Azyklisch…

Mir wird so langsam bewusst: Ich kaufe und nutze ziemlich „azyklisch“. Dem, was bei Aktienfans so beliebt ist, folge ich bei meinen Kameras:

  • Als kaum jemand mehr auf Film fotografieren wollte, besorgte ich mir wieder alles, was ich für die Negativfilmentwicklung brauchte und es kamen immer mehr analoge Kameras zu mir.
  • Als sich immer mehr eine DSLR zulegten, stieg ich mit dem Sony NEX-System in die Systemkameras ein.
  • Als Sony – auch durch die A7 – immer größer und wichtiger wurde, verkaufte ich meinen Sony-Kram und holte mir eine Fuji X.
  • Als immer mehr Fotografen ihre DSLR verkauften und sich hin zu Systemkameras wendeten, konnte ich der Nikon Df nicht mehr widerstehen.
  • Und nun, da jeder seine großen und schweren Sachen abstößt und nur noch mit kleinen Kameras fotografieren will, gehe ich genau in die andere Richtung.

Bin ich jetzt völlig „daneben“? Oder weigere ich mich einfach nur „mainstream“ zu sein? 😉

OK, ich bin in der glücklichen Situation, dass ich mich nicht zwischen entweder oder entscheiden muss, sondern gut damit leben kann, mehrere Systeme hier zu Hause zu haben – und dies regelrecht genieße. Heute kann ich Erfahrungen sammeln, die mir früher als Schüler, „Bundi“ oder Student aufgrund eines sehr begrenzten Budgets nicht möglich waren. Das finde ich einfach großartig!

Heute kann ich mit einer Nikon F3 HP fotografieren, mit einer Nikon F90x, mit einer Leica und demnächst auch mit einer „professionellen“ Mittelformatkamera!

Ja, ich weiß. Ich wollte ja eigentlich nicht mit dem größeren Format anfangen. Zu teuer, zu umständlich, zu groß, zu schwer. All dies waren auch meine Argumente. Doch wenn ich ehrlich bin, hat es mich nie ganz in Ruhe gelassen. Es juckte mich einfach zu stark in den Fingern, doch einmal den Duft von professionellem Mittelformat-Equipment zu schnuppern.

Bisher habe ich auf Rollfilm nur mit alten und eher „sub-optimalen“ Kameras fotografiert. Das „höchste der Gefühle“ waren eine Adox 63 und eine Lubitel 166+ Universal – gutes, aber nicht gerade hochklassiges Equipment. Die richtig guten Kameras waren mir einfach zu teuer. Für ein Set aus Kamera, Objektiv, Sucher und Filmeinsatz bezahlt man auch heute noch mehrere hundert Euro – wohl gemerkt, für eine analoge Kamera! Im digitalen Mittelformat geht selten etwas unter €3000-4000,-. Das ist mir dann doch deutlich zu viel. Manchmal aber – wie das so ist – hat man ein wenig Glück und findet einen Traum für bezahlbares Geld.
Denn wer tagtäglich mit Top-Kleinbild-Kameras spielt, der fragt sich doch irgendwann, was denn eine gleichwertige Mittelformat so bringen würde.

Nun, diese Frage kann wohl bald beantwortet werden: Auf dem Weg zu mir ist nun eine Pentax 645 mit einem Pentax-A 4.5/80-160 Zoomobjektiv. Die Kamera hat keinen AF, doch den benötige ich bei den Sujets, die ich vorhabe, damit zu fotografieren, auch nicht.

Vernünftig ist das sicherlich nicht. Und „brauchen“ werde ich solch eine Kamera auch nie. Es war aber schon immer eine Art Traum von mir, wenigstens einmal solch eine „Pro-Level“-Mittelformatkamera zu haben und nutzen zu dürfen. Natürlich bezieht sich der Begriff „Pro-Level“ auf Ende der 80er-Jahre. Aber auch eine Nikon F3 HP macht heute noch enorm viel Spaß und bietet auch heute noch alles, was man benötigt, auf einem sehr hohen Qualitätsstand. So verhält es sich auch mit der Pentax 645.

Ich bin sehr gespannt!

 

Was mache ich denn mit meinen guten, manuellen Pentax-Objektiven?

