Das „Leica-Feeling“…

Gibt es das wirklich? Und wenn ja, wie kann man es erreichen? Nur durch eine Leica?
Was ist das überhaupt, dieser Halb-Anglizismus?

Ich lese immer wieder, es sei rein psychologisch bedingt:

  • man weiß, dass man eine sehr teure Kamera in der Hand hält,
  • man kennt die Legenden und die Historie der Marke,
  • und das unverkennbare rote Logo tut ein Übriges.

Es mag sein, dass dies eine Rolle spielt doch auch, wenn manche es Einbildung nennen, ich glaube in der Tat, dass es soetwas wie ein „Leica-Feeling“ gibt.

Es ist, meines Erachtens, eine Mischung aus einer extrem guter Verarbeitung hochwertiger Materialien und einem Bedienkonzept, dass auf das Wesentliche konzentriert über Jahrzehnte dem Fotografen in die Hand entwickelt wurde.

Wenn man eine Leica in der Hand hält, dann spürt man es. Da können Kritiker sagen, was sie wollen. Je hochklassiger die Kamera ist, desto stärker kommt dieses Gefühl. Die kleinen digitalen Kompaktkameras vermitteln es nicht wirklich; die Klasse der D-Lux oder der APS-Digitalen (TL, CL) schon ziemlich gut. Wer eine „Q“ hat, der weiß, wovon ich schreibe und die „M“ ist die Krönung dieses Gefühls.

 

Jetzt hat nicht jeder das Budget, um sich eine M leisten zu können. Auch ich spare über längere Zeit oder verkaufe gleich mehrere Dinge aus meiner Sammlung, wenn ich in solche preislichen Sphären dringe. Daher möchte ich hier einmal die Frage stellen, ob man auch mit einer anderen Kamera das „Leica-Feeling“ erreichen oder sich zumindest daran annähern kann.

Seit einiger Zeit gibt es, insbesondere von Fuji, Kameras, die das Leica-Aussehen kopieren, ein „Leica-Mimikri“ sozusagen. Tatsächlich, diese Kameras sind hübsch, sehr hübsch sogar und zudem sind sie auch noch sehr gut. Sie fühlen sich wertig an, lassen sich angenehm bedienen und produzieren ausgezeichnete fotografische Ergebnisse.

Die Fuji X-E2 ist ein Beispiel:

Sie macht auch neben einer M eine wirklich gute Figur. Die Ähnlichkeit des Konzeptes ist unverkennbar.

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Die X-E1, X-E3, X-Pro1 und X-Pro2 sind Geschwister der Fuji-Familie, die in genau diese Kategorie der leicaähnlichen APS-Kameras mit Wechselobjektiven fallen. Die X-E1 habe ich nicht mehr, mit der X-Pro1 habe ich nur einmal kurz fotografieren können und die X-Pro2 und die X-E3 hatte ich nur einmal kurz in der Hand. Daher basiert mein Urteil auf der X-E2.
Wie seiht es denn nun aus? Vermittelt diese Fuji „das“ Gefühl?

Ja, durchaus. Sie geht aber nicht den ganzen Weg. Auch, wenn sie so aussieht und sich sehr gut anfühlt, es fehlt doch noch ein kleines Stückchen. Vor allem aber ist es keine echte Messsucherkamera. Sie versucht zwar, diese faszinierende Art der Fotografie zu simulieren und das macht sie gut, doch es bleibt immer nur eine Simulation. Daher…

Leica-Feeling-Faktor „Fuji X-E2“: 3/5

Kommen wir zu anderen Kameras.

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Hintere Reihe v.l.n.r.; Leica D-LUX (109), Leica M6, Fuji X100. Vordere Reihe v.l.n.r. Leica M8, Leica M (240)

Die „kleine“ Leica: D-LUX (109). Diese Kamera mit µ4/3-Sensor und fest eingebautem Objektiv (24-75mm KB-Äquiv.) ist eine unglaublich universale Kamera. Sie kann eigentlich alles, und das ziemlich gut. Sie hat aber auch keinen Messsucher, sondern einen EVF (wie die Fuji X-E) und kann – aufgrund ihrere Vielseitigkeit – die Reduktion auf das Wesentliche gar nicht erreichen. Tolle Kamera, aber…

Leica-Feeling-Faktor „Leica D-LUX“: 2/5

Kommen wir nun zur Fuji X100. Ja, ich habe noch das „Ur-Modell“. Inzwischen gibt es ja vier oder fünf (habe da den Überblick verloren) neuere Generationen, doch es handelt sich dabei „nur“ um Verbesserungen. Sicher, die neuesten Modelle sind schneller, besser bei hohen ISOs usw., doch am Grundkonzept hat sich eigentlich nichts geändert. Es handelt sich um eine APS-Kamera mit fest eingebautem Objektiv (2.0/23, also ein 35mm Äquivalent) und dem Aussehen einer klassischen Messucher-Kamera. Ich muss ja zugeben, die X100 ist wunderschön! Da haben die Designer von Fuji alles richtig gemacht. Sie ist sehr gut verarbeitet, fühlt sich toll an und was dazu kommt ist, wie bei den X-Pro-Modellen, der optische Sucher oder besser der „Hybrid-Sucher“, denn man kann bei dieser Kamera zwischen einem optischen und einem elektronischen hin- und herschalten – eine fabelhafte Sache.
Heißt das nun, dass die X100 volle Punktzahl auf der Leica-Feeling-Scala? Nein. Denn auch wenn der Sucher wirklich begeistern kann, es ist doch kein echter Messucher. Daher gibt es einen kleinen Abzug.

Leica-Feeling-Faktor „Fuji X100“: 4/5

Was bleibt von den Kameras auf dem Bild, sind meine „Ms“: die M6, die M8 und die M(240). Vermitteln die denn nun das „Leica-Feeling“? Ja, und zwar jede einzelne davon, denn auf sie trifft genau das zu, was ich eingangs beschrieben habe. Jedesmal, wenn ich eine dieser Kameras in die Hand nehme, kommt augenblicklich dieses einzigartige Gefühl von Wertigkeit und der Vorahnung, dass ich mich als Fotograf auch etwas anstrengen muss, denn die Kamera nimmt mir nicht alles ab. Das gehört auch dazu.

Leica-Feeling-Faktor „Leica M6, M8, M“: 5/5

Und weiter? Was ist mit Olympus, Pansonic und Sony?
Nun, nach meinen Erfahrungen komme da Olympus und Panasonic noch am ehesten heran. Die PEN F würde wohl, ähnlich wie die Fuji X-E, 3/5 erreichen. Panosonic vermutlich folgt ganz knapp dahinter. Einen Boost können die µ4/3-Objektive von Leica geben. Damit bewegt es sich dann in Richtung 4/5.
Und Sony? Hmmm… So toll ich meine A7II auch finde, die Fotos sind umwerfend gut, was das Leica-Feeling angeht, erreicht sie nur eine 1/5. Sorry, Sony. Eure Kameras sind toll, doch sie sind durch und durch elektronische Geräte ohne „Seele“. Womöglich sind sie einfach zu gut. 😉

Vielleicht mögen Sie fragen, was mit der Epson R-D1 ist? Das ist ja auch eine echte digitale Messsucherkamera. Nun, ich kann mir vorstellen, dass sie sehr hoch auf der Scala anzusiedeln ist, doch bedauerlicherweise habe ich noch nie mit einer fotografieren können. Also, wenn Sie eine haben, dann schicken Sie sie mir doch einmal für drei Wochen zu. Ich würde sie liebend gerne ausprobieren und ich verschicke sie auch gut versichert wieder zurück. 🙂

P.S.: Gibt es auch bei DSLRs ein „Leica-Feeling“? Ich würde sagen, am ehesten bei Nikon, dicht gefolgt von Pentax und dann mit Abstand Canon. Eine EOS ist einfach zu modern.

