto:

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Unglaublich, oder? Nochmals zur Klarstellung: die Fotos wurden mit einem 120mm-Objektiv aufgenommen, also mit einem Kleinbildäquivalent von ca. 90mm! Gewissermaßen ein kurzes Portraittele.

Motiv 4: Büros

Dieses Bild…

fujioffice

… stammt aus diesem Foto:

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So langsam scheint mir, ist man nirgendwo mehr sicher vor Fotografen. 😉

Motiv 5: Brunnen

Aus diesem Foto:

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… lässt sich diese „Nahaufnahme“ croppen:

fujimacro

Auch die Dynamik des Sensors ist mehr als beeindruckend.

Motiv 6: Stein

In diesem Foto scheint die linke obere Ecke völlig „ausgebrannt“:

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Nach ein paar Klicks, sind dort wieder Wolken zu sehen:

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Ich habe zwei weitere Fotos auf eine Dropbox hochgeladen und freigegeben.
> Hier < und > hier < können sie in voller Auflösung heruntergeladen werden.

Viel Spaß!

„Nu‘ isse wech…“

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Ja, ich habe es in der Tat getan. Ein Teil von mir weiß auch noch immer nicht warum. Ich habe meine Fuji X-T1 verkauft!

(An dieser Stelle bitte gedanklich das „Waaaas? Wieso das denn??“-Emoticon einfügen…)

Wer diesen Blog zum ersten Mal besucht, wird sich nun vermutlich ebenso wie ein treuer Leser die berechtigte Frage nach dem Grund stellen. Wiederholt habe ich die X-T1 als eine meiner „Kameras des Jahres“ bezeichnet und dennoch verkaufe ich sie?

Um ehrlich zu sein, hatte das zwei Gründe.

109aZum einen habe ich mir durch den Verkauf meinen lange geträumten Traum einer Leica D-Lux (109) erfüllen können, ohne meine angetraute, bessere Hälfte völlig in den Wahnsinn zu treiben.

Und zum anderen wurde mir immer klarer, dass ich die X-T1 – so toll ich die Kamera auch finde – kaum mehr benutzt habe.

Da stellt sich natürlich bei beiden Feststellungen die Frage nach dem „Warum“, sozusagen dem „Warum zweiter Ordnung“.

Die Leica D-Lux ist nicht die „bessere“ Kamera im Vergleich zur X-T1, ganz sicher nicht. Ich würde sogar sagen, dass rein objektiv, die Fuji in so ziemlich allen Belangen „besser“ ist. Die D-Lux ist aber nochmals kompakter und kann etwas, das die Fuji X-T1 nie so ganz erreicht hat: sie hat mich ins Herz getroffen.
Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass es bei mir mit Kameras ist wie mit Jeans: entweder man merkt sofort, dass sie passt, oder man wird nie ganz damit warm.
Das ist wohl der Grund, warum ich die X-T1 habe gehen und die D-Lux einziehen lassen.

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Eine letzte Aufnahme der X-T1.

Noch immer bin ich von der X-T1 begeistert. Was sie alles kann, was sie alles sehr gut kann, ist so ziemlich alles, das man als Fotograf braucht.

Der Sensor ist großartig, die Kamera liegt sehr gut in der Hand (vor allem mit dem Extra-Griff) und sie ist eine echte „Retro“-Kamera! Durch die Räder auf ihrer Schulter kann man mit ihr fotografieren und muss nur sehr selten ins Menü, um Einstellungen zu verändern.

Doch warum habe ich die Fuji X-T1 denn so selten benutzt? Die Antwort ist so lapidar wie logisch: eine Kamera ist immer nur so gut wie die Objektive, mit denen man sie nutzt.
Mein Fuji-System habe ich nie so richtig ausgebaut. Mein Nikon-Set ist über-komplett, für die Leica M8 habe ich alles, was ich brauche. Doch um mein Fuji-Set „rund“ zu machen, hätte ich mir das 1.4/16, das 1.4/23 und das 2.0/90 kaufen müssen. Das hätte mich dann so um die 3000€ zurückgesetzt – und das wollte ich einfach nicht. Wenn einem aber die richtigen Objektive „fehlen“, nutzt man eine Kamera einfach nicht. Eine sehr einfache Rechnung.
Wer nur das Fuji-System nutzt, geht eben diesen Weg und wird sicherlich sehr glücklich damit werden. Die Objektive sind mindestens so toll wie die Kameras. Wer aber, wie ich, außer mit Fuji noch mit Nikon und Leica M fotografiert (ohne Geld mit dem Hobby zu verdienen), für den werden die Fuji-Objektive einfach zu teuer.
Was mir von Fuji bleibt, ist eine Art „Kern“: meine X-E2, das 18-55 und das 1.4/35 – sowie zahlreiche Adapter für M- und F-Objektive. Das reicht für ein „Drittsystem“ völlig. Zumal ich mir vor kurzem auch eine Olympus PEN E-P3 angelacht habe und diese kleine Kamera mir – ein wenig überraschenderweise – einen Heidenspaß macht. (OMG, welch ein Luxus-Problem!)

