Meine Digitalkameras des Jahres 2015

Ende des letzten Jahres habe ich meine persönlichen „Produkte des Jahres“ in einem Posting zusammengefasst, dieses Jahr sollen es mehrere Teile werden.

Anfangen möchte ich mit „meiner Digitalkameras des Jahres 2015“. Wobei das eigentlich ein bisschen geschummelt ist, denn man mag es kaum glauben, aber ich habe mir in diesem Jahr keine neue Digitalkamera gekauft! OK, eine „persönliche Kamera des Jahres“ kann ja auch eine sein, die man schon länger hat und die man am meisten und/oder am liebsten genutzt hat. Nun denn…

Den dritten Platz teilen sich die Leica M8 und die Fuji X-E2. Die M8 ist neu unter den Top-3, denn in diesem Jahr habe ich mit ihr weitaus öfters fotografiert als noch im letzten Jahr, vor allem ab Herbst. Den Grund dafür wird man im Teil „manuelle Objektive des Jahres“ finden. 😉
Die X-E2 ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz nach unten gerutscht – und sie wäre womöglich gar nicht unter den ersten 3 wenn ich nicht in unserem England-Urlaub beinahe ausschließlich mit ihr fotografiert hätte. Sie war die einzige Digitalkamera, die ich dort mit hatte. Es ist noch immer eine tolle Kamera, doch sie ist in der Art der Fotografie der Leica sehr ähnlich und wenn die M8 mehr Raum einnimmt, bleibt weniger für die X-E2 übrig.

Auf dem zweiten Platz landet die letztjährige Dritte, die Fuji X-T1. Warum ist sie diesmal vor ihrer Schwester gelandet? Fuji hat sie mit einem tollen Firmware-Update ausgestattet, das – ohne es überdeutlich zu machen – alles ein wenig „geschmeidiger“ und flotter wirken lässt. Außerdem sind neue Funktionen hinzu gekommen. Und da ich sowohl die Bedienung der Kamera als auch die Bildergebnisse ohnehin schon sehr gemocht habe, landet sie in 2015 auf dem zweiten Rang.

Den ersten Platz kann die Siegerin des letzten Jahres verteidigen: die Nikon Df. Für mich stimmt an dieser Kamera einfach alles: Aussehen, Bedienung, Bildqualität, Vielseitigkeit – es gibt nichts, was mich wirklich stört, obgleich ich in diesem Jahr näher an ihre Grenzen geraten bin als noch in den ersten Monaten, in denen ich sie hatte. Neulich habe ich während eine Indoor-Reitturniers meiner Tochter fotografiert, mit dem Sigma 80-400 OS an der Df und da hat hier und da der AF schon schwer zu kämpfen gehabt. Die Bedingungen waren aber auch höchst schwierig, von Kontrasten, an denen sich der AF orientieren konnte war in düsteren Ecken der Halle kaum mehr zu reden. Da ich aber nicht genau weiß, ob es nun am AF-System der Df oder eher am Objektiv gelegen hat, möchte ich das vereinzelte „Pumpen“ nicht nur der Kamera anlasten. Die Nikon Df ist für mich meine persönliche „digitale Kamera des Jahres 2015“.

Welche die generelle Digitalkamera des Jahres 2015 für mich ist, folgt im letzten Teil dieser Serie, wenn ich über Dinge schreibe, die ich nutzen durfte, aber nicht selbst besitze.

 

 

Ausrüstung des Jahres 2015

Ja, auch in diesem Jahr möchte ich eine ganz persönliche Zusammenstellung präsentieren von Ausrüstungsgegenständen, die mich im zu Ende gehenden Jahr besonders beeindruckt haben.

Diesmal wird die Liste der Kategorien aber etwas anders sein, denn zu einigen der Sparten vom letzten Jahr könnte ich von keinen neuen Erfahrungen berichten. Zudem werde ich keine eigene Liste über Dinge, die ich nicht habe, sondern nur nutzen konnte, erstellen. Geliehene Sachen erhalten einfach einen eigenen „Bullet Point“ in der 2015er Liste.

Ich werde also schreiben über:

  1. Meine Digitalkameras des Jahres
  2. Meine analogen Kameras des Jahres
  3. Meine AF-Objektive des Jahres
  4. Meine manuellen Objektive des Jahres
  5. Meine Kamerataschen des Jahres
  6. Meine Fotobücher des Jahres
  7. Mein Zubehör des Jahres
  8. Geliehene Sachen, die mich überzeugen konnten

Nach und nach werde ich die einzelnen Bereiche abarbeiten und hier veröffentlichen. Bleiben Sie also dran…

 

Blog-Bühne 2015

Auch in diesem Jahr startet wieder die Fotografie-Blog-Bühne von fotografr.de (Michael Kirchner).

stage

Und auch in diesem Jahr mache ich gerne wieder mit. Man lernt so immer wieder viele neue spannende Blogs kennen.