Das mag sich womöglich jemand fragen, der früher, zu Vor-AF-Zeiten, mit einer Pentax fotografiert hat. In meiner Vitrine stehen auch eine silberne Spotmatic II und eine schwarze ME Super (allerdings werden sie manchmal dort herausgelassen und mit Film gefüttert) und daher habe ich auch eine ganze Reihe von sehr netten manuellen Objektiven von Pentax.

Nun, man könnte sie einfach an einer modernen Pentax-DSLR nutzen. Das K-Bajonett ist heute prinzipiell noch das gleiche wie in den 80ern. „A“-Objektive lassen sich sehr gut und „M“-Objektive mit dem einen oder anderen Trick auch wunderbar an einer digitalen Pentax nutzen. Mir war die Marke immer sympathisch, auch wenn es mir schwer fällt, dies eindeutig zu begründen. Es ist – wie so oft bei Kameras – eher ein Bauchgefühl.

Man kann die alten Pentax-Linsen aber auch hervorragend an eine spiegellose Systemkamera adaptieren und wer dabei auch noch Wert auf eine klassische Bedienung legt, dem empfehle ich die Fuji X-T1. Die Pentax M- und A-Objektive sind recht kompakt, beinahe wie die Olympus OM-Serie, so dass sie sich auch von der Größe her trotz Adapter sehr gut an einer (kleineren) Systemkamera machen. Eine Pentax ME Super war auch nicht größer als eine X-T1 heute.

Und was ist mit dem „Crop-Faktor“? Dadurch verlieren die Objektive doch einiges an Bildwinkel? Ja, sicher. Aber darauf kann auch reagieren: entweder nimmt man eine Sony Alpha 7 (die neue A7 II, die ich neulich in der Hand hatte, gefällt mir übrigens deutlich besser als die älteren Versionen!) oder man nutzt einen „LensTurbo“ an der Fuji. Und da ich ja sowieso ein Fan der Fuji-Retro-Kameras bin, habe ich mich für den zweiten Weg entschieden:

PentaxFujiSet

Dieses Bild zeigt die Fuji X-T1 mit folgenden Objektiven:

  • SMC Pentax-M 2.8/28
  • SMC Pentax-A 1.4/50
  • SMC Pentax-M 2.8/100
  • SMC Pentax-M 3.5/135

Dazu ein „normaler“ PentaxK-FujiX-Adapter und ein LensTurbo (K>X), der die Brennweite reduziert und die Lichtstärke erhöht.

Mit diesem leichten und kleinen Set erreiche ich in etwa folgende Kombinationsmöglichkeiten:

2.0/28 | 2.8/42 | 1.0/50 | 1.4/75 | 2.0/100 | 2.4/135 | 2.8/150 und 3.5/200

was die Lichtstärke und die Brennweite betrifft. Herz, was willst du mehr? (Außer vielleicht einem stärkeren Weitwinkel.)

Die Abbildungsqualität dieser Objektive ist sehr gut – auch nach heutigen Maßstäben und der Qualitäsverlust in den Bildecken durch den LensTurbo hält sich in sehr überschaubaren Grenzen, ab 28mm funktioniert er nämlich recht gut. In der Bildmitte ist ohnehin kein Qualitäsverlust wahrnehmbar.

Also, bitte keine „alten“ Objektive vorschnell verkaufen, vor allem nicht, wenn es gute sind. 😉

Wegweiser durch den Altglas-Dschungel (Teil 1 – DSLR)

Na gut, der Titel mag vielleicht ein wenig auftragen, denn ein kompletter Ratgeber kann dieser Artikel nicht sein. Außerdem würde ein Text, der wirklich alles Wichtige vorweg nimmt, einen großen Teil der Freude an der Beschäftigung mit manuellen Objektiven an modernen Kameras nehmen, denn gerade das Ausprobieren von geradezu abstrus klingenden Kombinationen macht besonders viel Spaß.

Wichtig für jeden, der anfangen möchte, mit alten Objektiven an Digitalkameras zu fotografieren ist es, die Vor- und Nachteile des eigenen Systems zu kennen – und darum soll es hier gehen.

