Citograph … erste Beispiele

Der erste Teil eines „rolling review“ des neuen C.P. Goerz Citograph 35.

Heute, ich musste zum Zoll, um eine Sendung aus der Schweiz abzuholen (dazu später mal), nahm ich meine M8 mit dem Citograph mit, um bei bestem Winterwetter, trocken, kalt und sonnig, die erste Fotos damit zu machen.

Recht schnell ist mir aufgefallen, dass man den Umgang mit dem Objektiv erst einmal lernen muss, da es – als Hyperfokalobjektiv – nicht mit dem Musssucher gekuppelt ist und somit auch nicht für eine Parallaxangleichung sorgt, muss man selbst daran denken. Zur Erinnerung: bei einer Messsucherkamera schaut man nicht durch das Objektiv, sondern gewissermaßen oben-links daran vorbei.
Wenn man das nicht beachtet, stimmen die Kompositionen nicht:

cito_mr4_zoll

Man hat sich aber schnell daran gewöhnt und kriege zügig ein Gefühl dafür, was die Kamera durch das Objektiv aufnimmt.

 

cito_mr2_zoll
Marburg hat eine „Stadtautobahn“, die nicht nur höher liegt als die anderen Straßen, sondern schon seit Bau Grund für intensive Auseinandersetzungen ist.

 

cito_mr1_zoll
Das Zollamt, eine Zeitreise zurück in die gute, alte Amtsstube. 😉

 

 

cito_mr3_bikesun
Fahrräder in einer Stadt mag ich als Motiv sehr. Hier habe ich zudem versucht, mit Flares duch den direkten Sonneneinfall zu spielen. Da lässt sich wunderbar etwas provozieren.

 

Wie ist nun mein erster Eindruck? Nun ja, eigentlich ist es ja der zweite, der erste war die Überraschung ob der sehr stabilen Verarbeitung des Objektivs. Es mag sich so mancher fragen – ich zunächst übrigens auch – warum man ein hyperfokales Objektiv mit fester Blende f/8 an eine Leica M stecken soll. Das Ziel kann dabei doch gar nicht eine optimale Bildqualität sein, wofür Leica ja traditionellerweise steht. Das ist es auch nicht!

Leica steht aber auch seit jeher für unkompliziertes Fotografieren, das schnell genug funktioniert, um den „decisive moment„, den entscheidenden Moment einfangen zu können. In dieser Tradition sieht sich, so wie ich das verstehe, das Citograph 35 – und genau das vermittelt es auch, sobald man ein wenig damit fotogtrafiert hat.
Man muss nicht über Fokus und Blende nachdenken. Auch wenn einen das auf der einen Seite in seinen Möglichkeiten einschränkt, so wirkt es doch auf der anderen Seite erstaunlich erfrischend: Man sieht etwas, reagiert, nimmt die Kamera hoch und drückt ab. Fokusverzögerung gibt es ja nicht. Solche Schnappschüsse sind in der Tat mit „normalen“ AF-Objektiven kaum mehr zu erfahren. Das einzige Set, das mich ein wenig daran erinnert, ist die Olympus Pen E-P3 mit der Body Cap Lens 8/15, sehr ähnliche Parameter übrigens (15mm bei µ4/3 entsprechen 30mm auf Kleinbild). Allerdings ist die BCL 15 ein reines Plastik-Geschöpf und fühlt sich gänzlich anders, viel billiger an als das Citograph.

Die Abbildungsleistung des Citographs erscheint mir auch besser als die der Body Cap Lens. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Citograph an meinen spiegellosen Systemkameras machen wird.

Heute hat es jedenfalls richtig Spaß gemacht!

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