So habe ich also die X-T1 heute in sehr gute Hände bei einer leckeren Tasse Kaffee persönlich übergeben. Die Stelle, die die Fuji inne hatte, nimmt nun die PEN ein und als „Ich-nehme-nur-eine-kleine-Kamera-mit“-Kamera spielt die Leica D-Lux (109) eine große Rolle in meinem „Fotohobby-Leben“.

Bevor mir aber jetzt noch die Anführungszeichen ausgehen, schließe ich mit diesen Bildern der Leica D-Lux und ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter den Artikel – nicht ohne eine kleine Träne in den Augenwinkeln. 😉

Ein Wochenende, das in Erinnerung bleiben wird…

Das Wochenende, das gerade noch nicht zu Ende ist, wird sicher auch nicht schnell in Vergessenheit geraten, vor allem, weil es höchst arbeitsintensiv war.

Doch ich schreibe hier vom ersten September-Wochenende, an dem ich mich mit ein paar ebenso fotoverrückten Freunden zu einem „Leica Meet&Greet“ in Trier getroffen habe. (Marco Spalluto hat >>hier<< darüber gebloggt.)

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In erster Linie wurde dort mit Leica-Kameras fotografiert, weil dies der gemeinsame Nenner in unserer Gruppe war. Doch auch als Leica-Fans sind wir keineswegs dogmatisch und erfreuen uns an zahlreichen unterschiedlichen Kameras und Systemen. Von der Fisheye-Lomo über eine Schraub-Leica, viele „M-Leicas“, eine Sony A7, eine „alte“ Leica SL, eine „neue“ SL, bis hin zu zwei Mittelformatkameras war fast alles angetreten, was Fotofreunden das Herz höher schlagen lässt. Für den Samstag war vorgegeben, mit einer analogen Leica zu fotografieren, der Rest war „frei“.

Als eigenes Equipment hatte ich dabei:

  • Leica M6
  • Leica M8
  • Fujji GW690
  • Fuji X-E2
  • Sony HX20V
  • Lomo Fisheye

sowie einige Objektive mit Leica-M-Bajonett:

  • Voigtländer Heliar 4.5/15
  • Leica Elmarit-M 2.8/21
  • Voigtländer Ultron 2.0/28
  • Leica Summicron-M 2.0/50
  • Voigtländer Heliar 2.5/75
  • Leica Summicron-M 2.0/90

Das klingt nach sehr viel, es trägt aber viel weniger auf, als man vermuten möchte.

Die kleine Sony HX20V und die Lomo hatte ich in der Westen- bzw. Hosentasche, die Mittelformat-Fuji war nur ab und an dabei und der Rest passte alles in meine wunderbare Billingham, ohne zu schwer zu werden. 🙂

Nun aber genug zum Equipment, denn obwohl es sich um ein Foto-Treffen handelte, ist es eigentlich immer wichtiger, die Foto-Freunde wiederzusehen, die man zum Teil seit ein, zwei Jahren nicht getroffen hat. So kam auch Anfang September ein illustrer und überaus sympathischer „Haufen“ zusammen. Aus Schweden, England, Belgien, der Schweiz und aus allerlei Ecken Deutschlands reisten die Teilnehmer an und so entwickelte sich das polyglotte Treffen zu einem zweisprachigen: Englisch wurde in diese und Deutsch in die andere Richtung gesprochen, hier und mischte sich etwas Französich darunter.

Trier bietet eine Menge für Fotografen und da an diesem Wochenende zudem noch sowohl eine Open-Air-Modenschau als auch ein Straßenfest im multikulturellen Karl-Marx-Viertel anstand, gab es mehr als genug Motive.

Als Filme wählte ich für meine M6 drei unterschiedliche. Tagsüber – es war intensiver Sonnenschein gemeldet – bekam die Leica einen Lomography EarlGrey 100 Schwarz-Weiß-Film sowie – etwas experimenteller – einen seit 15 Jahren abgelaufenen Velvia-50-Diafilm gefüttert, für den frühen Abend dann einen AGFA Vista 200, da ich damit nur ein bisschen ausprobieren wollte. Solch ein Vista war auch in der Lomo Fisheye, denn ein ISO200-Film ist für einen derart sonnigen Tag genau richtig für die kleine Blende.
In der Fuji 690 steckte ein 220er Ilford FP4+ Mittelformatfilm, der mir im Format 6×9 16 Aufnahmen ermöglichte.