OK, hier nun die Antworten von RetroCamera.de:

RetroCamera.de
https://retrocameracs.wordpress.com/2015/12/11/blog-buehne-2015/

Ich blogge, weil ….

… es mir total viel Spaß macht und ich gerne die Gedanken, mit denen ich mich beschäftige mit anderen teilen möchte. Dafür nutze ich auch die sozialen Netzwerke, was noch effektiver ist, doch ein Blog ist irgendwie auch meine „Online-Heimat“. Ich wünscht nur, ich hätte mehr Zeit übrig.

Meine Fotos zeichnen sich aus durch ….

Oh weh, Eigenlob! Hmmm… ich denke in erster Linie durch eine ziemlich durchdachte Komposition und kontraststarkes S/W. 😉

Den größten Schritt in meiner fotografischen Entwicklung habe ich durch …. gemacht.

Da fallen mir mehrere Antworten ein:

  • Lange Gespräche mit befreundeten Fotografen.
  • Ein paar sehr gute Vorträge von Profis.
  • Einige überaus gute Foto-Bücher.

Aber auch – selbst wenn das kaum jemand lesen will…

  • Eine bessere, faszinierende Ausrüstung. Eine Kamera und ein Objektiv können mich „kalt“ lassen oder mich „inspirieren“. Das hat nicht einmal unmittelbar mit dem Preis zu tun sondern ist überaus persönlich – und kann kaum objektiv erklärt werden.

Meine fotografischen Fähigkeiten möchte ich vor allem im Bereich …. weiter voranbringen.

Portrait. Ganz einfach. 😉

Dieses fotografische Projekt werde ich im Jahr 2016 umsetzen: …

Endlich das Panorama-Buch angehen, dass mir schon lange im Kopf herumschwirrt. Außerdem habe ich da so eine Idee, ein paar (der wenigen) technischen Orte (Kieswerk, Biogasanlage etc.) in unserer Gegend abzulichten und daraus einen Kalender (für 2017) zu gestalten.
Zusätzlich habe ich kürzlich erfahren, dass es im Nachbarort eine sehr engagierte Modellflugbau-Gruppe gibt. Die möchte ich in einer Reportage vorstellen. Erste Kontakte sind geknüpft, es muss nur noch Frühling werden. 😉
Es gibt da zudem noch so eine Idee mit der örtlichen Feuerwehr, aber das ist noch völlig unausgegoren.

Na ja, mal sehen, wie viel Zeit mir der Beruf lässt und was ich realisieren kann.

Das Ende einer Ära…

So wird es von den Fans gesehen. Manch anderer wird sich eher denken: „Oh, gab es diese Dinger denn noch immer?„.

Die Rede ist von der Holga, einer chinesischen Plastikkamera, bei der aber auch wirklich alles aus Plastik war – sogar das Objektiv (bis auf die Modelle mit einem „G“ im Namen). Diese Holga wird nun bald nicht mehr produziert.

Diese Kamera führte ein wechselhaftes Leben. Zunächst als billige Volkskamera auf den Markt gebracht, erhielt sie im Laufe der Jahre eine Art Kultstatus, nicht nur aufgrund ihrer doch sehr eigentümlichen Verarbeitungsqualität, sondern auch und vor allem aufgrund der typischen Abbildungs“leistung“. Die Kamera erzeugt Fotos, die durch viele Abbildungsfehler wiedererkennbar von einer Holga fotografiert worden sind. Das geht so weit, dass es zahlreiche Filter und Apps gibt (ähnlich wie bei Polaroid), die versuchen, genau diesen Effekt zu simulieren.

Das Team von digitalrev.tv portraitiert die Holga in einem Video informativ und bekannt unterhaltsam:

Lomographen nutzen die Holga, um besonders kreative Bilder zu gestalten. Noch gibt es ein paar Exemplare im Lomography Shop zu kaufen und die Lomography Website veröffentlichte jüngst auch einen Nachruf.

Ich habe mich in den letzten 10 Jahren zweimal an eine „Holga-Experience“ gewagt. Das erste Mal mit einer klassisch-schwarzen. Damals konnte ich den Bildern rein gar nichts abgewinnen. Die Holga führt nämlich ihr Aufnahmeformat ad absurdum: sie belichtet auf Mittelformatfilm, der eigentlich dazu gedacht ist, eine möglichst hohe Bildqualität zu erreichen.

