Leitz Focotar 4.5/50 für Leica M

Wie bitte? Ein „Focotar“? Das ist doch ein Objektiv eines alten Vergrößerers.

Völlig richtig. Doch womit man Abzüge vergrößern kann, damit lässt sich auch fotografieren. 😉
>> Hier << berichte ich schon darüber. Doch ich wollte mehr. Und das wurde ein richtig spannendes Projekt.

Nachdem ich eine ganze Zeit nichts mehr mit dem VNEX von Henry Feddersen aus dem Digicamclub und seinen Inkarnationen gemacht hatte, fiel es mir mehr oder weniger zufällig in die Hände, als ich bisschen in meinen Objektivregalen aufgeräumt habe. Ich hatte „zwischen den Jahren“ ein bisschen Zeit und irgendwie konnte mich das VNEX-System aufs Neue begeistern.
Anfang Januar waren wir bei den Schwiegereltern im Norden und ich habe mich auf ein paar sehr schöne Stunden mit Henry getroffen. Das hat natürlich diese Begeisterung nochmals weiter angefacht.

Besonders spannend fand ich die Idee, ein Leitz Vergrößerungsobjektiv an die Leica M240 zu bringen. Per LiveView ist das ja leicht möglich, doch ich wollte mehr: ein VLEICA mit passender Messsucherkopplung, also der Möglchkeit, ohne LiveView per Messsucher der Leica exakt fokussieren zu können.
In 2015 hatte mir Henry schonmal eine Version geschickt, die ich an meiner M8 testen durfte. Ich wollte aber, wie gesagt, ein Leitz-Objektiv.

Also kaufte ich zunächst ein VLEICA von Henry und probierte das im Ferienhaus mit einem Rodenstock aus. Das klappte. Passenderweise fand ich auch zwei Leica Vergößerungsobjektive in der „Bucht“: ein Focotar 4.5/50 und ein Varob 3.5/50.

Das Varob ist vom Linsendesign genau ein Elmar 3.5/50 nur in einem Gehäuse ohne Fokusgang aber mit gleichen Auflagemaß . Das bedeutete, dass es keine Chance gab, es an einem VLEICA zu nutzen. Allerdings kann ich es per Helicoid -Adapter an meiner Sony A7II nutzen und ich muss sagen, das ist ein tolles Objektiv!

Das Bild der Bar ist z.B. mit dieser Kombi aufgenommen:

Aber das ist hier ja gar nicht Thema.

Zunächst schraubte ich also das Focotar an das VLEICA, mit einer 12mm-Mutter. Damit ist es nicht möglich, die Fokuseinheit des VLEICA mit dem Messsucher-Abnehmer zu synchronisieren. Per LiveView funktionierte das schon ziemlich gut.

So sieht das Focotar an der M240 aus und das andere ist ein Schnappschuss, den ich per LiveView machte:

Doch ich wollte mehr: die Kopplung mit dem Messsucher der Leica M.

Ich hatte noch eine 6mm-Mutter. Doch auch damit ging es nicht. Ich brauchte irgendwas dazwischen. Also kontaktierte ich Henry und fragte ihn, ob er mir eine 8mm-Mutter  anfertigen könne. Ich hatte ausgemessen, dass es damit gehen sollte. Das Focotar dringt mit seinem Gewinde nicht wirklich weit ein.
Nachdem ich diese neue Mutter hatte, ging es sehr schnell. Die Anpassung lief wie von alleine und es sitzt perfekt! Die Fokussierung per Messsucher passt genau, ich komme ein wenig über unendlich hinaus (was gar nicht schlimm ist) und per LiveView komme ich in den Nahbereich, den der Messsucher nicht mehr mitmacht, das VLEICA-System aber schon.

Hier nun ein paar Bilder von heute. Ich habe mir noch aus Plastik eine Streulichtblende gebastelt, die nicht so super aussieht aber sehr gut funktioniert.

Die Streulichtblende ist unbedingt notwendig, denn das Focotar ist sehr streulichtanfällig. Klar, das war ja auch nie ein Element, an das gedacht werden musste bei einem Vergrößerungsobjektiv.