 

 

Spaziergang

Erste Fotos aus der X100.

 

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Ich, aufgenommen von meiner Tochter, die richtig Talent für’s Fotografieren hat.

Letzten Sonntag war ich – da das Wetter ausnahmsweise mal gut war – in einer Korrekturpause mit meiner Tochter auf einem kleinen Fotospaziergang unterwegs. Ich wollte ohnehin die Fuji X100 mal ausführen (und den Film in der SprocketRocket voll kriegen, doch dazu später mal) und meine Tochter wollte gerne mal wieder mit ihrer Olympus fotografieren. Mutig wie sie ist, hat sie nur ihr Telezomm drangesteckt und sonst kein anderes Objektiv mitgenommen. Da ist sie nicht wie ihr Vater. Obwohl mich die Fuji ja auch geradezu dazu gezwungen hat, nur ein Objektiv dabei zu haben. 😉

 

 

Hier nun vier Fotos aus der X100 von diesem Tag, unterschiedlich bearbeitet (mal beschnitten zum Panorama und die Lichter herausgeholt, mal Vignette hinzugefügt, mal die Klarheit hochgezogen und mal in S/W konvertiert):

„Auflösung statt Tele“

… oder 51,2 Megapixel im digitalen Mittelformat.

Kürzlich hatte ich auf einem Treffen mit befreundeten Profi-, Semi-Profi- und Amateurfotografen die einmalige Gelegenheit, mit einigem High-End-Equipment zu fotografieren.

Zunächst aber trafen wir uns in kleiner Gruppe auf dem Feldberg (Taunus). Dort wurden ein paar „neue“ analoge Schätzchen herumgereicht:

Abends dann traf sich eine große Gruppe aus annähernd 20 Fotofans zum Schnacken, Essen und Fotozeugsbegrabbeln. Einer dieser „Foto-Kumpels“ hat beruflich Zugriff auf die stets neuesten Modelle. Diesmal hatte er eine Sony A9, eine Hasselblad X1D und eine Fujifilm GFX 50S mitsamt zahlreichen Top-Objektiven dabei.

Um alles wirklich auszuprobieren hätte man gut und gerne drei Treffen gebraucht, daher habe ich zunächst ein wenig „befingert“, ein bisschen herumgespielt und mich dann für zwei Schwerpunkte entschieden: den AF der Sony A9 spüren und mit der Mittelformat Fuji fotografieren. Mit der Hasselblad habe ich mich nur kurz beschäftigt.

 

Die X1D liegt gut in der Hand und ist für eine digitale Mittelformat-Kamera unglaublich kompakt. OK, manch einer sagt, es sei ja eigentlich gar kein „richtiges“ Mittelformat, da dies erst bei einer Größe von 6×4,5 cm beginne, doch der Sensor der Hasselblad ist mit 44×33 mm auf jeden Fall größer als das standard-liefernde „Kleinbild“ (36x24cm).
Die Bedienung der X1D ist … anders. Manchmal erinnert sie mich mehr an die Bedienung eines Smartphones, doch ich denke, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, geht alles zügig von der Hand. Das gilt allerdings nicht für die Kamera an sich. Stets scheint sie sich für das, was sie tut ein wenig Zeit zu lassen. Der AF ist „ok“ aber wahrlich nicht flott. Sicher, die Hasselblad wird vermutlich auch nicht für Sportfotografie eingesetzt, sondern eher da, wo überlegt fotografiert wird, dennoch – und gerade im Vergleich zu anderen modernen Kameras – fällt die leichte Behäbigkeit auf.

Als ganz das Gegenteil davon hat sich die brandneue Sony Alpha erwiesen.

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Selbst mit dem eigentlich nicht wirklich berauschend schnellen (aber umwerfend guten) Sony FE 1.4/85 GM „flutschte“ der AF nur so von Ziel zu Ziel, wohl gemerkt in einem Innenraum bei mäßigem Licht! Als ich aber dann da neue FE 4.5-5.6/100-400 GM an der A9 hatte, war ich wirklich „baff“. Der AF war mit dieser Kombi so schnell, dass man beinahe keine Verzögerung mehr bemerkt hatt. Es war als fotografiere man mit hyperfokaler Einstellung. Wow!

Die dritte richtig teure Kamera im Bunde war dann die Fujifilm GFX 50S und als (schon ein bisschen) Fuji-Fan habe ich mich entschieden, damit dann draußen ein wenig zu fotografieren.

Es standen zahlreichen Objektive für die Fuji zur Verfügung. Da ich das bestmögliche Schärfe-Ergebnis herausholen wollte, um zu sehen, was in dem Sensor steckt, habe ich mich für das Fujinon GF 4/120 Macro OIS WR entschieden, dass – laut Fuji – ja Sensoren bis zu 100 MPix bedienen soll.

Die Ergebnisse haben mich wahrhaft „umgehauen“. Hier entstand dann auch der Titel für diesen Artikel: „Auflösung statt Tele“. Die Bildqualität schlägt alles, was ich bisher gesehen habe – und ich habe mit eigenen Kameras wie der Nikon Df oder der Sony A7II sowie mit fremden Kameras wie einer Sony A7RII oder einer Leica SL fotografiert!

Kommen wir nun zu den Bildern…

Motiv 1: City

Dieses Bild…

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… ist ein Crop aus diesem Foto:

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OK, das lässt sich so mit mehreren Kameras machen.

Motiv 2: Taube

Dieses Bild…

fujidove

… ist ein Crop aus diesem Foto:

fujidovefull

So langsam sehen Sie, was ich meine. Nicht wahr?

Motiv 3: Mond

Dieses Bild…

fujimond

… ist ein Crop aus diesem Foto:

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Unglaublich, oder? Nochmals zur Klarstellung: die Fotos wurden mit einem 120mm-Objektiv aufgenommen, also mit einem Kleinbildäquivalent von ca. 90mm! Gewissermaßen ein kurzes Portraittele.

Motiv 4: Büros

Dieses Bild…

fujioffice

… stammt aus diesem Foto:

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So langsam scheint mir, ist man nirgendwo mehr sicher vor Fotografen. 😉

Motiv 5: Brunnen

Aus diesem Foto:

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… lässt sich diese „Nahaufnahme“ croppen:

fujimacro

Auch die Dynamik des Sensors ist mehr als beeindruckend.

Motiv 6: Stein

In diesem Foto scheint die linke obere Ecke völlig „ausgebrannt“:

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Nach ein paar Klicks, sind dort wieder Wolken zu sehen:

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Ich habe zwei weitere Fotos auf eine Dropbox hochgeladen und freigegeben.
> Hier < und > hier < können sie in voller Auflösung heruntergeladen werden.

Viel Spaß!

„Nu‘ isse wech…“

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Ja, ich habe es in der Tat getan. Ein Teil von mir weiß auch noch immer nicht warum. Ich habe meine Fuji X-T1 verkauft!

(An dieser Stelle bitte gedanklich das „Waaaas? Wieso das denn??“-Emoticon einfügen…)

Wer diesen Blog zum ersten Mal besucht, wird sich nun vermutlich ebenso wie ein treuer Leser die berechtigte Frage nach dem Grund stellen. Wiederholt habe ich die X-T1 als eine meiner „Kameras des Jahres“ bezeichnet und dennoch verkaufe ich sie?

