Eine echte Schönheit!

Und eine sehr nette Geste!
Ein Fotofreund, den ich sehr mag, den ich aber viel zu selten – in letzter Zeit leider gar nicht – sehe, hat mir nicht nur kürzlich zu einer Sammlung von überaus interessanten Fotobuch-Klassikern (Ansel Adams, Time Life …) verholfen, sondern mir auch noch diese Schönheit zum Testen zugeschickt:

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Jawohl, eine Mamiya 7 – in meinen Augen eine der faszinierendsten Mittelformat-Messsucherkameras, die jemals gebaut wurden.

Die passende Batterie wird besorgt und dann freue ich mich schon darauf, mit ihr spazieren zu gehen. Das wird wohl ein Frühjahr des „großen“ Mittelformates, mit einem Vergleich zwischen Mamiya 7, Fujica GW690 und Moskva-5. Klasse!

 

Liebesgrüße aus Moskau

Na ja, eher wohl aus Kiew.

Vor ein paar Tagen kam es an, mein neues „Spielzeug“. Sie kennen ja den Spruch: „The difference between men and boys is the size of their toys„. Manche schreiben statt „size“ auch „price„. Kann man halten wie man will. 😉

Ladies and Gentlemen, die MOSKVA-5 (MOCKBA-5):

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Man mag sich nun fragen, warum ich mir denn noch eine 6×9-Kamera geleistet habe, wo ich doch von der Fuji GW690 so begeistert bin. Ja, bin ich auch, doch was mich an der Moskva so fasziniert hat ist, dass sie eine Balgenkamera ist – ähnlich wie die Voigtländer aus 1936, nur eben viel neuer und vor allem mit Messsucher.

Sicher, so richtig modern ist diese Kamera aus Krasnogorsk auch nicht. Das Fotografieren mit ihr ist zwangsläufig sehr „überlegt“ und erinnert ein wenig an die Großformatfotografie, doch genau diese Entschleunigung genieße ich bisweilen sehr.

Doch von Anfang an…
Die Moskva-5 ist eine Mittelformatkamera, mit der man auf 120er Rollfilm entweder im Format 6x9cm oder 6x6cm aufnehmen kann. Dafür gibt es zum einen eine Maske, die ins Bildfenster geschoben werden kann und zum anderen einen Schalter, der den Sucher vom Quer- zum quadratischen Format umschaltet. Clever!

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Rechts auf dem Gehäusedeckel ist der Formatwahlschalter für den Sucher zu erkennen. Das Objektiv mit Balgen ist ein Industar 3.5/105 und damit ein wenig „länger“ als das Fujinon in der Fujica GW690.

An der Hinterwand sind zwei verschließbare Sichtfenster angebracht, durch die man die Bildanzahl ablesen kann.

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Das Besondere – für mich – an einer Balgenkamera ist die hohe Portabilität, da sie zusammen gelegt in eine Manteltasche passt:

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Das nächste Bild macht die Dimensionen anhand eines 120er und eines Kleinbild-Filmes deutlich:

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Ausgeklappt erreicht das Objektiv durch den Balgen dann die volle Länge:

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Ein 105mm-Objektiv mit der maximalen Blende von f/3.5 sorgt bei einem Negativformat von 6×9 für die typische „Mitteformat-Bildwirkung“.

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Der Verschluss ist ein „Moment 24c“ und reicht von 1 Sekunde bis zu 1/250s plus einem „Bulb“-Modus. Ja, man darf anmerken, dass 1/250 nicht wirklich kurz ist, doch für die meisten Fälle reicht das auch bei Tageslicht aus. Mehr war einem Zentralverschluss aus diesem Jahrgang wohl nicht zuzumuten. Ich hatte tatsächlich überlegt, ob dies nicht ein „K.O.“-Kriterium für mich ist, doch ich bin ja nicht darauf angewiesen, nur mit dieser Kamera zu fotografieren und wenn es dennoch unbedingt bei Sonne sein muss, dann lässt sicher ja auch abblenden oder filtern (auch wenn es kein Filtergewinde gibt).

Wie fotografiert man denn nun mit der Moskva?

Nun man spult den Film mit dem Drehknopf auf der linken Schulter bis zu einem merkbaren Widerstand vor, das gibt gleichzeitig den Auslöser frei. Dann wählt man Blende und Belichtungszeit, fokussiert durch den Messsucher und spannt den Verschluss mit dem kleinen Hebel rechts unten am Objektiv. Erst dann kann man auslösen. Hat man eines davon vergessen, lässt sich der Auslöser entweder nicht drücken oder das Bild ist falsch belichtet. Das meine ich mit „entschleunigtem“ Fotografieren. 😉

Dieses Video zeigt die Bedienung recht anschaulich:

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Ist sie nicht eine Schönheit?
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Und je nach Perspektive sieht sie gar nicht so groß aus.