Ich unterteile dabei die Kameras in zwei Kategorien: DSLRs und spiegellose Systemkameras.

DSLRs

Als ich vor gut 10 Jahren anfing, manuelle Objektive an meine DSLR zu adaptieren – ich gehörte zu den ersten „Verrückten“ (so hat man uns jedenfalls damals angeschaut) – gab es für diesen Zweck nur digitale Spiegelreflexkameras. „EVIL“, „CSC“ oder wie auch immer die Gruppe der Spiegellosen genannt wird waren noch nicht einmal am Horizont zu erkennen. Olympus und Pansonic waren Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrhunderts die ersten, die damit auf den Markt kamen. Ja, man glaubt es heute kaum, das war erst vor etwa fünf Jahren! Sony folgte mit den ersten NEX-Modellen ein knappes Jahr später. Leica veröffentlichte seine M8 bereits im Jahr 2006, doch für das Adaptieren taugt die M8 nicht allzu gut, da man – wenn man überhaupt Adapter findet – nur per Schätzung fokussieren kann.

Also blieben nur die DSLRs, die glücklicherweise auch zu dieser Zeit endlich in Preisregionen vorstießen, die es auch einem Amateur möglich machte, daran teilzuhaben. Nach einiger Überlegung, ob es eine Pentax (ist* D), Nikon (D70) oder Canon (EOS 350D) werden sollte, entschied ich mich aufgrund des m.E. besten Preis-Leistungs-Verhältnisses für die EOS. Im Laufe der Zeit wurde meine 350D dann durch eine andere Mattscheibe und ein anderes Sucherokular auf die Benutzung von manuellen Objektiven optimiert. Damals hatte ich nur drei AF-Objektive überhaupt, dafür aber nach einiger Zeit an die 100 manuelle. (Inzwischen sind über 200 Objektive durch meine Hände gegangen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Auch heute noch werden DSLRs häufig genutzt, um adaptierte Objektive älterer Bauart wiederzubeleben – trotz der zunehmenden Ausrichtung der „Altglasfans“ auf spiegellose Systeme. Warum auch nicht? Ein guter optischer Sucher ist immer noch ein Genuss.

Kommen wir nun zu den einzelnen Systemen. (In Klammern liste ich diejenigen DSLR-Modelle auf, die ich – zumindest kurzzeitig – selbst hatte/habe.)

Canon EOS (300D, 10D, 350D, 40D, 5D) 

Der Hauptgrund warum sich viele Altglasfans für eine EOS entscheiden, liegt in dem relativ kurzen Auflagemaß der Kameras. Als Auflagemaß bezeichnet man die Entfernung der Sensorebene von der Bajonettvorderkante. Ist das Auflagemaß einer Kamera kürzer als das, für welches ein Objektiv gerechnet wurde, bleibt Platz für einen Adapter, der das originale Bajonett durch das für die Kamera geeignete ersetzt. Da zum Beispiel ein Nikkor-Objektiv für ein Auflagemaß von 46,50 mm gerechnet wurde (nämlich das der Nikon-Kameras) und eine EOS ein Auflagemaß von 44,00 mm verwendet, bleibt Platz für einen 2,5 mm dicken Adapter. Das klingt wenig, ist aber mehr als genug. Je größer diese Differenz ist, desto leichter ist es, einen Adapter zu entwickeln.
Ist das Auflagemaß einer Kamera aber länger als das eines Objektives, kann man mit solch einem adaptierten Objektiv nur noch im Nahbereich fokussieren. Der Adapter wirkt dann in etwa wie ein Makro-Tubus. (So zum Beispiel bei adaptierten Canon FD-Objektiven, mit 42,00 mm Auflagemaß, an einer Canon EOS.) Es gibt Adapter mit einer entsprechenden Korrekturlinse, doch die „verlängern“ einerseits die Brennweite des Objektiv und sorgen andererseits oft für eine Verschlechterung der Abbildungsqualität und meist für eine erhöhte Anfälligkeit für Streulichteffekte.