Um ehrlich zu sein, hatte das zwei Gründe.

109aZum einen habe ich mir durch den Verkauf meinen lange geträumten Traum einer Leica D-Lux (109) erfüllen können, ohne meine angetraute, bessere Hälfte völlig in den Wahnsinn zu treiben.

Und zum anderen wurde mir immer klarer, dass ich die X-T1 – so toll ich die Kamera auch finde – kaum mehr benutzt habe.

Da stellt sich natürlich bei beiden Feststellungen die Frage nach dem „Warum“, sozusagen dem „Warum zweiter Ordnung“.

Die Leica D-Lux ist nicht die „bessere“ Kamera im Vergleich zur X-T1, ganz sicher nicht. Ich würde sogar sagen, dass rein objektiv, die Fuji in so ziemlich allen Belangen „besser“ ist. Die D-Lux ist aber nochmals kompakter und kann etwas, das die Fuji X-T1 nie so ganz erreicht hat: sie hat mich ins Herz getroffen.
Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass es bei mir mit Kameras ist wie mit Jeans: entweder man merkt sofort, dass sie passt, oder man wird nie ganz damit warm.
Das ist wohl der Grund, warum ich die X-T1 habe gehen und die D-Lux einziehen lassen.

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Eine letzte Aufnahme der X-T1.

Noch immer bin ich von der X-T1 begeistert. Was sie alles kann, was sie alles sehr gut kann, ist so ziemlich alles, das man als Fotograf braucht.

Der Sensor ist großartig, die Kamera liegt sehr gut in der Hand (vor allem mit dem Extra-Griff) und sie ist eine echte „Retro“-Kamera! Durch die Räder auf ihrer Schulter kann man mit ihr fotografieren und muss nur sehr selten ins Menü, um Einstellungen zu verändern.

Doch warum habe ich die Fuji X-T1 denn so selten benutzt? Die Antwort ist so lapidar wie logisch: eine Kamera ist immer nur so gut wie die Objektive, mit denen man sie nutzt.
Mein Fuji-System habe ich nie so richtig ausgebaut. Mein Nikon-Set ist über-komplett, für die Leica M8 habe ich alles, was ich brauche. Doch um mein Fuji-Set „rund“ zu machen, hätte ich mir das 1.4/16, das 1.4/23 und das 2.0/90 kaufen müssen. Das hätte mich dann so um die 3000€ zurückgesetzt – und das wollte ich einfach nicht. Wenn einem aber die richtigen Objektive „fehlen“, nutzt man eine Kamera einfach nicht. Eine sehr einfache Rechnung.
Wer nur das Fuji-System nutzt, geht eben diesen Weg und wird sicherlich sehr glücklich damit werden. Die Objektive sind mindestens so toll wie die Kameras. Wer aber, wie ich, außer mit Fuji noch mit Nikon und Leica M fotografiert (ohne Geld mit dem Hobby zu verdienen), für den werden die Fuji-Objektive einfach zu teuer.
Was mir von Fuji bleibt, ist eine Art „Kern“: meine X-E2, das 18-55 und das 1.4/35 – sowie zahlreiche Adapter für M- und F-Objektive. Das reicht für ein „Drittsystem“ völlig. Zumal ich mir vor kurzem auch eine Olympus PEN E-P3 angelacht habe und diese kleine Kamera mir – ein wenig überraschenderweise – einen Heidenspaß macht. (OMG, welch ein Luxus-Problem!)

So habe ich also die X-T1 heute in sehr gute Hände bei einer leckeren Tasse Kaffee persönlich übergeben. Die Stelle, die die Fuji inne hatte, nimmt nun die PEN ein und als „Ich-nehme-nur-eine-kleine-Kamera-mit“-Kamera spielt die Leica D-Lux (109) eine große Rolle in meinem „Fotohobby-Leben“.

Bevor mir aber jetzt noch die Anführungszeichen ausgehen, schließe ich mit diesen Bildern der Leica D-Lux und ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter den Artikel – nicht ohne eine kleine Träne in den Augenwinkeln. 😉

Photokina 2016 – ein ganz persönlicher Bericht

Tag 1

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Das obligatorische T-Shirt musste natürlich auch 2016 sein. 😉

Auf die Photokina 2016 habe ich mich schon seit zwei Jahren gefreut, genau ab dem Zeitpunkt als ich in 2014 mit meinem guten Freund Markus wieder aus Köln zurückgefahren bin, fest entschlossen, das nächste Mal zwei Tage zur Photokina zu gehen.
Während ich vor zwei Jahren einen Schwerpunkt auf die Kundenfreundlichkeit gesetzt habe und mein Blogartikel mehrheitlich aus Text bestand, gibt es diesmal mehr Bilder und eine sehr persönliche Sicht. Wir – Markus war auch dieses Jahr dabei (und musste mir oft als Model zur Verfügung stehen) – haben uns diesmal eher treiben lassen, da es gar nicht so viel gab, das wir „unbedingt sehen“ wollten.

 

I. Los geht’s
Halb 8 Uhr morgens, eine Zeit, die man ja wochentags gewohnt ist. Angenehm, wenn man im „Hellen“ losfahren kann.

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Kurz vor 10 waren wir dann vor Ort, punktgenau gelandet. Die Photokina erwartete uns.

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II. Wohin zuerst? Sony?

Wenn man wie wir die PK durch den Eingang Nord betritt, dann kommt man früh am Sony-Stand vorbei, der einen großen Teil der Halle 5 einnimmt. Natürlich sind wir zu Sony gegangen. Als Systemkamerafan und ehemaliger Sony-Nutzer (meine kleine „Hexe“ ist ja auch aus diesem Hause) muss man da ja einfach hin. Aber irgendwie gab es, gerade was die Spiegellosen angeht, nichts wirklich Neues. Die SLT-Bodies interessieren mich nun nicht gerade. Daher war es auch nicht überraschend, dass es insgesamt am Sony-Stand ziemlich ruhig war.

sony
Über diese RX10III unterhielten wir uns ein wenig und besprachen ihre Qualitäten als Reisekamera.

Schwach von Sony war – mal wieder – dass man keine eigenen Speicherkarten in die ausliegenden Kameras stecken konnte. Darüber hatte ich mich schon 2014 gewundert.

III. LensBaby
Ebenfalls in Halle 5 fanden wir, eher zufällig, LensBaby, deren Objektive ich schon irgendwie spannend finde, gerade weil sie so anders sind. Der Herr, der mit uns sprach, war extrem freundlich und gab uns alles, was wir sehen und begrabbeln wollten, er wollte uns sogar unbedingt Bilder, die mit den Objektiven gemacht wurden, auf einem Tablet zeigen. Hat er dann auch gemacht. Ich interessierte mich danach vor allem für das Velvet 1.6/56 und das Twist 60. Positiv überrascht war ich von der Verarbeitung des Velvet-Objektivs mit Nikon-Bajonett: satt liegt es in der Hand, der Blendenring rastet vertrauenserweckend ein und der Fokusring dreht sich samtig.

velvet

Der Effekt ist bei Offenblende schon extrem:

velvet1

Abgeblendet wird es scharf wie ein „normales“ Objektiv. Beeindruckend ist die Close-Up-Fähigkeit. Während man mit den meisten 50ern in etwa so nahe heran kommt:

velvet2

… schafft es das Velvet so nahe:

velvet3

Nein, das ist kein Crop!