Hier nun ein paar Ergebnisse aus unserem beinahe frühlingshaften Garten:

Einmal die maximale Naheinstellgrenze mit Messsucher und per LiveView (näher):

Gefällt es mir? Ja, sehr sogar. Es hat eine beeindruckende Zentralschärfe kombiniert mit einigen Aberrationen, die an alte Leica-Gläser erinnern. Einige bezeichnen das als „Leica Glow“ und schreiben ihm beinahe mystische Eigenschaften zu. So weit gehe ich jetzt nicht, aber es trägt zum Charakter der Linse bei und das ist es ja, was ich suche. Perfekte Abbildung bekomme ich über neue Objektive. Das Bokeh sagt mir auch zu.
Das Focotar am VLEICA ist nun in meine Tasche gewandert und wird ganz oft mitkommen.

Vielseitigkeit

Das ist nicht nur etwas, die mir an Menschen sehr wichtig ist, sondern auch etwas, das auf einige Kamera zutrifft – in besonderem Maße auf die Sony A7II.

Durch den Sensor in Kleinbildgröße und das äußerst kurze Auflagemaß hat die Kamera nicht nur genügend Leistungsreserven sondern eben auch eine Konstruktion, die es ermöglicht, eine riesige Auswahl an Objektiven zu verwenden, indem man ältere, manuelle Objektive adaptiert. Die „Altglasfans“ haben daher die Sony A7-Reihe auch jauchzend aufgenommen.

Von der ersten Version war ich ja gar nicht so angetan, die zweite aber gefällt mir sehr gut.

Hier möchte ich nun zwei Kombinationen vorstellen, die das extrem breite Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen.

  1. AF mit Objektiven für andere Kameras

Für die Sony A7II gibt es eine kleine Auswahl an AF-Adaptern, mit denen man Objektive anderer Hersteller mit Autofokus (!) nutzen kann, obwohl diese gar nicht für das FE-Bajonett gebaut wurden. Das funktioniert (mal mehr, mal weniger) für Nikon AF, Canon EOS, Minolta/Sony A und Sigma AF-Objektive.

Ich habe mir, aus Preisgründen, solch einen Adapter für EOS-Objektive besorgt:

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Zwei verschiedene Adapter habe ich ausprobiert: einen „noname“ und einen Fotodiox. Der „noname“ China-Adapter funktioniert mit dem 24-85 leider gar nicht (da tut sich überhaupt nichts) und mit dem EF 1.8/50 II reagiert der AF zwar, findet aber keinen Fokus. Das was also eine Enttäuschung. Allerdings muss ich zugeben, dass keines der beiden Objektive auf der Kompatibilitätsliste genannt wurde.

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Mit dem Fotodiox-Adapter funktioniert das 50er leider auch nicht, dafür aber das 24-85 (im Bild) sehr gut! Und das war mir wichtig, denn genau solch ein Objektiv fehlt mir im Programm von Sony.

2. „Uralt“-Objektive

Auch ganz alte Objektive lassen sich mit ein wenig Kreativität an eine Sony A7 adaptieren. Entweder per Balgen, per Ausschlachtung eines defekten Objektivgehäuses oder per Zwischenringe lässt sich das Auflagemaß ausgleichen.

Die wohl elegenteste Lösung ist aber meines Erachtens ein 3D-Druck. Ja, in der Tat, sowas geht heutzutage:

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So kriegt man ein Agfa Apotar 4.5/85 an eine Sony A7II. Und zusätzlich lässt sich auch eine passende Streulichtblende „ausdrucken“. 😉

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Klar, mag das „nerdy“ oder „freaky“ erscheinen, aber es macht einen Heidenspaß! 🙂

Tape-Trick

Erinnern Sie sich? Zum völlig spontanen Treffen mit meinem Kumpel Jörg bei Leica am Karfreitag, hatte ich nicht nur ein paar echt hochwertige Kameras dabei, sondern auch – natürlich – eine „Toycamera“, meine Agfa Isoly (in die ich mich so richtig ein bisschen verkuckt habe, doch dazu später mehr).

Das Besondere an der Kamera an diesem Tag war, dass ich das Bildfenster innen in der Kamera am Rande mit teiltransparentem Scotch-Tape abgeklebt habe, um eine Art „Rahmeneffekt“ direkt auf die Negative des abgelaufenen Kodak Portra 160 zu zaubern.

isolymaske

Inzwischen sind die Bilder zurück und ich habe heute eingescannt. Also ich finde, es ist richtig gut geworden!

Danach hatte ich ein paar Bilder von meinen Kindern gemacht, unter anderem eine Doppelbelichtung (was mit der Isoly sehr leicht ist) von Blumen in einem kleinen Teich und meiner Tochter. Und von diesem Bild bin ich regelrecht begeistert:

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Es sieht ein bisschen so aus, als würde mein Töchterchen eine Tanzball-Maske tragen, nicht wahr?

