AGFA Isoly … die „bessere“ Diana?

Kürzlich sah ich ein Video eines begeisterten Fotografen, der auf seinem YouTube-Kanal sowohl die analoge Fotografie im Allgemeinen als auch die Toy-Kamera-Fotografie im Speziellen lebendig halten möchte. Die Rede ist von Dennis Eighteen.

Das hat mir derart gefallen, dass ich mir ebenfalls in der „Bucht“ eine Isoly ersteigerte. Wobei „ersteigern“ eigentlich gar nicht stimmt, es hat niemand anderes mitgeboten und so bekam ich die Kamera für €7,- inkl. Versand. 🙂

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Hier ist die Isoly (rechts) neben der Lomo Fisheye abgebildet, die in etwa zeitgleich bei mir eingezogen ist.

Die Agfa, die sich in der Tat wie ein Plastik-Diana (oder Holga) anfühlt, allerdings ein viel brauchbareres Objektiv hat, fotografiert auf Rollfilm im Format 4×4, was recht spannend ist, da ich nicht sicher sein konnte, ob das Partner-Labor von dm das hinbekommt. Nun, sie haben es geschafft. Die ersten Bilder sind zurück und eingescannt:

Ich muss sagen, die Fotos haben „was“. Belichtet wurde auf einem abgelaufenen Kodak-Film und die Scans am PC etwas nachbearbeitet. Doch irgendwas ist an den Fotos dran. Ich kann nicht einmal genau beschreiben was, aber sie gefallen mir. Mit der Isoly werde ich sicherlich öfters ein wenig spielen und experimentieren.

Wie ein Fisch wohl fotografieren würde…

… vermutlich mit einem „Fisheye“. Oh weh! Ich entschuldige mich in aller Form für das Niveau dieses Witzes.

Sei’s drum. Die erste „Rolle“, die ich mit dem Lomo Fisheye (Sie erinnern sich?) fotografiert habe, ist zurück.

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Was will ich sagen? Ich bin echt positiv überrascht. Die Qualität (sofern man bei einer Lomo überhaupt davon reden möchte) ist deutlich besser als ich es erwartet habe und das Teil macht echt Spaß!

Ein zweiter Film ist gerade in der Entwicklung, vielmehr auf dem Weg ins Labor.

Hier ein paar Fotos vom ersten:

 

Lomo … nächster Teil

Seit einiger Zeit faszinieren mich die Kameras und Objektive von Lomography oder welche, die sich an diese Art der Fotografie anlehnen, ohne dass ich das wirklich objektiv begründen kann. Aber genau das ist ja oft so, wenn einen etwas fasziniert.

Heute hat meine kleine Lomo-Sammlung Zuwachs bekommen: die Lomography Fisheye One in unschuldigem Weiß…

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Eine Kamera, die nicht wirklich viel Sinn macht. Doch darauf kommt es beim Lomographieren auch gar nicht an. Spaß soll sie machen.

Lomogaphy versucht, das schon beim Auspacken beginnen zu lassen. Die Verpackung ist ganz typisch gestaltet und deutet schon auf die Ausrichtung hin.

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Innen geht es spannend weiter. Die Kamera ruht unter einer durchsichtigen Platik-Halbkugel, die sofort an den Fisheye-Effekt erinnert. Auf der Innenseite des Deckels sieht man ein erstes Fisheye-Foto.

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Lomography, das hat was!

Außerdem liegt der Kamera neben der Beschreibung ein kleines Fotobüchlein bei, in dem man sieht, was andere Nutzer mit der Kamera so angestellt haben. Eine äußerst kreative Idee!

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Treue Blog-Follower wissen ja, dass ich bei meinen Käufen immer knausrig bin. Daher habe ich diese Kamera auch erst gekauft, als mir ein tolles Angebot über den Weg lief. Aus dem gleichen Grund habe ich auch die „Fisheye One“ und nicht die „Fisheye No.2„, welche einen externen Fisheye-Sucher hat und Schluss macht mit der eigentümlichen Sucherlösung der „One“, bei der etwa ein Drittel des Suchers durch das fest eingebaute Objektiv verdeckt wird. Ist aber auch egal, denn durch den Sucher wird man ohnehin kaum und wenn, dann nur sehr kurz schauen. 😉

Die „Fisheye One“ hat einen eingebauten Blitz, was bei fester Blende f/8 keine schlechte Idee ist und belichtet immer mit etwa 1/100s (oder per Bulb, also Langzeiteinstellung). Für den Fokusabstand gibt Lomography an: „get as close as possible„. Genau DAS ist es, was ich so an denen mag. Sie nehmen sich nicht so Ernst. Halbwegs scharf ist sowieso alles, von vorne bis hinten. Das liegt am Objektiv.