Etwas verwirrt waren wir daher als wir das gleiche Objektiv für Fuji in der Hand hielten. Das wackelte etwas in sich. Das sollte nicht sein, auch nicht, wenn es schon vier Messetage durch zahllose Hände ging. Wenn es wirklich mal von einem Besucher angestoßen wurde, wäre es clever gewesen, es zu ersetzen. Nun denn…

Das Twist 60 spielt mit dem Hintergrund-Bokeh und liefert genau den Swirl, den viele suchen:  (EDIT: Siehe Anmerkung in den Kommentaren!)

twist

Ich jedenfalls finde es klasse, was die von LensBaby machen. Toll, dass es Firmen gibt, die mutig genug sind, Nischen zu besetzen.

IV. Tokina
Auch die Tokina-Objektive, die ich ja schon seit meinen EOS-Zeiten mag, fanden wir – zugegebenermaßen eher zufällig – in Halle 5. Ich frage mich oft, warum Tokina hier in Deutschland nicht weiter verbreitet ist. Die Objektive sind sehr gut und extrem robust verarbeitet. Am spannendsten fand ich das 2.8/16-28 für meine Nikon Df.

toki

Ganz schöner Klotz, das Teil. Aber wie gewohnt exzellent verarbeitet und – wie es scheint – auch was die Abbildungsleitung betrifft, ganz ausgezeichnet.
Fotos bei 16mm, bei 28mm und mit WW-Freistellung durch Offenblende und Nahaufnahme:

 

 

V. Fuji
Da beide, sowohl Markus als auch ich, auch Fuji-Fotografen sind (er nutzt außerdem Canon und ich Nikon und Leica), stand Fujifilm bei uns ganz weit oben auf der „To-do/to-go-to“-Liste. Dass ein ehemaliger Schüler von mir zudem bei Fuji arbeitet und er uns (nicht nur eine der Eintrittskarten sondern) im „VIP“-Bereich auch einen Kaffee spendierte, war ein sehr angenehmer Nebeneffekt. 😉

 

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Mathias, Markus, Carsten (v.l.)

Es freut einen Lehrer immer, wenn er sieht, dass ehemalige Schüler ihren Weg gehen und glücklich mit dem sind, das sie machen. Der riesige Stand von Fuji war also unser nächstes Ziel, unser erstes in Halle 4.

 

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Auch hier war viel weniger los als wir befürchtet hatten. Es hat wohl in Halle 5 doch nicht an Sony gelegen, sondern daran, dass ein sonniger Freitag der beste Tag für einen Photokina-Besuch zu sein scheint. 😉

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Wir kamen sofort an die Reihe. Ich zückte meine X-T1 und Markus seine X-T10 und dann ging es los. Mich interessierten vor allem das 1.4/16, das 1.2/56, das 2.8/50-140 und das 2.0/90. Das sind zwar auch keine neuen Linsen, aber diejenigen, die ich extrem spannend finde. Markus wollte gerne das 4/10-24 und das Pancake 2.8/27 ausprobieren. Er war sichtlich begeistert.

Fuji 1.4/16

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Ein Objektiv, das ganz weit oben auf meiner „Haben-wollen“-Liste steht.
Sehr scharf, tolle Leistung über das Bildfeld und vor allem „Weitwinkel-Freisteller“ an APS!

fuji16a

 

fuji16b
Zur X-T2 bin ich vor lauter Objektivgeteste und VIP-Kaffee gar nicht mehr gekommen. Peinlich!

 

Fuji 1.2/56 APD

 

Wow! Viel mehr als „Wow“ kann ich zu dem 56er einfach nicht schreiben. Das Teil ist schon bei Offenblende (siehe Fotos) spitzenklasse.

Fuji 2.8/50-140

 

Auch das Tele-Zoom ist ein durch und durch beeindruckendes Objektiv, für meinen Geschmack nur ein bisschen zu groß (wobei sich das im Vergleich mit den Vollformat 2.8/70-200 oder auch 4/70-200, mit denen es in Konkurrenz tritt schon wieder relativiert).

Fuji 2.0/90

Denn „Vogel abgeschossen“ hat bei Fuji für mich aber das 90er. Obwohl es ja kein neues Objektiv ist, so hatte ich bisher keine richtige Gelegenheit, damit zu fotografieren. Das habe ich auf der Photokina nachgeholt. Scharf da, wo es scharf sein muss und unglaublich cremig im „out-of-Focus“-Bereich.

fuji90a

Ich war gemein und habe es bei Offenblende gegen fieses Licht gerichtet, eine Situation, in der eigentlich jedes Objektiv versagen muss:

fuji90b

Aber selbst da hat es tapfer gekämpft.

Da stand fest, das 90er ist es, mit dem ich das nächste Fotomodel von Fuji ein wenig fotografieren wollte:

 

Absolut umwerfend …. ähm … das Objektiv. 😉

Ich war übrigens nicht der einzige, der diese Chance genutzt hat:

 

Zu gerne hätte ich die neue digitale Mittelformatkamera von Fuji, der GFX 50S, mal ausprobiert, doch dafür waren wir dann nicht „VIP“ genug. 😉
Na ja, zumindets ein paar Fotos habe ich davon:

 

Natürlich waren wir auch im Instax-Bereich und haben unser schon traditionelles Photokina Sofortbild machen lassen:

instaxgr

Also die Lichtsetzung hatten die fotografierenden Hostessen da ja mal so richtig drauf. *not

Mittagspause
Das ist auf der Photokina immer ein besonderes Abenteuer. Man muss sich darauf einstellen, entweder sehr lange anstehen oder hohe Preise bezahlen zu müssen. Wir entschieden uns gegen das Anstehen. 😉

mittag

Für dieses Mittagessen haben €20,- (Selbstbedienung!) nicht ausgereicht.

VI. Sigma
Sigma war auch in Halle 4. Von den letzten Photokina-Besuchen wusste ich, dass man bei Sigma alles mögliche an Objektiven ausprobieren darf. Dies und die Tatsache, dass auch Sigma eine unserer Eintrittskarten sponsorte, war Grund genug als nächstest dorthin zu gehen.

sigma

Ganz ehrlich, ich hätte Stunden dort verbringen können. Die Sigma-Leute waren supernett und man könnte alleine einen Messetag damit verbringen, alle Sigma-Objektive auszuprobieren. Doch ich habe mir nur vier Modelle geben lassen, die ich sehr spannend fand:

Sigma 1.4/20 Art

Ein derart lichtstarkes Superweitwinkel ist überaus selten, umso beeindruckter war ich von dessen Leistung.

sigma1420a

Offenblende! Das kann sich mehr als sehen lassen!

Dann bat ich Markus, mich einmal an die Seite versetzt zu portraitieren; etwas, das man mit einem 20mm wirklich nicht machen sollte:

sigma1420
Boah! Übles Licht dort am Stand. 😉

Klar, der Bildwinkel veerzerrt mein Gesicht schon ziemlich, aber die Freistellungsmöglichkeit (bei einem 20er!!) wird deutlich.

 

Sigma 2.0/24-35 Art

Ein recht großes und schweres Objektiv, das aber drei Objektive ersetzen kann: 24, 28 und 35, bei durchgängiger Lichtstärke von f/2.0. Die Abbildungsleistung ist abermals sehr gut…

sigma2435… allerdings muss ich zugeben, dass mir die Brennweitenspanne doch etwas zu knapp ist. „Mein“ Objektiv wäre das also nicht.