Es ist schon toll, was man alles mit dieser einfachen, alten Kamera so anstellen kann. Sie ist mir echt ans Herz gewachsen.

Übrigens, heute ist bei mir die nächste „Toycamera“ angekommen, eine Certo Certina (mehr Infos hier…) und der erste Film ist bereits geladen. Da bin ich auch gespannt.

certina

Es scheint, mich hat das Toycamera-Fieber gepackt. Danke, Dennis! Danke, Kai!  😉

 

Portraits mit dem Petzval

Heute hatte ich endlich mal die Gelegenheit, im Garten meines Elternhauses ein paar Portrait-Fotos meiner Tochter mit dem Petzval-Objektiv (diesmal an der Nikon Df) zu machen.
Was soll ich sagen? Sie sind genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe: „luftige“ Überstrahlungen, Unschärfe mit Kernschärfe (siehe Haare!) und ein  außergewöhnliches aber nicht zu aufdringliches Bokeh = Projekt gelungen!

Ich möchte diese Fotos nicht in höherer Auflösung im Internet zeigen und diese kleinen Bilder nehmen etwas vom „Petzval-Effekt“. Ich denke aber, man kann erahnen, was ich meine.

Das Petzval-Selbstbauobjektiv ist mit Sicherheit kein Objektiv, das man regelmäßig nutzt, doch für die ganz „speziellen“ Bilder bietet es eben etwas, das man mit modernen, aukorrigierten Objektiven nicht oder nur sehr schwer erreichen kann. Bin gespannt, wie sich ein Vergleich mit einem Weichzeichner-Objektiv macht, das unterwegs zu mir ist. 😉

Fotografieren durch ein Loch…

Manchmal kommt man durch Gespräche mit Freunden auf gute Ideen, oder man erinnert sich wieder an Dinge, die man lange nicht benutzt hat. So auch vor kurzem. Während eines Foto-Geplauders mit guten Freunden kamen wir plötzlich auf das Thema „Lochkamera“. „Natürlich!“, dachte ich: „Ich habe ja auch noch eine Lochkameravorrichtung mit EOS-Bajonett zuhause.“ Inzwischen habe ich mich zwar von fast all meinen EOS-Sachen getrennt, doch eine gute alte 10D liegt noch hier – für die Lochkamerafotografie mehr als ausreichend.

lochblende

Und siehe da: Es funktioniert!

Nein, die Fotos sind wirklich nichts Besonderes, nur ein paar Schnappschüsse aus unserem Garten. Aber zum Ausprobieren reicht es. Mal sehen, wann ich mal dazu kommen, ein paar „richtige“ Aufnahmen mit der Lochkamera-10D zu machen. 😉

Ein Petzval-Objektiv…

… hat schon etwas. Da steckt eine ganze Menge Geschichte dahinter und sowas fasziniert mich. Aber auch wenn ich die Leute von Lomography toll finde und ihren Enthusiasmus bewundere, so kann ich mich selbst dennoch nicht davon überzeugen, über €500,- für eine neugebaute Replika eines Petzval-Objektivs zu bezahlen. Ja, das 85er Petzval ist spannend, sehr spannend; ebenso wie das 58er Petzval oder auch das neuste Projekt, das Daguerreotype Achromat 2.9/64. Doch obwohl ich die Bildergebnisse faszinierend (click und click) finde, ist es mir einfach zu viel Geld. So weit reicht mein Wahnsinn dann doch nicht. 😉

Allerdings, so muss ich gestehen, hätte sowas schon gerne zum Spielen. Da ich ja nun auch manchmal eine Art „Linsenbastler“ bin, dacht ich mir, dass man auch auf günstigerem Weg an sowas kommen müsste. Aber ganz so einfach war das dann doch nicht, denn originale Petzval-Objektive erzielen auf EBAY meist enorm hohe Preise.
Kürzlich jedoch fand ich eines, das mit etwas Glück bezahlbar bleiben würde, da der eigentliche Fokusmechanismus durch das Rädchen unterhalb des Objektivs außer Betrieb war. Ein Feinmechaniker würde das sicherlich wieder hinbekommen, doch fokussieren kann man noch immer durch Vor- und Zurückschieben des Tubus. Und tatsächlich, der Preis blieb in absolut erträglichem Rahmen. Jetzt musste ich nur noch einen Weg finden, das wirklich alte Objektiv an die Kameras zu bekommen. Da es dabei eigentlich nur um den Ausgleich des Auflagemaßes ging, war dies sehr leicht mit einfachen Zwischenringen möglich, die ebenfalls sehr günstig zu finden sind.