Denn der wichtigste Teil dieser Kamera ist das 10mm-Fisheye-Objektiv, das Fotos mit einem Bidwinkel von 170° aufnimmt. Da muss man echt aufpassen, die eigenen Füße nicht mit auf dem Bild zu haben. Andererseits… ist auch nicht schlimm. Wir reden ja über Lomography und wenn da eben gerade Füße waren, dann gehören sie auch auf’s Foto.
Hier << gibt es ein paar Foto-Beispiele, was man mit dem kleinen Fischauge so anstellen kann…
Ich freue mich darauf, die kleinen Kamera öfters mal einzupacken und ein wenig mit ihr zu spielen. 🙂

Fotografieren durch ein Loch…

Manchmal kommt man durch Gespräche mit Freunden auf gute Ideen, oder man erinnert sich wieder an Dinge, die man lange nicht benutzt hat. So auch vor kurzem. Während eines Foto-Geplauders mit guten Freunden kamen wir plötzlich auf das Thema „Lochkamera“. „Natürlich!“, dachte ich: „Ich habe ja auch noch eine Lochkameravorrichtung mit EOS-Bajonett zuhause.“ Inzwischen habe ich mich zwar von fast all meinen EOS-Sachen getrennt, doch eine gute alte 10D liegt noch hier – für die Lochkamerafotografie mehr als ausreichend.

lochblende

Und siehe da: Es funktioniert!

Nein, die Fotos sind wirklich nichts Besonderes, nur ein paar Schnappschüsse aus unserem Garten. Aber zum Ausprobieren reicht es. Mal sehen, wann ich mal dazu kommen, ein paar „richtige“ Aufnahmen mit der Lochkamera-10D zu machen. 😉

Ein Petzval-Objektiv…

… hat schon etwas. Da steckt eine ganze Menge Geschichte dahinter und sowas fasziniert mich. Aber auch wenn ich die Leute von Lomography toll finde und ihren Enthusiasmus bewundere, so kann ich mich selbst dennoch nicht davon überzeugen, über €500,- für eine neugebaute Replika eines Petzval-Objektivs zu bezahlen. Ja, das 85er Petzval ist spannend, sehr spannend; ebenso wie das 58er Petzval oder auch das neuste Projekt, das Daguerreotype Achromat 2.9/64. Doch obwohl ich die Bildergebnisse faszinierend (click und click) finde, ist es mir einfach zu viel Geld. So weit reicht mein Wahnsinn dann doch nicht. 😉

Allerdings, so muss ich gestehen, hätte sowas schon gerne zum Spielen. Da ich ja nun auch manchmal eine Art „Linsenbastler“ bin, dacht ich mir, dass man auch auf günstigerem Weg an sowas kommen müsste. Aber ganz so einfach war das dann doch nicht, denn originale Petzval-Objektive erzielen auf EBAY meist enorm hohe Preise.
Kürzlich jedoch fand ich eines, das mit etwas Glück bezahlbar bleiben würde, da der eigentliche Fokusmechanismus durch das Rädchen unterhalb des Objektivs außer Betrieb war. Ein Feinmechaniker würde das sicherlich wieder hinbekommen, doch fokussieren kann man noch immer durch Vor- und Zurückschieben des Tubus. Und tatsächlich, der Preis blieb in absolut erträglichem Rahmen. Jetzt musste ich nur noch einen Weg finden, das wirklich alte Objektiv an die Kameras zu bekommen. Da es dabei eigentlich nur um den Ausgleich des Auflagemaßes ging, war dies sehr leicht mit einfachen Zwischenringen möglich, die ebenfalls sehr günstig zu finden sind.