An eine EOS mit APS-Sensor (und daher kleinerem Spiegel) lassen sich die meisten Objektive für folgende Systeme adaptieren: Leica R, Nikon F, Pentax PK, Olympus OM, Contax/Yashica, M42. Bei EXA-Objektiven wird es knapp und Minolta MD und Konica AR Objektiv funktionieren nicht ohne tiefgreifenden Umbau.
Eine Kleinbild-EOS sorgt durch den größeren Schwingspiegel für deutlich mehr Probleme. Das Auflagemaß passt zwar auch hier, doch häufig ist die Fassung der Hinterlinse eines Objektivs dem Schwungweg des Spiegels im Weg. Es finden sich recht gute Kompatibilitäs-Listen für „Vollformat“-EOS im Internet, z.B. hier für M42-Objektive.

Seit einiger Zeit gibt es auch sogenannte Chip-Adapter, die die Fokusbestätigung der Kamera aktivieren. Das funktioniert meiner Erfahrung nach unterschiedlich gut.

Nikon (D60, D90, D100, D3100, D7000, Df, Fuji S1 Pro, Fuji S2 Pro)

Obwohl das Nikon-System sich durch eine erstaunliche „Rückwärts-Kompatibilität“ auszeichnet und damit auch geworben wird, ist eine Nikon-DSLR nicht die optimale Lösung dafür, viele verschiedene Objektive zu adaptieren. Natürlich kann man sich auf die exzellenten Nikkore begrenzen und sich bei etwas preisgünstigeren Non-OEM-Marken mit Nikon-Bajonett wie etwa Vivitar, Soligor oder Tokina bedienen, doch sobald man Nikon-fremde Anschlüsse verwenden möchte, wird es schwer, da eine Nikon-DSLR ein relativ großes Auflagemaß nutzt. Selbst die eigentlich so vielseitig einsetzbaren M42er lassen sich an einer Nikon nur im Nahbereich oder mit Korrekturlinse nutzen.
Wer also mit vielen Bajonetten „spielen“ möchte, der sollte sich ein anderes System aussuchen. Wer sich aber nur die wichtigsten Brennweiten kaufen möchte, um damit zu fotografieren, der sucht nach den hervorragenden manuellen Nikkoren und erfreut sich an deren ausgezeichneter Qualität. Zudem zeigt ein sehr gut funktionierender Fokus-Indikator an, wenn man korrekt scharf gestellt hat.

Dabei gibt es aber auch ein paar grundlegende Aspekte, die man beachten muss:

  • An die „kleinsten“ Nikon-DSLRs (D40x, D3200 etc.) kann man so gut wie alle Nikkore ansetzten. Die Kameras können damit aber nicht die Belichtung messen. Man muss also im M-Modus fotografieren.
  • Nikon-DSLRs, die mit manuellen Objektiven die Belichtung messen können, vertragen meist keine Vor-AI-Objektive, also die ganz alten F-Nikkore. Deren durchgehender hinterer Fassungsring kann den Blendenmitnehmer der Kamera verbiegen. AI-Nikkore funktioneren hingegen i.d.R. sehr gut.
  • Die am besten für manuelle Objektive geeignete Nikon-DSLR ist die Nikon Df, an die man fast alle Nikkore ansetzen kann. Dafür sorgt auch der hochklappbare Blendenmitnehmer. So lassen sich auch Prä-AI-Nikkore wunderbar nutzen. Die Nikon Df ist nicht nur in dieser Hinsicht eine echte Nachfolgerin der Nikon F3.

Hier finden eine hervorragende Auflistung der Kamera-Objektiv-Kompatibilitäten für Nikons.

Pentax (K100D, K200D)

Ähnlich wie das Nikon-System bietet auch das Pentax-Bajonett eine umfassende Bajonett-Kompatibilität. Es lassen sich ältere, manuelle Pentax-Objektive sehr gut an einer Pentax-DSLR nutzen, wobei es durchaus Unterschiede in der Funktionalität der verschiedenen Modelle gibt. Pentax-A-Objektive passen auch besser zu einer DSLR als Pentax-M-Objektive, da bei den „A“-Versionen auch die automatische Blendensteuerung funktioniert. Für Pentax gibt es ebenfalls Fremdhersteller, für die die gleichen Voraussetzungen gelten.