Sigma EX 2.8/180

Auch dieses Objektiv, das schon etwas länger auf dem Markt ist, interessierte mich. Als eines der EX-Reihe ist es sehr gut verarbeitet und die Bilder machten mir deutlich, warum ich es ausprobieren wollte:

 

Diese Fotos sind alle bei Blende f/3.0 aufgenommen worden. Das 180er ist definitiv eines der schärfsten Objektive, die ich je an einer Kamera hatte.
Folgendes Bild ist ein 100% Crop (Nikon Df) aus dem letzten Foto:

sigma180dc

Sigma 1.8/50-100 Art

So interessant ich dieses außergewöhnliche Zoom-Objektiv auch finde, eigentlich wollte ich es gar nicht ausprobieren, weil es ja schließlich ein APS-Objektiv ist. Der Sigma-Mitarbeiter sagte aber, ich solle es ruhig einmal an die Df stecken. Zu recht!

sigma50100

sigma50100a

Beides bei 100mm, beides bei Offenblende!!
Aus dem Foto von Markus ein 100% Crop:

sigma50100ac

VII. Nikon
Nikon hat ja so einiges zu bieten, doch für mich wirklich spannend war vor allem das neue Nikkor 1.4/105. Für mich als Portraitfan ein Traumobjektiv, das aber weit außerhalb meines persönlichen Budgets liegt.

 

Umso erfreuter war ich, als mir ein Mitarbeiter von Nikon bereitwillig dieses 105er in die Hand drückte. Groß und schwer ist es, aber das ist nunmal auch nicht anders zu erwarten von einem 105mm Tele mit Lichtstärke f/1.4 für „Vollformat“.

In Ermangelung von Models am Nikon-Stand mussten andere Besucher herhalten, um das 105er testen zu können.

 

Das Tele fokussiert schnell, leise und extrem genau. Aus diesem Bild, das auch das Freistellungspotential sehr schön zeigt, die beiden Männer stehen unmittelbar hinter- fast nebeneinander…

105g

… ist dies ein 100% Ausschnitt an der Df:

105h

Ungeschärft bei Offenblende! Nikon, das ist beeindruckend!

 

VIII. Canon
Dann gingen wir weiter zum anderen klassischen, großen Kamerahersteller:

canon1

Einen überaus großer Bereich des Standen bildete eine begehbare Multimedia-Installation…

canon2

… die aber ebenso unmotiviert und irgendwie uninspiriert wirkte wie die Objektiv-Vitrinen:

canon3

Ein Funke wollte nicht überspringen.
Schließlich, nach etwas Suchen (!) fanden wir die Präsentation der neuen M5. Ist das nun endlich DIE spiegellose Systemkamera von Canon?

canon4

Schlecht sieht sie ja nicht aus. Man müsste also mal sehen, was sie so kann.
Nun ja, zum einen war der Speicherkartenschacht zugeklebt – ähnlich dämlich wie bei Sony – und zum anderen hatte ich sofort keine Lust mehr, als der Autofokus ähnlich müde und lahm von Statten ging, wie ich das von den bisherigen „EVILs“ von Canon kannte. Bisweilen konnte der AF überhaupt nicht scharf stellen!

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Auch Markus schaute mich ganz groß und entsetzt an, als er versuchte, mit der M5 per AF zu fokussieren. Dass sich das 18-150 ziemlich nach Plastik anfühlt, half da natürlich auch nicht und so verließen wir den Stand mit einem enttäuschten „not impressed“ auf den Lippen.

Andrang gab es übrigens am Stand, wo die EOS 5D MK VI vorgestellt wurde. Aber darauf hatte ich dann keine Lust mehr.
IX. Zeiss
Völlig anders war das am Stand von Zeiss. Nicht nur, dass die Herren vom Zeiss Team jederzeit den Eindruck machten, interessierten Besuchern alle möglichen Objektive zum Ausprobieren zu geben, nein auch die Objektive, die ich schließlich probierte, haben mich schwer beeindruckt.

zeiss

Ich kenn ja nun schon viele Objektiv von Zeiss, daher fokussierte (pun intended) ich mich auf diejenigen, mit denen ich bisher noch nicht fotografiert habe. Den Anfang machte das Sonnar T* 2.0/85 ZM, dass ich per Novoflex-Adapter an meine Fuji klickte:

 

zeiss85
Das Bild zeigt zwar Markus X-T10, doch es sieht an der X-T1 nicht anders aus.

Dieses Objektiv ist der Wahnsinn! Wenn ich nicht schon ein Leica Summicron-M 2.0/90 hätte, wäre es ganz weit oben auf meine Wunschliste. Es lässt sich so geschmeidig bedienen, wie man das von Zeiss nicht anders gewöhnt ist und die Abbildungsleistung? Nun, sehen Sie selbst:

 

 

Alles bei Messelicht, alles aus der Hand und alles bei Offenblende! Wow, Zeiss! Das ging ja gut los.

Als nächstes wollte ich mal sehen, wie sich das Touit 2.8/12 so an der Fuji schlägt.

zeiss12a

Auch hier gab es keinen Grund zur Beanstandung: so gut wie verzeichnungsfrei und scharf zudem.

 

Dann ging es weiter mit zwei herausstechenden Portraitbrennweiten für das Nikon-System: dem Zeiss Milvus 1.4/85

 

… und dem Otus 1.4/85, das ja eigentlich ein „Apo-Planar“ ist:

otus85

Ungewöhnlich ist, dass das Otus größer, das Milvus aber schwerer ist. Beides sind „Planar“-Designs, beides mit 11 Linsen in 9 Gruppen und beide produzieren umwerfend schöne Ergebnisse.

Milvus:

 

Otus:

otus

Für welches dieser Portrait-Objektive man sich als Zeiss-Fan nun entscheidet, ich denke, das ist eine ganz persönliche Sache und man wird sicher nichts falsch machen. Für mich gilt, dass ich die Bilder des Otus noch ein klitzekleines bisschen ansprechender finde, mir das Milvus aber besser in der Hand liegt. Hier hat sich jemand man Gedanken dazu gemacht.

Zeiss war auf jeden Fall ein weiteres Highlight der Messe!

zeissfun

X. Panasonic, Olympus und alles µ4/3
Ganz ehrlich? Ich habe mich kaum darum gekümmert. Das war eine auch für mich interessante Erkenntnis. Irgendwie hat man im Laufe der Zeit „seine“ Nische gefunden und wird davon regelrecht magnetisch angezogen. Auch wenn ich einige der Systemkameras von Panasonic und Olympus sehr gut finde, so richtig spannend Neues gab es für mich nicht. Ich finde, was gezeigt wurde sind Reinkarnationen von altbekanntem in verbesserter Form. Klar, ein 1.2/25 von Olympus ist schon interessant und es wäre sicherlich schön gewesen, damit mal ein paar Fotos zu machen, doch auch wenn man zwei Tage auf der Photokina ist, muss man sich Schwerpunkte setzen.

 


Bitte nicht falsch verstehen, das sind ganz ausgezeichnete Kameras! Sie haben sich mir nur nicht aufgedrängt. Eingefleischte Fans sehen das sicher ganz anders und für sie gab es an den Ständen von Panasonic und Olympus viele wunderbare Dinge zu sehen.

XI. Der Abend „danach“
Da wir ja zwei Tage in Köln waren, hatten wir also einen Abend, den wir irgendwie „verbringen“ mussten – und ganz ehrlich, diese Stunden waren genauso schön, wie die zuvor auf der Messe. Nach einer Erholungsphase in den Claudius Thermen, gingen wir in die Altstadt in eine urgemütliche Kneipe, bestellten ein „Kränzchen“ und unterhielten uns und lachten viel bei Musik von Tünnes und Schäl, bevor wir an für den nächsten Tag bereits geparkten Oldtimern einer Autoausstellung vorbei zu unserem „Camping Ground“ direkt am Rhein zurück liefen.