Und so sieht das zusammengebaute Petzval-Objektiv aus – mit echter Patina:

Petzval1

Nach etwas Feinarbeit macht es sich meines Erachtens recht gut an einer modernen Nikon:

PetzvalNikonW

Es bleibt die wichtigste Frage zu beantworten: „Welche Art Bilder macht es denn?“

Dieses Objektiv ist geschätzt ein 120er mit Blende f/4 mit einer unglaublich hohen Streulichtanfälligkeit. Keine der internen Linsen wird auch nur annähernd eine Vergütung haben. Man muss sich also zum einen auf eine starke Kontrastminderung gefasst machen.
Da dieses Objektiv keine Blende hat, fotografiert man zum anderen stets bei Offenblende. Somit wird die Leistung in der Bildmitte vermutlich noch halbwegs akzeptabel sein, zu den Ecken hin aber stark nachlassen.
Die ersten Bilder haben dann auch gezeigt, dass der Kontrast sehr schwach ist und die durchaus vorhandene Kernschärfe durch starke Überstrahlungen überlagert wird. Dieses Objektiv verlangt definitiv eine intensive Nachbearbeitung!

Und dennoch lässt sich damit fotografieren. Die Bilder haben eine ganz eigene Anmutung, die mir irgendwie gefällt:

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Petzval-Eigenbau an Nikon Df

Jetzt ist ein Petzval-Objektiv ja nicht unbedingt ein Landschafts-Objektiv. Ich bin echt gespannt, wie es sich bei Portraits macht, für die es ja eigentlich gerechnet wurde…

„Redscale“ … Was ist denn das nu‘ wieder?

Was? Schon 10 Tage seit dem letzten Posting? Oh je. Da muss ich wohl mal wieder ran. 😉
Na ja, wie das so ist: das Semester ist gestartet, zwischendurch noch ein Kurztrip nach England (Bericht und Bilder folgen hoffentlich bald) und schon vernachlässigt man seinen Blog. Sowas aber auch!

Heute möchte ich von meiner ersten Erfahrung mit einem „Redscale„-Film berichten. Ich mag es ja sehr, mit meiner Ausrüstung zu spielen. Und genauso wie ich mit Lightroom-Filtern und Photoshop-Aktionen spiele, so möchte ich auch mit Film experimentieren. Da schwirren schon einige Ideen in meinem Kopf herum. Die erste, mit der ich mich beschäftigt habe, ist der „Redscale“-Film. Wikipedia erklärt es als …

eine Technik aus der analogen Fotografie, bei der der benutzte Film von der Rückseite belichtet wird. Je nach Belichtungszeit und Film werden die Fotos dadurch wenig gelbstichig bis deutlich rotstichig.

Ursprünglich wurde dafür ein Film einfach umgespult, inzwischen kann man aber auch fertige „Redscale“-Film kaufen, so z.B. von Rollei oder Lomography.

Etwas kritisch ist dabei die Entwicklung (obwohl es an sich gar keinen Unterschied machen sollte), denn gerade die Abzüge werden meist automatisch korrigiert. Nachdem ich leidvoll erfahren musste, dass Labore, wie sie beispielsweise von dm verwendet werden, alles nur noch vollautomatisiert erledigen – und daher wohl kaum sinnvoll mit den Farbverschiebungen des Redscale-Films umgehen werden, hatte ich mich entschieden, den Film über ein Lomography-Lab entwickeln zu lassen. Selbstentwickeln geht natürlich auch. Die Labs von Lomography brauchen eine ganze Weile und die Entwicklung (inkl. Scannen) ist nicht gerade günstig, doch sie machen einen guten Job und man kann die Scans direkt von einer Website herunterladen.

Das Besondere am Redscale-Effekt ist, dass die Farbverfälschung abhängig ist vom vorhandenen Licht und auch von der Belichtungszeit (!), mit der ein Foto aufgenommen wurde. Ein normaler Film zeigt bei Unter- oder Überbelichtung verschiedenen Helligkeiten, die Farben bleiben aber weitgehend gleich.
Diese kleine Collage verdeutlicht das:

BelireiheWeb

Die Gelbtonung des Bildes ist umso stärker, je mehr unterbelichtet das Bild wird. Wird der Film überbelichtet, wirkt er beinahe wie ein „normaler“ Film.