Der erste Film ist geladen und ich freue mich schon darauf, mit der Moskva-5 auf Tour zu gehen. Mal sehen, wann ich sie zum ersten Mal ausführen kann. Eigentlich hatte ich vor, sie heute schon zu verwenden, doch zu einem eigentlich geplanten Leica-Freunde-Treffen in Idstein, dem traditionellen „Dreikönigstreffen“, konnte ich heute aufgrund von üblem Eisnebel in unserer Gegend leider nicht fahren.

Sobald die Fotos gemacht und entwickelt sind (das wird ’ne Weile dauern), werde ich sie hier natürlich zeigen.

Bad Homburg in 6×9 (und 35mm)

Am Samstag hatte ich endlich mal wieder etwas Zeit für’s Fotografieren. Ja, wirklich! Man mag es kaum glauben.

Verbunden habe ich einen kleinen Foto-Spaziergang durch Bad Homburg, leider zeitweilig im strömenden Regen, mit einem überaus netten Besuch bei einem Fotofreund und seiner Familie, die ich bei dieser Gelegenheit auch einmal kennenlernen durfte. (Herzlich Grüße in die Theodor-Storm-Straße!)

So kamen ein Traumhaftes-Fotozeugs-Begrabbeln (mehrere Leicas, Nikons und Mittelformatkameras), ein Spaziergang durch die Fußgängerzone, zum Schloss und zur evangelischen Kirche sowie ein echt leckeres Abendessen (Ganz lieben Dank, Mena!) an einem Tag zusammen. Wie wunderbar!

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Nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was dort alles auf dem Tisch lag. Ein wahrer Traum für alle Kameraverrückten!

Zum Einsatz kamen auf dem „Foto-Walk“ meine Nikon Df (mit dem 1.4/35 und dem Sigma 17-35) sowie die Fujica GW690.

Damit dieser Kamera-Blog auch mal wieder etwas zu einem Foto-Blog wird, hier nun ein paar Ergebnisse vom Samstag.

Das Bad Homburger Schloss. (Ja, es hat auch geregnet, siehe rechtes Bild.). [Nikon Df mit Nikkor AI 1.4/35]

Die evangelische Kirche, direkt in der Nähe des Schlosses. Wenn man dort hinein kommt, dann meint man sich in eine alt-byzantinischen Basilika versetzt. Beeindruckend.
[Nikon Df mit 1.4/35 bzw. Sigma EX 17-35]

Und schließlich ein paar Fotos, die mit der Fujica GW690 auf Rollei RPX 400 gemacht wurden, entwickelt in Adonal 1:25, 13 Minuten bei 20°C, 30sekündiger Kipprhythmus, gescannt mit einem Epson Perfection 3200 Photo.

Spannend finde ich hier, den Unterschied zu sehen, wie das Schloss wirkt – einmal im Sonnenlicht und einmal bei diffusem Licht durch den bedeckten Himmel. Diese beiden Fotos sind innerhalb von etwa 5 Minuten entstanden.

Aber eines habe mir diese Fotos erneut gezeigt: Ich „liebe“ diese beiden Kameras!

P.S.: Und eine Kiste Lego classic habe ich für meine Kinder in der Fußgängerzone auch noch gefunden. Darauf fahren sie im Moment total ab. 😉

Endlich das ganze Set nutzbar…

Ein Sonntag im Juli. 38° C draußen. Trotz Pool-Planschbecken im Garten irgendwann kaum mehr auszuhalten. Also ab ins Arbeitszimmer im Kellergeschoß. Angenehme 22°C. Und wenn man schonmal am PC sitzt, dann kann man ja auch direkt einen Blogeintrag schreiben. 😉