 

 

Tag 2

XII. Aufwachen am Rhein
Da wir in Markus VW Bus übernachteten – ich wollte uns schon ein Schild „Photokina Hippies“ an den Bus kleben – wachten wir früh morgens direkt am Rhein auf. Das hatte was:

morgens

Nach einem („ganz OK“) Frühstück in einer Deutzer Bäckerei, ging es dann zurück zur Kölnmesse. So ein bisschen hatte ich schon einen „Schädel“, aber das lag sicher nicht am Kölsch, sondern daran, dass wir nicht allzu viel Schlaf bekommen haben. 😉

XIII. Leica
Unser erster Weg am zweiten Tag führte uns zum Leica-Stand. Dort wollte ich in erster Linie einmal sehen, ob ich ein paar Bekannte traf. Kaum angekommen sah ich Peter Karbe, Chef-Objektivdesigner bei Leica hinter dem Tresen stehen. Wir kennen uns über Leica Historica und so war sofort ein nettes Gerspräch im Gange. Als ich dann auch noch einen weiteren Bekannten, Stefan Thonesen, dort mit Kunden sprechen sah, wusste ich, dass das ein sehr netter Besuch bei Leica werden würde.

Zunächst konnte ich einmal die neue Sofortbild-Kamera von Leica ausprobieren.

leicainstaxDamit hat Leica alles überrascht. Es ist eine Kooperation mit Fuji (die Erfahreneren unter Ihnen werden sich erinner, sowas gab es schon einmal), daher wird auch auf Instax Mini Film fotografiert.
Toll war, das ich meinen Freund Dirk, ebenfalls Mitglied bei Leica Historica, am Leica-Stand traf (wo auch sonst 😉 ). Da wurde natürlich die Leica Sofort für ein „Selfie“ genutzt:

instaxleica

Leica und Sofortbild? Ganz klar eine Spaßkamera, die vielleicht ein kleines neues Segment erschließt und weiteren Menschen den Zugang zur Marke ermöglicht. Wird man sehen.

Markus war vor allem von der SL und dessen Sucher angetan:

 

Ich hatte durch Stefan die Gelegenheit das neue Summilux 1.4/50 für die SL auszuprobieren. Dummerweise habe ich vergessen, eine eigene Speicherkarte in die SL einzulegen. Was für ein Messe-Anfängerfehler!

Beim Summilux-M 1.4/24, das ich sehr gerne ausprobieren wollte und dafür von Stefan eine Leica M geliehen bekam, ist mir das zum Glück nicht passiert.

leica1424

Und das ganz Besondere war, nicht nur mit diesem Traum-Objektiv zu fotografieren, sondern auch noch dessen Konstrukteur, Peter Karbe, direkt gegenüber stehen zu haben!

Dirk (und sein Schwager) mussten diesmal als Models herhalten:

leica1424b

leica1424c

Was für ein Objektiv! Was für eine Signatur! Umwerfend gut.

XIV. Hasselblad
Danach ging ich zu Hasselblad. Deren neue spiegellose Mittelfomat-Systemkamera wollte ich doch mal befingern.

hassi1

Meine Eindrücke?

Sehr gut verarbeitet, AF noch etwas träge und hier und da ungenau (ich habe mit dem 90er fotografiert), überaus einfache und leicht zugängliche Bedienung. Die Kamera liegt ausgezeichnet in der Hand.

hassi2

Leider hat es Hasselblad nicht erlaubt, eigene Speicherkarten zu verwenden. Sie haben es damit begründet, dass die Lichtsituation am Stand nicht geeignet ist, um aussagekräftige Fotos zu machen. Zunächst dachte ich „Genauso wie Sony“, dann aber wiesen der Mitarbeiter darauf hin, dass ich nebenan im Hasselblad-Studio eine 15-minütige Session buchen könnte, in der ich die Kamera im Detail ausprobieren und auch auf einer eigenen Karte fotografieren könnte. Das fand ich klasse. Ich habe aber davon keinen Gebrauch gemacht, denn wir wollten ja noch mehr sehen.

XV. Laowa 
Per Zufall entdeckte ich am Stand von Foto Brenner ein paar Objektiv einer mir bisher völlig unbekannten Marke: Laowa. Der Herr von Brenner erklärte uns, dass sie Importeur für diese Objektive seien und dass Laowa einen eigenen Stand hätten, wo man die Objektive auch ausprobieren könne. Dort mussten wir also hin. 🙂

 


Vor allem wollte ich das Laowa 2.0/105 mit „Smooth Trans Focus“ ausprobieren. Ich dachte das sei ein System ähnlich dem in den klassischen Minolta STF Objektiven.

laowa105a

Das Objektiv ist überraschend gut gebaut und fühlt sich sehr wertig an. Es ist außerdem äußerst scharf.

laowa105d

Man sollte es aber als ein „normales“ (wenn auch durchaus lichtstarkes) 2.0/105 kaufen, denn dieser „Smooth Trans Focus“sagt nichts anderes aus, als dass man nachdem man die Blende am Einrastring eingestellt hat, mit einem anderen Ring fein nachregeln kann. Dieser „Smooth Trans Focus“ umgeht sozusagen die Einrastblende – nicht mehr und nicht weniger. OK, wer’s braucht. (EDIT: Siehe Anmerkung in den Kommentaren!)

Allerdings machte das Objektiv an sich einen sehr guten Eindruck. Das würde ich gerne mal intensiver ausprobieren können, ebenso wie ein paar andere von dieser Firma!

Intermezzo: Besuch bei Compagnon
Ich hatte meinem guten Freund Jörg (Taschenfreak.de), der leider nicht zur Photokina fahren konnte, versprochen, einem der beiden Köpfe hinter den fantastischen Compagnon-Taschen ganz liebe Grüße auszurichten. Das habe ich natürlich gerne getan:

compagnon

Und ich war völlig geplättet, wie supernett, wie offen und wie „echt“ Valentin ist. Ein kurzes (viel zu kurzes) aber echt tolles Erlebnis!

Intermezzo II: Kaffee mit Felix
Wenn auch nur sehr kurz auf einen schnellen Kaffee konnte ich mich mit einem lieben Freund treffen, mit dem ich noch zusammen an der Uni gearbeitet habe. Bleib tapfer, Felix, wir sehen uns in Marburg!

XVI. Impossible
Selbstverständlich gingen wir auch zu Impossible. Ich wollte mich mal bedanken dafür, dass sie Polaroid-Kameras auch heute noch nutzbar machen.

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Dann interessierte uns doch die neue Kamera, die auf der Ahnentafel unten rechts zu sehen ist und in der Tradition der Polaroids steht.

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Das scheint ein cleveres kleines Teil zu sein. So kann man es z.B. per Handy via Bluetooth steuern und manuell die Einstellungen ändern:

imp3

Das war schon cool, irgendwie. Auch, dass da eine kleine blaue LED angeht, wenn Bluetooth aktiviert ist – das hat was!