Ein Redscale-Film mag es hell (und dann leicht unterbelichtet). Denn zum einen verliert der Film ohnehin an Empfindlichkeit und zum anderen kommen die Farben besonders dann heraus, wenn die Sonne dabei hilft. Aber auch bei dunkleren Motiven kann der Effekt genutzt werden.

Ein paar weitere Beispiele:

Diese Innenraumaufnahme wirkt vor allem durch den Sonnenschein, der links auf den Vorhang scheint.
Diese Innenraumaufnahme wirkt vor allem durch den Sonnenschein, der links auf den Vorhang scheint.
Eine Kombination aus Redscale-Film und LensBaby-Einsatz macht das Foto doppelt außergewöhnlich.
Eine Kombination aus Redscale-Film und LensBaby-Einsatz macht das Foto doppelt außergewöhnlich.

Ja, und wozu braucht man das? „Brauchen“ wird das wohl kaum jemand, aber geht es beim Fotografieren denn immer um ein „Brauchen“? Bei mir jedenfalls nicht. Ich möchte Spaß haben und Neues ausprobieren. Man „braucht“ ja auch keine Filter á la Instamatic, Spaß machen sie aber dennoch. 😉

Das nächste Projekt nimmt sich den LomoChrome Turquoise XR 100-400 vor, der die Farben nochmal intensiver und auch in eine ganz andere Richtung verfälscht. Eigentlich wollte ich damit Fotos in Hastings und London machen, doch durch einen wirklich dummen Fehler von mir ist das leider nichts geworden. Also muss das noch ein bisschen warten.

Werde ich nun öfters mit einem Redscale-Film fotografieren? Nein, ich denke nicht. Ich habe zwar noch einen (höher empfindlichen) Rollei Nightbird im Kühlschrank, doch der Effekt ist wirklich zu speziell, um regelmäßig Verwendung zu finden.

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Die Fotos wurden gemacht mit einer Nikkormat FT2.

„Besten Dank“ für’s Nicht-Beachten!

Manchmal fragt man sich, ob die Fähigkeit Lesen zu können überhaupt noch eine Rolle spielt für die Auswahl von Bewerbern für einen Job.

Seit kurzem habe ich ja die Lomography Spinner 360. Und bevor ich sie für „richtige“ Fotos einsetzen wollte, habe ich sie erst einmal mit einem Test-Film ausprobiert, um zu sehen, ob die Kamera ordentlich belichtet und der 360°-Dreh auch vernünftig funktioniert – aber auch, um zu testen, ob ich diese Panorama-Filme bei dm – meinem üblichen Kontakt zum Fotolabor für Farbfilme – abgeben kann. Soweit ich weiß, senden die dm-Filialen die Aufträge zu CeWe und bisher war ich immer sehr zufrieden. Man braucht zwar etwas Geduld, doch die Ergebnisse waren brauchbar und die Entwicklung günstig.

Die Kamera hat diesen Test bestanden, das Fotolabor leider nicht!

Denn obwohl ich deutlich auf dem Umschlag UND auf einer an der Filmrolle selbst befestigten Notiz darauf hingewiesen habe, dass es sich um Panorama-Aufnahmen handelt und dass sie den Film „bitte nicht schneiden“ sollen, kam der Film nach einer Woche geschnitten zurück. So ein Käse! Jetzt sind die Panoramaaufnahmen alle, ausnahmslos zerschnitten!

Die Fotos, die ich mit der Spinner 360 auf dem folgenden Tennis-Wochenende gemacht habe und auf die ich mich richtig freue, werde ich nach dieser Erfahrung NICHT bei dm abgeben. Mit bleibt wohl nicht anderes übrig, als bis nach Frankfurt zu fahren, denn dort gibt es das letzte Mini-Lab hier in der „Nähe“ (wobei „Nähe“ wirklich relativ ist, bei einer Autostunde).

Ich habe noch ein wenig versucht zu retten, was zu retten war, damit man wenigstens einen Eindruck von der (über) 360°-Panoramas bekommt:

Unsere Nachbarschaft
Unsere Nachbarschaft
Im Carport
Unterm Carport
Im Garten
Im Garten (mitsamt meiner Stirn) 😉

Lieben „Dank“ CeWe/dm, dass ihr freundliche Bitten und deutliche Anmerkungen einfach mal nicht beachtet!