Und so sieht das zusammengebaute Petzval-Objektiv aus – mit echter Patina:

Petzval1

Nach etwas Feinarbeit macht es sich meines Erachtens recht gut an einer modernen Nikon:

PetzvalNikonW

Es bleibt die wichtigste Frage zu beantworten: „Welche Art Bilder macht es denn?“

Dieses Objektiv ist geschätzt ein 120er mit Blende f/4 mit einer unglaublich hohen Streulichtanfälligkeit. Keine der internen Linsen wird auch nur annähernd eine Vergütung haben. Man muss sich also zum einen auf eine starke Kontrastminderung gefasst machen.
Da dieses Objektiv keine Blende hat, fotografiert man zum anderen stets bei Offenblende. Somit wird die Leistung in der Bildmitte vermutlich noch halbwegs akzeptabel sein, zu den Ecken hin aber stark nachlassen.
Die ersten Bilder haben dann auch gezeigt, dass der Kontrast sehr schwach ist und die durchaus vorhandene Kernschärfe durch starke Überstrahlungen überlagert wird. Dieses Objektiv verlangt definitiv eine intensive Nachbearbeitung!

Und dennoch lässt sich damit fotografieren. Die Bilder haben eine ganz eigene Anmutung, die mir irgendwie gefällt:

PetzvalMR
Petzval-Eigenbau an Nikon Df

Jetzt ist ein Petzval-Objektiv ja nicht unbedingt ein Landschafts-Objektiv. Ich bin echt gespannt, wie es sich bei Portraits macht, für die es ja eigentlich gerechnet wurde…

Blue-Light-Bokeh-Show

Hin und wieder diskutiere ich gerne in einer Facebook-Gruppe mit, die sich mit der Verwendung „alter Linsen“ an modernen Kameras beschäftigt. Das ist ja ohnehin ein Steckenpferd von mir. Einige in der Gruppe sind diesbezüglich ähnlich „alte Hasen“ wie ich, andere fangen gerade erst an, diese fotografischen Möglichkeiten für sich zu entdecken. Es freut mich sehr, wenn wieder jemand bemerkt, wie toll es sein kann, ein altes Objektiv an eine neue Digitalkamera zu stecken. 🙂

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Was ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen kann, ist die Vorliebe von einigen dort, in jedem Bild unbedingt solche „Bokeh-Seifenblasen“ zu haben, wie sie z.B. ein Meyer Trioplan 2.8/100 typischerweise so zeichnet. Vor allem kann ich nicht verstehen, dass man über €500,- für ein gebrauchtes Trioplan bezahlt! Es ist ein einfacher Dreilinser, der früher als ebensolch ein einfaches Objektiv betrachtet wurde. Heute schwimmt es auf einer unfassbaren Hype-Welle.

Ja, es gibt durchaus Fotos, auf denen diese „Bubbles“ sinnvoll und ästhetisch gewinnbringend eingesetzt werden. Im DCC findet man ein paar gute Beispiele. Doch ganz ehrlich? Das sind die wenigsten. Meistens scheint es darum zu gehen, irgendwie die Blubberbläschen auf’s Bild zu kriegen und schon gilt das Foto als Meisterwerk. 😉
Ja, ich weiß. Ich bin jetzt ganz böse. Doch meiner Meinung nach nutzt sich dieser Seifenblasen-Effekt ebenso schnell ab wie ein Fisheye- oder ein Makro-Effekt – vor allem dann, wenn immer nur wieder Blümchen-Bilder gezeigt werden.
Und dennoch scheint alle Welt nach „Bubbles“ oder – in einem anderen Bereich – nach „Swirls“ zu schreien. Vielleicht werden die Blasen-Fans auch nur deshalb eher gehört, weil sie lauter schreien. Wer weiß?…

Da ich mir viel lieber Portraits von Menschen als von Blumen anschaue, kann ich den „Swirl“-Effekt noch verstehen und finde ihn – richtig angewendet – auch toll, da er eine Art „Kranz“ um die portraitierte Person zeichnet und so den Blick auf das Hauptsujet lenkt. Seifenblasen-Bubbles lenken aber bei einem Portrait m.E. einfach zu sehr ab. Natürlich kann man das mal nutzen, es sollte aber die absolute Ausnahme bleiben.