Fremdbajonette sind, ohne Umbau, nur schwierig an Pentax zu nutzen. Es gibt althergebrachte Adapter für M42-Objektive, doch die waren mir nie so ganz sympathisch, da sie bisweilen schlecht von der Kamera zu entfernen sind.

Ein großer Vorteil bei Pentax ist die bildstabilisierende Lagerung des Sensors. Dadurch ist ein „image stabilizer“ – im Gegensatz zu Canon und Nikon, wo nur manche Objektive stabilisiert sind – auch für die alten Linsen verfügbar.

Pentax hat kürzlich auch eine DSLR mit Kleinbildsensor angekündigt. Das wird das System für viele nochmals interessanter machen.

Sigma (SD9, SD10)

Das Sigma-Bajonett hat eine erstaunliche Ähnlichkeit zum EOS-Bajnoett, nicht nur was das Auflagemaß, sondern auch was die elektronische Übertragung betrifft. Das geht so weit, dass einige findige Tüftler es sogar schaffen, aus einem EOS-Objektiv eines für Sigma-DSLRs zu machen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 😉
Es gibt auch zahlreiche unterschiedliche Adapter für Sigma-Kameras. Nachteilig wirkt allerdings das Staubschutzglas, das viele Sigma-Kamera direkt hinter dem Bajonett eingebaut haben. So wunderbar das auch den Staub vom Sensor abhalten kann, so lästig kann es für die Adaptierer sein, denn weiter nach hinten reichende Rückfassungen lassen ein Objektiv schnell an eben dieses Glas stoßen. Dadurch sind diese Objektive nicht nutzbar, solange man das Schutzglas nicht entfernt.

Der vor der SD1 relativ kleine APS-Sensor (Crop 1.7x) der Sigmas hat viele Fans manueller Linsen zudem ebenso von diesem System abgehalten wie der zum Teil umständliche Umgang mit den Daten des Foveon-Sensors. Sigmas-DSLR haben eine echte Fangemeinde, die in ihrer Leidenfähigkeit schon beinahe mit den Leica-Fans zu vergleichen ist. 😉

Sony / Konica Minolta (Konica Minolta D7D)

Von Sony (und von Olympus) besaß ich selbst noch keine DSLR – und die D7D hatte ich nur einen Tag zum Testen – daher halten sich meine Erfahrungen hier in überschaubaren Grenzen. Das Auflagemaß des Sony-DSLR-Bajonetts liegt zwischen dem einer EOS und dem einer Nikon. Dementsprechend lassen sich weniger Systeme adaptieren als an eine Canon aber mehr als an eine Nikon. Soweit ich weiß, gehen Sony-DSLRs recht gut mit adaptierten Objektiven um. Für mehr Informationen verweise ich auf die Sony-spezifischen Internetforen.

Olympus (—)

Wie ich auch von Sony-DSLRs recht wenig berichten kann, so gilt das ebenfalls für DSLRs von Olympus, deren Baureihe ja vor einiger Zeit eingestellt wurde. Olympus konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Systemkameras mit µ4/3-Sensor.
Die DSLR-Kameras von Olympus hatten einen 4/3-Sensor, der in etwa halb so groß ist wie ein APS-Sensor. Die originären Objektive sind auf das ganze digitale System optimiert und gelten als nahezu telezentrisch. Durch den relativ kleinen Sensor konnten die Objektive auch verhältnismäßig kompakt und dennoch lichtstark gebaut werden. Was für die Systemobjektive von Vorteil ist, störte viele Altglas-Fans wie auch mich in meiner „wilden“ Zeit der Adaptiererei: der 4/3-Sensor sorgt für einen Zweifach-Crop, die Brennweite eines Objektiv scheint sich also zu verdoppelt; ein 50mm-Objektiv am 4/3 wirkt wie ein 100mm-Tele am Kleinbild. Da dadurch sogar ein 17mm-Superweitwinkel sozusagen zu einem „harmlosen“ 35er wird, entfällt für Adapterfans der gesamte Weitwinkelbereich. Das wurde von vielen als sehr bedauerlich gesehen, denn durch das sehr kurze Auflagemaß von nur 38,85 mm konnte man für so ziemlich jedes SLR-System Adapter konstruieren, inklusive Konica und Minolta.