Das zweite Mal, dass ich mich an eine Holga wagte, war mir einer quietschebunten in einer Phase, in der ich mich den Möglichkeiten einer „Toy-Camera“ auseinandersetzte:

Holga1

Die bunte Holga neben einer digitalen Toy-Cam, der Yashica EZ F521 Digital:

holga2

Doch auch das zweite Mal konnte mich der Hype um die Holga nicht erfassen. Meine Bilder waren oft gar nicht so typisch holgaesque, sondern oft nur verwaschen und unscharf. Dieser besondere Effekt kommt nicht automatisch, man muss ihn offenbar schon generieren können.

Und dennoch finde ich schade, dass es wieder einmal einen „Klassiker“ erwischt hat. Daher R.I.P., Holga, und lass es dir gut gehen, wo immer du im Kamerahimmel auch einen Platz finden wirst.

Warum geht man auf eine Kamera-Börse…

… wenn man heutzutage doch alles, was man braucht, in Internet-Auktionen finden kann?

Nun, ich muss gestehen, dass ich €BAY nicht (mehr) wirklich mag. Ja, ich nutze es immer noch recht häufig, da ich in der wunderschönen aber strukturschwachen Gegend, in der ich wohne, kaum eine andere Möglichkeit habe, an interessante Kameras und Objektive zu kommen. Hier und da kaufe und verkaufe ich auf Online-Fotoforen, da man dort in vielen Fällen auch die Gebühren spart. Das Angebot ist aber oft nicht allzu groß oder es werden ähnliche Mondpreise verlangt wie häufig bei Sofort-Kauf-Angeboten in der „Bucht“. Gelegentlich findet man aber doch ein gutes und bezahlbares Schätzchen.

Wenn man auf €BAY verkauft, wird einem der Spaß durch die m.E. extrem hohen Gebühren ziemlich genommen. Außerdem weiß man nie, ob der Käufer sich nicht einen Spaß daraus macht, Leute zu ärgern und einen Artikel in sehr gutem Zustand als unbrauchbar definiert und dann über PayPal sein Geld zurückholt. Als Verkäufer hat man nicht viele Möglichkeiten dagegen vorzugehen, in jedem Fall ist das PayPal-Konto erst einmal eine Weil gesperrt. Zum Glück bin ich bisher davon verschont geblieben.

Wenn man bei €BAY einkauft, dann weiß man nie wirklich, was man bekommt. In den meisten Fällen passt es, doch in meinem Freundeskreis habe ich schon so manches Erlebnis mitbekommen, das einen nur fassungslos dem Kopf schütteln lässt. Auch ich habe die eine oder andere unschöne Erfahrung mit – nun ja – nicht ganz zuverlässigen Verkäufern sammeln können. Artikel, die mit deutlicher Verzögerung verschickt wurden oder gar aus einem ganz anderen Land als angegeben (z.B. HongKong statt London) sind da nur harmlose Beispiele. Einmal wurde mir eine teildefekte Kamera als „voll funktionsfähig“ verkauft. Immerhin konnte ich da einen deutlichen Preisnachlass erwirken.

Nun mag man denken, diese beiden Absätze passen nicht so ganz zusammen. War ich so ein Käufer wie ich ihn oben beschreibe? Nein, denn solange der „gesunde Menschenverstand“ angelegt wird, lässt sich ziemlich klar sehen, ob ob es sich z.B. um einen kosmetischen Mangel handelt oder ob man von einem „Defekt“ reden muss.

Wie auch immer. Aber all diese Bedenken, das oft unnötig lange Warten auf ein Paket, der Ärger mit den Lieferdiensten, die schlechte Kommunikation und die Abzock-Gebühren haben mir den Spaß an €BAY teilweise verdorben.
Daher gehe ich sehr gerne auf Foto- oder Kamera-Börsen. Dort redet man direkt mit dem Verkäufer. Mit ein wenig Menschenkenntnis kann man das Gegenüber gut einschätzen. Preise lassen sich verhandeln und man kann – das ist ein Riesenvorteil – die Artikel anfassen und meist auch ausprobieren. Zudem nimmt man sein neues Schätzchen nach dem Kauf direkt mit.  Und die Preise? Die liegen meiner Erfahrung nach zwischen dem, was man in einer „normalen“ Online-Auktion und bei einem Sofort-Kauf zahlen würde.*

Inzwischen ist ein hoher sozialer Aspekt hinzugekommen: Ich fahre jetzt auf Kamera-Börsen, weil ich mich dort mit Fotofreunden treffe. Mindestens 50% der Zeit verbringen wir mit „Schnacken“ und Kaffeetrinken.

Auf geht’s! Fahren Sie mal zu einer Kamera-Börse, schnuppern sie die Luft, die nach alter Technik riecht und tauchen Sie ein in die Faszination von Feinmechanik und echtem Glas in Objektiven. 😉

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* Es gibt natürlich auch Auktionen, die ins exorbitant Hohe gesteigert werden und günstige Sofort-Kauf-Angebote.