XVII. Lomography
Den Abschluss bildete Lomography. War doch klar, dass ich dort auch hin musste. 😉

lomo1

Die Tatsache, dass da ganz schön was los war zeigt, dass viele die Lomography wohl sehr sympathisch finden.
Nicht nur Analoges war zu sehen…

lomo2

…selbstverständlich waren auch all die Objektive dort, die Lomo in den letzten Jahren so auf den Markt gebracht hat:

lomo3

Ansehnlich präsentiert konnte man Objektive mit Leica-M-Bajonett und die SLR-Reihe ausprobieren.
Sowohl das 85er Petzval…

lomo85a

… als auch das 58er Petzval:

lomo58a

Auch das neue Achromat war da:

lomoachro

Ich mag sowas ja. Leider war die Situation dort denkbar ungeeignet, die Charaktereigenschaften dieser Linsen herauszuarbeiten. Ein klein wenig kommen sie vielleicht ja doch durch:

 

Witzig fand ich den Typen (Besucher), der verzweifelt versucht hat, M-Objektive an sein Nikon zu stecken. 😉

Schade. Mit diesen Objektiven hätte ich echt gerne mehr fotografiert.

Gadgets

Die Jungs von Pictar stellten ein „DSLR Your iPhone“ vor. Ein kleines Device, in das man sein iPhone steckt und dieses dann ähnlich einer „echten“ Kamera bedienen kann.

 

Sehr nette Idee aber leider zum einen noch völlig unausgereift und zum anderen von der Haptik her schlimm. Es fühlte sich an wie Plastikspielzeug.

Die vielen kleinen fernöstlichen Stände sind immer äußerst spannend. Stellvertretend sei hier eine kleine Firma erwähnt, die extrem leichte und superkompakte analoge Mittelformat-Kameras herstellen:

mflight

Na wenn DAS keine Nische ist, dann weiß ich nicht, was eine sein soll.

Drohnen gab es ohne Ende!

drohneDoch obwohl ich das schon ziemlich interessant finde, kümmerte ich mich nicht darum. Das wäre dann echt zu viel geworden. Dafür hätte man einen eigenen Tag gebraucht.

Fazit?

Man findet irgendwann seine Nische. Markus und ich haben ganz deutlich bemerkt, dass wir uns klar in bestimmte Richtungen bewegt haben. Pentax zum Beispiel haben wir uns überhaupt nicht angeschaut, obwohl ich die Marke schon immer sympathisch fand. Jeder wird da andere Nischen begehen. Die Photokina hat definitiv für jeden was.

Auch zwei Tage reichen nicht. Wir konnten zwar viel relaxter durch die Hallen laufen als letztes Jahr, doch wer wirklich so ziemlich alles sehen will, der muss echt die ganze Woche dort sein – und dann noch hoffen, dass er am dritten Tag überhaupt noch aufnahmefähig ist.

Freitags ist der beste Tag. Am Freitag waren wir überrascht, wie wenig los war. Am Samstag waren wir erschrocken, wie voll es war. Klar haben wir beides erwartet, aber es dann live zu erleben, ist doch wieder etwas anderes.

Ohne Freunde wäre es bei weitem nicht so schön. Der soziale Aspekt hat für mich eine ganz große Bedeutung.

Das Außergewöhnliche ist mir besonders wichtig. Mainstream ist in meinen Augen inzwischen eher langweilig. Es muss nicht besonders wertvoll oder teuer sein, die außergewöhnliche Idee ist es, die es macht.

Für mich war es ein fantastisches Wochenende mit einem sehr guten Freund, einigen Menschen, die mir sehr wichtig sind und vielen, vielen spannenden Eindrücken, von denen ich noch eine ganz Weile zehren werde…

Es grüßen Carsten und die Avengers 😉

avengers

P.S.: Vielen Dank an Sigma, Fuji und Meyer-Optik für die Eintrittskarten und besonders an Fuji (Mathias!) für die Freebies.

Ein Wochenende, das in Erinnerung bleiben wird…

Das Wochenende, das gerade noch nicht zu Ende ist, wird sicher auch nicht schnell in Vergessenheit geraten, vor allem, weil es höchst arbeitsintensiv war.

Doch ich schreibe hier vom ersten September-Wochenende, an dem ich mich mit ein paar ebenso fotoverrückten Freunden zu einem „Leica Meet&Greet“ in Trier getroffen habe. (Marco Spalluto hat >>hier<< darüber gebloggt.)

trier2016_cschouler_m6-44

In erster Linie wurde dort mit Leica-Kameras fotografiert, weil dies der gemeinsame Nenner in unserer Gruppe war. Doch auch als Leica-Fans sind wir keineswegs dogmatisch und erfreuen uns an zahlreichen unterschiedlichen Kameras und Systemen. Von der Fisheye-Lomo über eine Schraub-Leica, viele „M-Leicas“, eine Sony A7, eine „alte“ Leica SL, eine „neue“ SL, bis hin zu zwei Mittelformatkameras war fast alles angetreten, was Fotofreunden das Herz höher schlagen lässt. Für den Samstag war vorgegeben, mit einer analogen Leica zu fotografieren, der Rest war „frei“.

Als eigenes Equipment hatte ich dabei:

  • Leica M6
  • Leica M8
  • Fujji GW690
  • Fuji X-E2
  • Sony HX20V
  • Lomo Fisheye

sowie einige Objektive mit Leica-M-Bajonett:

  • Voigtländer Heliar 4.5/15
  • Leica Elmarit-M 2.8/21
  • Voigtländer Ultron 2.0/28
  • Leica Summicron-M 2.0/50
  • Voigtländer Heliar 2.5/75
  • Leica Summicron-M 2.0/90

Das klingt nach sehr viel, es trägt aber viel weniger auf, als man vermuten möchte.

Die kleine Sony HX20V und die Lomo hatte ich in der Westen- bzw. Hosentasche, die Mittelformat-Fuji war nur ab und an dabei und der Rest passte alles in meine wunderbare Billingham, ohne zu schwer zu werden. 🙂

Nun aber genug zum Equipment, denn obwohl es sich um ein Foto-Treffen handelte, ist es eigentlich immer wichtiger, die Foto-Freunde wiederzusehen, die man zum Teil seit ein, zwei Jahren nicht getroffen hat. So kam auch Anfang September ein illustrer und überaus sympathischer „Haufen“ zusammen. Aus Schweden, England, Belgien, der Schweiz und aus allerlei Ecken Deutschlands reisten die Teilnehmer an und so entwickelte sich das polyglotte Treffen zu einem zweisprachigen: Englisch wurde in diese und Deutsch in die andere Richtung gesprochen, hier und mischte sich etwas Französich darunter.

Trier bietet eine Menge für Fotografen und da an diesem Wochenende zudem noch sowohl eine Open-Air-Modenschau als auch ein Straßenfest im multikulturellen Karl-Marx-Viertel anstand, gab es mehr als genug Motive.

Als Filme wählte ich für meine M6 drei unterschiedliche. Tagsüber – es war intensiver Sonnenschein gemeldet – bekam die Leica einen Lomography EarlGrey 100 Schwarz-Weiß-Film sowie – etwas experimenteller – einen seit 15 Jahren abgelaufenen Velvia-50-Diafilm gefüttert, für den frühen Abend dann einen AGFA Vista 200, da ich damit nur ein bisschen ausprobieren wollte. Solch ein Vista war auch in der Lomo Fisheye, denn ein ISO200-Film ist für einen derart sonnigen Tag genau richtig für die kleine Blende.
In der Fuji 690 steckte ein 220er Ilford FP4+ Mittelformatfilm, der mir im Format 6×9 16 Aufnahmen ermöglichte.