Soweit zu den DSLR-Kameras. Im nächsten Teil geht es um das Adaptieren an spiegellose Systemkameras.

 

 

Pentax Revisited!

Hatte ich schon erwähnt, dass ich große Sympathien für Pentax hege? Nein? Gut, dann sei das hiermit nachgeholt.
Meine erste SLR war eine Ricoh KR-10x (habe ich heute noch), die ich im Jahr 1990 nach meinem Abi kaufte, um zum einen damit vernünftige Fotos von meiner Nordkap-Tour in jenem Jahr zu machen und zum anderen eine brauchbare Kamera für meinen Schule-ist-vorüber-Job als freier Mitarbeiter einer Lokalzeitung zu haben.

Die Ricoh hat ein Pentax-K-Bajonett und so habe ich mir Jahre später ein Pentax-M 2.8/28 und ein M 1.7/50 zu meinem Rikenon 35-70 Plastik-Zoom gekauft. Diese Pentax-Festbrennweiten waren dann, wieder etwas später, mit die ersten Linsen, die ich an meine damalige Canon EOS 350D adaptierte  – was den ganzen Wahnsinn losgetreten hat.

Pentax hat mich nie wieder losgelassen. Ich habe zwar mein EOS-System immer weiter ausgebaut, doch irgendwie war Pentax für mich immer der sympathische „Underdog“, der sich auf manchmal unerklärliche Art und Weise in seiner Nische gegen Nikon und Canon, später auch Sony behaupten konnte. Die Kameras waren schon immer schön kompakt und die Leistungen standen den Modellen der großen Anbieter in nichts nach. Auch die Tatsache, dass Pentax – bis heute – keine Notwendigkeit sah, dem Mainstream-„Vollformat“-Hype zu folgen, bringt mir die Firma überaus nahe. 😉
Und Adapter für meine X-Fujis habe ich natürlich auch, sogar einen „LensTurbo“, der den Bildwinkel wie am Kleinbild herstellt. Dazu später mal mehr…

Auch mein Vater wechselte von Fuji (S1 Pro und S2 Pro) zu Pentax (K100D), um Gewicht zu sparen und die Fotos „out-of-cam“ haben ihm auch besser gefallen.

Warum aber nun „revisited“? Nun, vor einigen Tagen bekam ich eine Mail eines sehr guten Freundes. „Mit-Fotofuzzy“ Jörg fragte an, ob wir zusammen ein komplettes Kamera-Set (aus Canon FD- und Pentax-M-Sachen), das ihm angeboten wurde, aufkaufen wollten. Er würde nur die FD-Teile benötigen und so bliebe das Pentax-Zeugs für mich. Kurz überlegt und zugesagt, obwohl ich nicht genau wusste, in welchen Zustand die Dinge waren. Manchmal muss man aber nach dem Motto „no risk no fun“ leben. 😉

Kurze Zeit später kam das Set an. Was ich nebst diversen Filtern und einigen Filmen im Paket sah, konnte mich wirklich begeistern:

PentaxSet

(v.l.n.r.: Pentax ME Super mit SMC Pentax-M 1.7/50, SMC Pentax-M 3.5/135, SMC Pentax-M 2.8/28, Soligor MC C/D 3.5-4.5/24-45, SMC Pentax-M 1.7/50, Soligor C/D 3.5/70-210, Pentax P30T mit SMC Pentax-A 4-5.6/35-70)

Derjenige, der sich vor einigen Jahren dieses Set zusammengekauft hatte, tat dies sehr bewusst und mit sehr geschickten Preis-Leistungs-Gedanken.

Das sind richtig gute Objektive, den „Knaller“ jedoch bildet die schwarze Pentax ME Super:

MESuper

Ist sie nicht wunderhübsch? Alleine schon diese Chromverzierung unter dem Firmenlogo!
Jetzt heißt es, Batterien besorgen, Film rein und ab damit zum Fotografieren.

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass ich manuelle Filmkameras total mag? Ja? Ich glaube auch. 😉

Danke, Jörg, dass du an mich gedacht hast, als du das Set-Angebot gesehen hast.

 

P.S.: Die Fotos wurden übrigens auch mit einer Pentax gemacht, der K100D, die ich von meinem Vater geerbt habe.