In diesem Posting hatte ich ja schon einmal von meinem „kompletten“ Mittelformat-Set berichtet – und hier (in den Kommentaren) von dem Ärger mit dem Verkäufer des MIR-26B 3.5/45, der mir das Objektiv mit dem falschen Bajonett (für Kiev-88 statt für Kiev-60) geschickt hat.
Ich hatte mich schon damit abgefunden, das Zeiss Flektogon 4/50 als Weitwinkel an der Pentax 645 zu nutzen, was nicht allzu schwierig war, da das ein tolles Objektiv ist. Doch so ganz lies mir das 45er dann doch keine Ruhe. Einfach nur zum Herumstehen war es mir zu schade und verkaufen wollte ich es auch nicht, da ich ja selbst die Blende wieder gängig gemacht habe und es daher nicht mehr als „neuwertig“ hätte anbieten können. Ein deutlicher Verlust wäre die Folge gewesen. Was also tun?
Ich suchte ein wenig herum, um einen bezahlbaren Adapter von Kiev88-auf-Kiev60 zu finden. Erst bei einem russischen Anbieter war ich erfolgreich. Nach etwa zwei Wochen kam der Adapterring dann auch an und passte sehr gut auf das Bajonett des Objektivs. Durch den Adapter wurde allerdings der Bajonett-Durchmesser um etwa 0,5 mm größer. Klingt nicht viel, ist bei feinmechanischen Geräten aber eine Menge, was ich bemerkte als ich auf das geänderte Bajonett den Pentacon6-Pentax645-Adapter setzen wollte, an den das Flektogon und auch das Vega-12 ausgezeichnet passen. An den P6-EOS-Adapter passte das MIR auch so, an den P6-Nikon-Adapter aber wieder nicht. Die inneren Bajonett-Flügel des P6-P645-Adapters ragten zu weit innen hinein, so dass der Bajonettzylinder des MIR nicht durch die Öffnung einiger Adapter passte, wenn diese eng gearbeitet sind.

So ein Käse!„, dachte ich natürlich. Jetzt habe ich schon alle Adapter, die ich brauche und kann das 45er doch nicht nutzen.

Aber so einfach gebe ich mich nicht geschlagen! Einen neuen „Dremel“ brauchte ich ohnehin (auch wenn ich mich für ein Produkt von Mannesmann entschied, das für mich völlig ausreicht). Gestern nun, als ich zwischendurch mal ein wenig Zeit hatte, der Rasen gemäht war und meine Kinder draußen im „Pool“ spielten, machte ich mich ans Werk. Ich musste die Flügel des Adapters nur um die gemessenen 0,5 mm kürzen. Und siehe da, nach ein paar vorsichtigen, schrittweisen Versuchen passte es. Jetzt kann ich mir dem MIR-26B 3.5/45 auch an der Pentax 645 fotografieren, was mir immerhin einen Bildwinkel bietet, wie man ihm mit einem 28-mm-Objektiv am Kleinbild erreicht. Das ist doch schonmal was…

MIR26a

Und ich muss sagen, dieses Weitwinkel macht sich auch von der Balance her an der Pentax sehr gut.

MIR26bWie die Bilder damit werden, kann ich erst sagen, wenn der Film voll ist und entwickelt wurde. Das wird eine Weile dauern, denn es ist ein Farbfilm in der Kamera. Da muss also mal wieder dm ran…

Hessen im Mittelformat…

Endlich!
Endlich habe ich die Negative des Portra 160 zurück, mit denen ich in Marburg und im Hessenpark fotografiert habe.
Endlich hatte ich heute auch die Zeit („Brückentag“ sei Dank!) die Fotos einzuscannen – wenn auch nur „quick’n’dirty“.

Deshalb gibt es jetzt mal wieder einen Foto-Beitrag.

Kamera: Pentax 645645vega12
Objektiv: Vega-12 2.8/90
Film: Kodak Portra 160
Scanner: Epson 3200 Photo mit SilverFast

Im Hessenpark bei Neu-Anspach stehen, sitzen und liegen seit einiger Zeit überlebensgroße Figuren, die ich wirklich toll fand. Da bei solchen Portraits auch keine Modellverträge abgeschlossen werden müssen, habe ich einmal versucht, den typischen Mittelformat-Effekt einer deutlichen aber sanften Freistellung herauszukitzeln:

Hessenpark1w

Auch bei Ganzkörper-Portraits funktioniert das:

Hessenpark4w

Der Effekt wird natürlich reduziert, wenn der Hintergrund sehr nahe am Sujet ist:

Hessenpark2wAber die Schärfe und die Auslösung sind beeindruckend (was sich online hier im Blog nur andeuten lässt).

Kommen wir nun zu Marburg. Als ich vor ein paar Wochen ein wenig vor einem Treffen warten musste (und ich vorsorglich mal die Kamera eingepackt hatte), habe ich in der Oberstadt nach Motiven gesucht.

Marburg ist ein wirklich schönes Städtchen…

Marburg6

… mit vielen wundervollen Details:

Marburg4

Marburg2

Als ich diesen kleinen Durchgang fotografierte und mich einfach nur herumdrehte, bemerkte ich aber, dass leider auch hier ein paar Minderbemittelte ihre „Werke“ hinterlassen mussten:

Marburg5

Wenn Graffiti wenigsten schön und/oder lustig ist, kann man sich daran ja noch erfreuen. Aber so?Marburg3Nun ja, Deppen gibt es wohl überall. Sogar in Marburg.

Was habe ich – außer dieser Feststellung – für mich geschlossen?