Der EarlGrey hat sich als ausgezeichneter SW-Film erwiesen, der mir sehr gut gefällt und sich hervorragend mit dem HC-110 Entwickler vertragen hat:

 

Der Ilford FP4+ hat mich, obwohl auch er eigentlich schon überlagert war, ebenfalls nicht im Stich gelassen. Ihn habe ich in Rodinal entwickelt. Der FP4+ ist einfach ein echter Allrounder, wenn man mit ISO125 auskommt. (Gescannt habe ich die 6×9-Negative übrigens mit meinem Epson 3200 Photo betrieben unter Ubuntu Linux, denn dafür gibt es noch Treiber für den Scanner!):

Der AGFA Vista ist zwar kein besonderer, aber ein zuverlässiger Film, der gerade für eine Lomo aufgrund seiner Gutmütigkeit ausgezeichnet geeignet ist. In der M6 liefert er Ergebnisse, die den klassischen Filmlook wunderbar darstellen:

 

Richtig spannend wurde es aber mit dem im Jahr 2001 (!) abgelaufenen Velvia. Dass ein Dia-Film dann keine richtigen Farben mehr liefert, war mir klar. Die Feinheit dieses ISO-50-Films wollte ich aber nutzen, indem ich die Fotos nach dem Scannen in Schwarz-Weiß konvertiere.
Wie erwartet kamen die Dias mit einer enormen Farbverfälschung aber mit allen feinsten Details zurück, denn die (leicht angepasste) Belichtung in der M6 hat gestimmt.

Ein Dia dieser Rolle sieht eigentlich so aus:

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Als Dia völlig unbrauchbar!

Photoshop macht per automatischer Korrektur dies:

diatrfk

Only slightly better“ würd man wohl sagen. Aber dann kommt Silver Efex und macht mit einem Klick solch ein S/W-Foto daraus:

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Und DAS kann sich doch sehen lassen.

Nach Entwicklung in Lightroom und ein wenig manueller Nachbearbeit war ich von den Velvia-S/W-Ergebnissen wirklich begeistert:

Wenn ich sehr „saubere“, „feine“ S/W-Fotos haben will, dann nutze ich meine alten Velvias und konvertiere im PC. 😉

Ach ja, digital habe ich natürlich auch ein wenig fotografiert, in erster Linie mit der Fuji X-E2 und adaptierten Leica-Objektiven, die m.E. hervorragend miteinander harmonieren:

Ich kann mich zusammenfassend mich nur wiederholen, dass das Wochenende in Trier mit den netten Menschen, die ich dort treffen durfte, enorm viel Spaß gemacht hat. Sowas lädt die eigenen Akkus wieder auf. In der Tat ein Wochenende, das in Erinnerung bleiben wird!

Lieben Dank an die Organisatoren John Görtgen und David de Ruyver. Habt ihr klasse gemacht!

 

„Sieht“ man Mittelformat?

Die Fuji GW690, eine 6×9 Messsucherkamera, habe ich seit etwas über einem Jahr. Man fotografiert ja nicht so oft mit einer Messsucherkamera, die so große Negative zaubert. Wenn man es tut, dann fragt man sich aber stets, warum denn eigentlich nicht?

690_w1

Die Ergebnisse aus Bad Homburg, ich berichtete, hatten mich schon begeistert:

Gestern habe ich den 220er Ilford FP4+ entwickelt (klassisch in Rodinal 1:50), der in der Kamera war, als ich sie mit in Trier hatte.

Erneut vermitteln mir die Fotos das „gewisse Etwas“. Man kennt die Diskussion, dass man es Mittelformatfotos eben ansehe, dass es Mittelformatfotos sind. Zum einen spielt da die – nachweisbar geringere – Schärfentiefe bei gleicher Blendenöffnung eine Rolle, welche in Kombination (auch und vor allem) mit einem Weitwinkel Bildeindrücke liefert, die nur schwierig mit einer Kleinbildkamera (oder gar einem kompakteren Format) erreichbar sind. Doch mein Nikkor 1.4/35 an meiner Df bietet im Grunde vergleichbare Parameter.
Oft redet man auch dem Film an sich in diesem großem Format besondere Eigenschaften an. Das gleitet aber hin und wieder ins Esoterische ab. 😉

Und dennoch, auch ich meine zu erkennen, das Mittelformat-Fotografie einen besonderen Reiz hat und Bilder produziert, die eben wie „Mittelformat“ aussehen. Es kommt allerdings auf die Situation und die Aufnahmeeinstellungen an.
Lassen Sie uns einmal vier Bilder aus Trier anschauen, die ich mit der Fuji GW690 gemacht und mit einem Epson 3200 Photo eingescannt habe. Die Fotos sind unbearbeitet (die Helligkeitsverteilung und der Kontrast müssten angepasst werden), lediglich in der Größe angepasst.

Beispiel 1:

trier_fuji690_fp4_cschouler_01

Dieses Foto hätte man auch mit einer ordentlichen Kleinbildkamera machen können. Es zeigt einen leicht weitweinkligen Bildwinkel und ist durch die Abblendung und die hyperfokale Fokussierung bis in die Tiefe scharf.

Beispiel 2:

trier_fuji690_fp4_cschouler_03

Auch dieses Foto wäre mit einer guten Kleinbildausrüstung leicht möglich gewesen. Der zweifelsohne sichtbare 3D-Effekt lässt sich auch mit Kleinbildobjektiven erzielen, die einen entsprechenden Mikrokontrast liefern.

Beispiel 3:

trier_fuji690_fp4_cschouler_02

Bei diesem Foto hingegen kommt meiner Ansicht nach schon durch, was so besonders in der Mittelformatfotografie ist: der weiche Schärfeverlauf bei dennoch sichtbarer Trennung. Die kleine Bischofs-Statue vorne ist scharf, der Herr am rechten Bildrand „fast“ scharf, auf jeden Fall schärfer abgebildet als die Personen etwas „dahinter“ und die Portra Nigra ist unscharf, ohne jedoch in einer Freistellung völlig zu verschwinden.
Die Möglichkeit mit Unschärfe über einen tiefen Bereich zu spielen, freizustellen und doch den Hintergrund erkennbar zu lassen, das ist für mich typisch für das Mittelformat.
Sicher, wer es geschickt anstellt, kann das auch mit Kleinbild erreichen. Ich habe nur den Eindruck, dass es auf einem 6×9-Negativ leichter möglich ist.

Beispiel 4:

trier_fuji690_fp4_cschouler_06

Auch hier ist – in meinen Augen – ein Mittelformat-Effekt sichtbar. Scharf abgebildet ist – ganz bewusst – nur die Pfütze vorne – erkennbar an der Struktur des Bodens. Die Personen wirken beinahe noch scharf, sind es aber nicht. Rechts ist an den Türen des „Straßen-Zuges“ der in die Tiefe des Bildes abnehmende Schärfeverlauf sichtbar, und im Hintergrund ist die Portra Nigra erneut unscharf aber wiedererkennbar. Bei der Komposition des Fotos war es mir wichtig, die Portra Nigra in der Reflektion auf dem Boden erscheinen zu lassen (was, da nur wenig Wasser ungleichmäßig verteilt war, nicht komplett möglich war).

Ineteressant ist auch, dass – je größer man einen Print dieser Fotos betrachtet, umso deutlicher dieser Effekt wird. Das ausgezeichnete Fujinon 3.5/90 der Fuji GW690 unterstützt dies durch die „Roundness“ der Abbildung, dem ausgeprägten 3D-Rendering und dem hohen Mikrokontrast maßgeblich. Unter Umständen spielt auch die im Vergleich zum digitalen Sensor etwas andere Darstellung eines S/W-Films eine Rolle, aber das ist schwer greifbar.

Ich denke auf jeden Fall wirklich, dass eine Kombination aus großen Aufnahmeformat und leistungsfähigem Objektiv Aufnahmen ermöglicht, die sonst nur sehr schwierig zu erreichen sind.