Der EarlGrey hat sich als ausgezeichneter SW-Film erwiesen, der mir sehr gut gefällt und sich hervorragend mit dem HC-110 Entwickler vertragen hat:

 

Der Ilford FP4+ hat mich, obwohl auch er eigentlich schon überlagert war, ebenfalls nicht im Stich gelassen. Ihn habe ich in Rodinal entwickelt. Der FP4+ ist einfach ein echter Allrounder, wenn man mit ISO125 auskommt. (Gescannt habe ich die 6×9-Negative übrigens mit meinem Epson 3200 Photo betrieben unter Ubuntu Linux, denn dafür gibt es noch Treiber für den Scanner!):

Der AGFA Vista ist zwar kein besonderer, aber ein zuverlässiger Film, der gerade für eine Lomo aufgrund seiner Gutmütigkeit ausgezeichnet geeignet ist. In der M6 liefert er Ergebnisse, die den klassischen Filmlook wunderbar darstellen:

 

Richtig spannend wurde es aber mit dem im Jahr 2001 (!) abgelaufenen Velvia. Dass ein Dia-Film dann keine richtigen Farben mehr liefert, war mir klar. Die Feinheit dieses ISO-50-Films wollte ich aber nutzen, indem ich die Fotos nach dem Scannen in Schwarz-Weiß konvertiere.
Wie erwartet kamen die Dias mit einer enormen Farbverfälschung aber mit allen feinsten Details zurück, denn die (leicht angepasste) Belichtung in der M6 hat gestimmt.

Ein Dia dieser Rolle sieht eigentlich so aus:

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Als Dia völlig unbrauchbar!

Photoshop macht per automatischer Korrektur dies:

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Only slightly better“ würd man wohl sagen. Aber dann kommt Silver Efex und macht mit einem Klick solch ein S/W-Foto daraus:

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Und DAS kann sich doch sehen lassen.

Nach Entwicklung in Lightroom und ein wenig manueller Nachbearbeit war ich von den Velvia-S/W-Ergebnissen wirklich begeistert:

Wenn ich sehr „saubere“, „feine“ S/W-Fotos haben will, dann nutze ich meine alten Velvias und konvertiere im PC. 😉

Ach ja, digital habe ich natürlich auch ein wenig fotografiert, in erster Linie mit der Fuji X-E2 und adaptierten Leica-Objektiven, die m.E. hervorragend miteinander harmonieren:

Ich kann mich zusammenfassend mich nur wiederholen, dass das Wochenende in Trier mit den netten Menschen, die ich dort treffen durfte, enorm viel Spaß gemacht hat. Sowas lädt die eigenen Akkus wieder auf. In der Tat ein Wochenende, das in Erinnerung bleiben wird!

Lieben Dank an die Organisatoren John Görtgen und David de Ruyver. Habt ihr klasse gemacht!

 

„Sieht“ man Mittelformat?

Die Fuji GW690, eine 6×9 Messsucherkamera, habe ich seit etwas über einem Jahr. Man fotografiert ja nicht so oft mit einer Messsucherkamera, die so große Negative zaubert. Wenn man es tut, dann fragt man sich aber stets, warum denn eigentlich nicht?

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Die Ergebnisse aus Bad Homburg, ich berichtete, hatten mich schon begeistert:

Gestern habe ich den 220er Ilford FP4+ entwickelt (klassisch in Rodinal 1:50), der in der Kamera war, als ich sie mit in Trier hatte.

Erneut vermitteln mir die Fotos das „gewisse Etwas“. Man kennt die Diskussion, dass man es Mittelformatfotos eben ansehe, dass es Mittelformatfotos sind. Zum einen spielt da die – nachweisbar geringere – Schärfentiefe bei gleicher Blendenöffnung eine Rolle, welche in Kombination (auch und vor allem) mit einem Weitwinkel Bildeindrücke liefert, die nur schwierig mit einer Kleinbildkamera (oder gar einem kompakteren Format) erreichbar sind. Doch mein Nikkor 1.4/35 an meiner Df bietet im Grunde vergleichbare Parameter.
Oft redet man auch dem Film an sich in diesem großem Format besondere Eigenschaften an. Das gleitet aber hin und wieder ins Esoterische ab. 😉

Und dennoch, auch ich meine zu erkennen, das Mittelformat-Fotografie einen besonderen Reiz hat und Bilder produziert, die eben wie „Mittelformat“ aussehen. Es kommt allerdings auf die Situation und die Aufnahmeeinstellungen an.
Lassen Sie uns einmal vier Bilder aus Trier anschauen, die ich mit der Fuji GW690 gemacht und mit einem Epson 3200 Photo eingescannt habe. Die Fotos sind unbearbeitet (die Helligkeitsverteilung und der Kontrast müssten angepasst werden), lediglich in der Größe angepasst.