  • Ich liebe den Kodak Portra 160 mit seiner sanften Farbgebung!
  • Mittelformat (mit der Beschränkung auf 15 Fotos pro Film) inspiriert mich. Zumindest zur Zeit. 😉

Im Moment habe ich einen Fujifilm fertig fotografiert und einen alten Kodak Vericolor in der Pentax. Bin sehr gespannt…

Perfektes Timing!

Vor gut einer Woche berichtete ich davon, dass mein MF-Set nun bald komplett sei – und (in den Kommentaren) davon, dass der Verkäufer des MIR-26 mir die falsche Version des Objektivs geliefert hat (da sehe ich schon einen EBAY-Fall, denn bisher hat er nicht auf meine Nachrichten geantwortet). Mitte der letzten Woche habe ich dann eine Alternativ-Lösung gefunden, die mir bisher immer zu teuer war: das Zeiss Flektogon 4/50 (das an der Pentax 645 in etwa einem 28er am Kleinbild entspricht).

Heute bereits ist es  – und damit perfekt für das morgige „Analog-Revival-Treffen“ getimed – bei mir angekommen. Respekt! Das ging flott. Das Flektogon ist zudem in einem sehr guten Zustand. Klasse!

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Jetzt ist mein 6×4.5-Set wirklich komplett!

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Neben dem ausgezeichneten „Universal-Portrait-Zoom“ Pentax-A 4.5/80-160 und der lichtstarken Normalbrennweite Vega-12B 2.8/90 rundet nun das Carl Zeiss Jena Flektogon 4.0/50 das Set im Weitwinkelbereich ab. (Dir Frontlinse ist echt ein Monster! 86mm!!)

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Das Vega und das Zeiss sind Pentacon SIX Objektive, die ich sogar an meine DSLRs und Systemkamera adaptieren kann, den passenden Adapter hatte ich bereits. (Für das Pentax-Zoom ist mir der Adapter zu teuer.)

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Obwohl wir morgen ja auf S/W-Kleinbild-Film fotografieren und die Rollen anschließend direkt entwickeln wollen, kommt das Set mit. Niemand der Fotofreunde, die ich morgen treffe, hat je auf Mittelformat fotografiert. Das wird für sie sicher spannend!

Manchmal läuft es schneller als man es erwartet. (Zumal gerade der Paketdienst geklingelt und den DIN A3-Drucker geliefert hat, den wir frühestens für Montag erwartet haben. 😉 )

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Hier gibt’s ein paar Infos zu den Pentacon SIX Objektiven…

Mittelformat im Hessenpark

Na, wenn das kein „retro“ ist. 😉

Gestern kamen ein paar Leica-Freunde zu ihrem alljährlichen Treffen im Hessenpark zusammen. Das hat inzwischen eine über 10jährige Tradition und ich war natürlich auch dabei. Im Leica-Forum wird darüber berichtet. Die Zeit vertreibt man sich dabei mit Fotos machen, Kameras und Objektive „begrabbeln“, Kaffeetrinken und vor allem damit, sich überaus nett zu unterhalten.

Collage
Einige meiner Fotos, die mit der Nikon Df oder der Leica M8 entstanden sind.

Das Angenehme an diesen Treffen ist auch, dass obwohl alle irgendwo Leica-Fans sind, viele auch gerne mit anderen Kameras fotografieren und daher keine anderen Marken ausschließen. Es sind eben keine Dogmatiker, sondern Menschen, die gerne Fotos machen und zwar mit Apparaten, die ihnen Spaß bereiten.

Also nutzte ich die seltene Gelegenheit eines freien Tages (es war übrigens mein erster freier Tag nach 27 Arbeits-Tagen in Folge!), um die Pentax 645 mal an die frische Luft zu bringen. Und um das Ganze auch zu einem kompletten Erlebnis zu machen, fotografierte ich auf einem S/W-Film, einem (leicht abgelaufenen) Rollei R3, den ich selbst entwickeln und einscannen konnte.

Hier nun einige der Fotos aus der 15er-Rolle.

Belichtet auf ISO 320 in der Pentax 645 mit dem Pentax-A 4.5/80-160 bzw. dem Vega-12B 2.8/90, entwickelt in Kodak D-76 (stock, 11 min bei 22°C und minütlicher Agitation), fixiert in Tetenal Superfix Plus, „quick’n’dirty“ Scan mit dem Epson 3200 und Tonwertanpassung per Photoshop CC.

Diese Bilder sind keineswegs „besser“ als diejenigen, die ich mit meinen Digitalkameras mache, aber es ist schon ein tolles Gefühl, komplett alleine für diese Bilder verantwortlich zu sein. 🙂