Nun ja, das ist natürlich nur meine Meinung. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters und auch bei der Fotografie ist die Freiheit der Gestaltung ein sehr wichtiges Element. Friede?

Neulich jedenfalls wollte ich in der Gruppe zeigen, dass man für solche Blubberblasen eben keine €500,- ausgeben muss, sondern sich auch einfach ein Meyer Diaplan-Projektionsobjektiv kaufen kann, welches den gleichen optischen Aufbau wie das Trioplan hat und sehr ähnliche Bokeh-Highlights (denn darum geht es schließlich, nichts anderes sind diese „Bubbles“) produziert. Vor wenigen Wochen habe ich ein Diaplan für €5,- erstanden. 😉 Man muss nur noch ein wenig basteln und hat einen Trioplan-Klon (ohne Blende).
Es folgte eine interessante Diskussion, in der sich erneut die teils festgefahrenen Überzeugungen zeigten. (Ich muss ja gestehen, dass ich in meiner Ablehnung des Trioplans auch eine ziemlich feste Meinung habe. 😉 )

Das Bild, das ich dort gezeigt habe, hat mich nun veranlasst, das gleiche Motiv einmal mit unterschiedlichen Objektiven des typischen Portrait-Brennweitenbereiches (80 bis 105mm) aufzunehmen. Diese Reihe zeigt deutlich, wie „echte“ Fotoobjektive (Pentax 100 sowie Nikkor 85 und 1o5, Pentacon 100, Jupiter-9 85, Vivitar 100, Leitz Tele-Elmarit 2.8/90 und die Leica Summicrone M 2.0/90 und R 2.0/90) sowie umgebaute Projektionsobjektive (Diaplan 80, Colorplan 90 und Kiptar 100) mit Bokeh-Highlights umgehen.

Die Bilder sind jeweils mit Offenblende entstanden, was zusammen mit der Brennweite, für den unterschiedlichen Grad der Freistellung sorgte.

Und wie erwartet, schneidet für meinen Geschmack das „Diaplan“ am schlechtesten ab.
Mein persönliches Ranking sieht aus wie folgt:

  1. Leica Summicron-M 2.0/90 (mein absoluter Favorit, noch ein Quäntchen vor den Nikkoren, weil weniger Neigung zu Katzenaugen am Bildrand; ganz nah dran an der Perfektion!)
  2. (geteilt) Nikkor-H 1.8/85 und Nikkor 2.5/105 AI (beide zeigen sehr ähnlichen Charakter und sind gleichermaßen hervorragend)
  3. Leica Summicron-R 2.0/90 (ganz knapp dran an den Nikkoren, wunderbar weiche Freistellung)
  4. (geteilt) Leitz Tele-Elmarit-M 2.8/90 (etwas stärkere Tendenz zur Randbetonung dafür weniger Katzenaugen) sowie Leitz Colorplan 2.5/90 (stärkere Katzenaugen, dafür weniger Kontrast-Rand. Das Colorplan ist damit das für mich beste Projektionsobjektiv, ein echter Geheimtipp für Bastler – noch!)
  5. Pentacon Auto 2.8/100 (eigentlich ein Objektiv von Meyer Optik, das Orestor 100, allerdings in neuerer Version und daher mit „Pentacon“ gelabelt; mein Exemplar öffnet die Blende leider nicht komplett, so dass ganz leichte Sechsecke zu sehen sind, dennoch ein recht schöner Umgang mit den Highlights, deutlich besser als das „Trioplan“-Design und nahe dran am 4. Platz)
  6. (geteilt) Pentax-M 2.8/100 und Vivitar Auto 2.8/100 (gut, aber nicht so cremig wie die Nikkore; das Vivitar scharf, das Pentax sehr scharf)
  7. Jupiter-9 2.0/85 (deutliche Tendenz zum „Kringeln“)
  8. ISCO Kiptar 2.0/100 (schon mit etwas Abstand zum Pentax, nah dran am Jupiter, und mit toller Freistellung)
  9. Meyer Diaplan 2.8/80 (Blende f/2.8 und 80mm Brennweite machen das weiche Freistellen schon etwas schwerer und dann die „Bubbles“…)

Wie sehen Sie das? Ihr Ranking (und die Gründe dafür) würde mich sehr interessieren. Also, schießen Sie los. 🙂