Licht ist nicht gleich Licht

Wir als Menschen sehen Licht innerhalb eines gewissen Spektrums. Einige Tiere sehen anders, sie können zum Beispiel UV-Licht wahrnehmen. Kameras können das auch, diese Lichtbereiche werden aber i.d.R. herausgefiltert, weil ein Foto ja so aussehen soll, wie wir die Realität auch sehen.

Ein paar Beispiele…

So sieht der Blick in die Landschaft für uns Menschen aus:

light-1

Grün ist grün, Blau ist blau usw,

Wenn man nun durch einen IR-Filter das gesamte sichtbare Licht herausfiltert und der Kamerasensor nur noch Infrarot-Strahlung aufzeichnet, dann sieht das so aus:

IR_bw-2

Blattgrün wird hell, beinahe weiß, da es IR-Strahlung stark reflektiert – vor allem bei Sonnenschein, der Himmel (sichtbar in der Ecke oben rechts) wird hingegen sehr dunkel – ganz typisch für IR-Fotografie. (Weiter unten wird das nochmal deutlicher.)

Was aber, wenn man Sperrfilter weglässt und nicht nur das sichtbare Spektrum, sondern zusätzlich Infrarot UND Ultraviolet aufzeichnet? Dann sieht es so aus:

IR_UV-2

Natürlich „sieht“ es nicht wirklich so aus. Wir können es ja nicht wirklich sehen. Aber sozusagen auf unser Spektrum kondensiert, verändern sich die Farben so.
Ungewohnt, beinahe außerirdisch, nicht wahr?

Hier noch zwei weitere Aufnahmen:

Infrarot:
IR_bw-1

„Full Spectrum“:IR_UV-1

Wirklich nützlich ist das nicht, aber sehr spannend. 🙂

Ultraweitwinkel am digitalen Kleinbild

„Vollformat“ – das klingt für manche wie ein Zauberwort. Was eigentlich damit gemeint ist, ist ein digitaler Sensor im „Kleinbild“-Format, also ein Sensor, der in etwa so groß ist, wie das Negativ eines 35mm-Films (135).
Viele glauben, dass man nur mit einem „Vollformat“-Sensor gute Fotos machen kann. Das ist natürlich völliger Humbug. Sicher, ein großer Sensor, eben im „Kleinbild“-Format 36x24mm hat Vorteile: meist ist das Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten besser als bei kleineren Sensoren (obwohl sich das mit jeder Genration relativiert, die aktuelle Generation an APS-Sensoren rauscht in etwa so stark wie die vorigen Generation an KB-Sensoren und es hat auch etwas mit der Pixeldichte zu tun), die Freistellungsmöglichkeiten sind besser (stimmt, allerdings gibt es für APS und µ4/3 inzwischen sehr lichtstarke Objektive, die das auch etwas ausgleichen) und man ist die Brennweitenwirkung von früher gewohnt, was vor allem für diejenigen gilt, die früher auf Film fotografiert haben. Ich muss zugeben, ich mag es sehr, mit einem „Vollformat“-Sensor unterwegs zu sein. Das liegt aber in erster Linie an meinem Faible für manuelle Objektive, die an einem Sensor in Kleinbildgröße einfach „echter“ wirken. Kann aber auch Einbildung sein. 😉
Auf jeden Fall mag ich auch die Fotos mit meiner Fuji X100 (APS) oder auch meiner Olympus E-P3 bzw. Leica D-Lux 109 (beide µ4/3) zu sehr, um hier dogmatisch aufzutreten. Sogar mit 1-Zoll-Sensoren sind hervorragende Fotos möglich – und was manche aus ihren Handys zaubern…  doch ok, worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass „Vollformat“-Sensoren durchaus auch Nachteile haben: die Objektive sind größer und schwerer und vor allem wenn lichtstark deutlich teurer als die für kleinere Sensoren und gerade im extremen Weitwinkelbereich wird es ziemlich schwierig, sehr gute Objektive zu konstruieren. Die sind dann meist auch groß und teuer.
Ausnahmen bestätigen aber, wie so oft, die Regel. Leica und Voigtländer haben es schon seit langem geschafft, vor allem durch den Verzicht auf Autofokus, ziemlich kompakte Super-Weitwinkel-Objektive anzubieten. Die beiden, die ich im Urlaub mithabe, sind das Leica Elmarit-M 2.8/21 und das Voigtländer Hyper Wide Heliar 5.6/10. (Ja, richtig, 10mm für Kleinbild!)

Da nun oft an der Sony A7II bemängelt wird, dass sie massive Schwierigkeiten mit starken Weitwinkeln hätte, habe ich mich eben einmal auf die Terrasse unseres dänischen Ferienhauses gestellt und diese beiden Objektive einmal an der Sony und dann an der Leica M(240) ausprobiert. Das Motiv ist hier wenig relevant, es ist der Blick in die Dünen, den wir morgens genießen, wenn wir aus der Tür gehen. Ergänzt habe ich das Set um das Sony FE 2/28 mit dem UWW-Konverter, der auch in etwa den Bildwinkel eines 21mm-Objektives liefert.

So sehen die Objektive an den beiden Kameras aus:

Sie merken, ich habe eine Vorliebe für braune Leder-Halfcases. 😉

Wie sind nun die Ergebnisse?

Hier die Fotos. Links jeweils mit der Leica aufgenommen, rechts mit der Sony…

Leica Elmarit-M 2.8/21, Blende f/2.8

 

Leica Elmarit-M 2.8/21, Blende f/5.6

Mal abgesehen, dass die Leica genauer, besser belichtet mit dem Objektiv, erkennt man, dass die Vignettierung, gerade bei Offenblende, an der Sony klar stärker ausfällt als an der Leica. Hier macht sich der spezialisierte Sensor der Messsucher-Leica bemerkbar.
Allerdings ist das nichts, was erhebliche Auswirkungen hat, denn diese Vignettierung mit der Sony ist recht leicht zu beheben. Von „katastrophalen“ Ergebnissen, wir so oft in Foren berichtet, ist nichts zu sehen. Selbst mit so einem alten Objektiv.

Zum Vergleich dazu das Sony 2/28 mit Konverter an der Sony, links f/2.8, rechts f/5.6:

Da zeigt sich, das dieses Objektiv und der Konverter genau für diese Kamera gerechnet wurden. Es macht also durchaus Sinn, dieses Set für seine Sony zu wählen, vor allem, weil es relativ günstig ist.

Kommen wir nun in den Extrembereich… Erneut links Leica M(240), rechts Sony A7II.

Voigtländer Hyper Wide Heliar 5.6/10 bei Blende f/5.6:

 

Voigtländer Hyper Wide Heliar 5.6/10 bei Blende f/8:

Erneut zeigt sich, dass die Leica M besser mit diesem „M-Objektiv“ klar kommt. Die Vignettierung an der Sony ist schon sehr stark, während sie sich an der Leica doch in Grenzen hält. Das zeigt in der Tat, dass die perfekte Kamera für das 10mm-Voigtländer Ultraweitwinkel eine Leica M ist. Aber auch hier ließe sich noch einiges aus den Sony-Bildern herausholen. Also selbst bei 10mm sind die Aufnahmen absolut brauchbar.

Soweit meine Resultate.