Beispiel 1:

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Dieses Foto hätte man auch mit einer ordentlichen Kleinbildkamera machen können. Es zeigt einen leicht weitweinkligen Bildwinkel und ist durch die Abblendung und die hyperfokale Fokussierung bis in die Tiefe scharf.

Beispiel 2:

trier_fuji690_fp4_cschouler_03

Auch dieses Foto wäre mit einer guten Kleinbildausrüstung leicht möglich gewesen. Der zweifelsohne sichtbare 3D-Effekt lässt sich auch mit Kleinbildobjektiven erzielen, die einen entsprechenden Mikrokontrast liefern.

Beispiel 3:

trier_fuji690_fp4_cschouler_02

Bei diesem Foto hingegen kommt meiner Ansicht nach schon durch, was so besonders in der Mittelformatfotografie ist: der weiche Schärfeverlauf bei dennoch sichtbarer Trennung. Die kleine Bischofs-Statue vorne ist scharf, der Herr am rechten Bildrand „fast“ scharf, auf jeden Fall schärfer abgebildet als die Personen etwas „dahinter“ und die Portra Nigra ist unscharf, ohne jedoch in einer Freistellung völlig zu verschwinden.
Die Möglichkeit mit Unschärfe über einen tiefen Bereich zu spielen, freizustellen und doch den Hintergrund erkennbar zu lassen, das ist für mich typisch für das Mittelformat.
Sicher, wer es geschickt anstellt, kann das auch mit Kleinbild erreichen. Ich habe nur den Eindruck, dass es auf einem 6×9-Negativ leichter möglich ist.

Beispiel 4:

trier_fuji690_fp4_cschouler_06

Auch hier ist – in meinen Augen – ein Mittelformat-Effekt sichtbar. Scharf abgebildet ist – ganz bewusst – nur die Pfütze vorne – erkennbar an der Struktur des Bodens. Die Personen wirken beinahe noch scharf, sind es aber nicht. Rechts ist an den Türen des „Straßen-Zuges“ der in die Tiefe des Bildes abnehmende Schärfeverlauf sichtbar, und im Hintergrund ist die Portra Nigra erneut unscharf aber wiedererkennbar. Bei der Komposition des Fotos war es mir wichtig, die Portra Nigra in der Reflektion auf dem Boden erscheinen zu lassen (was, da nur wenig Wasser ungleichmäßig verteilt war, nicht komplett möglich war).

Ineteressant ist auch, dass – je größer man einen Print dieser Fotos betrachtet, umso deutlicher dieser Effekt wird. Das ausgezeichnete Fujinon 3.5/90 der Fuji GW690 unterstützt dies durch die „Roundness“ der Abbildung, dem ausgeprägten 3D-Rendering und dem hohen Mikrokontrast maßgeblich. Unter Umständen spielt auch die im Vergleich zum digitalen Sensor etwas andere Darstellung eines S/W-Films eine Rolle, aber das ist schwer greifbar.

Ich denke auf jeden Fall wirklich, dass eine Kombination aus großen Aufnahmeformat und leistungsfähigem Objektiv Aufnahmen ermöglicht, die sonst nur sehr schwierig zu erreichen sind.

 

Chapeau!

Ich schimpfe ja gerne und oft auf Hersteller – vor allem, wenn sie mal wieder eine mir unverständliche und mich verärgernde Entscheidung getroffen haben. Kürzlich habe ich mich auch über Fujifilm geärgert, weil sie die Produktion des fantastischen Packfilms für die Sofortbildkameras eingestellt haben. Sehr ärgerlich, wirklich!

Doch, was die digitale Sparte betrifft, so muss ich vor Fuji meinen Hut ziehen. Denn mit ihrer „Kaizen“-Philosophie, der konstanten Verbesserung, machen sie es anderen Herstellern vor, wie gute Modellpflege aussieht und wie man Besitzer von „älteren“ Kameras nicht im Regen stehen lässt.

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So sind vor ein paar Tagen erneut verbesserte Firmware-Versionen für zahlreiche Kameras und Objektive veröffentlicht worden. Das Update meiner X-T1, meiner X-E2 und meines 18-55 liefen gewohnt problemlos. Weiter so, Fuji! (Aber das „film“ lasse ich weiterhin am besten aus eurem Namen weg. 😉 )