Zeit für’s Hobby…

… oder warum sind immer Konferenzen, wenn wir tolles Wetter haben? 😉

Jeder kennt das. Man hat ein Hobby, oder zwei, und man liebt es, Zeit damit/dafür zu verbringen. Aber genau dies, die Zeit, ist oft das Problem. Wenn der Job den Tag schon gut ausfüllt und das Zuhause auch ein wenig Zuwendung braucht, dann gehören die restlichen Stunden der Familie und für die Hobbies bleibt nichts mehr übrig.
Das sollte nicht so sein. Natürlich darf die Zeit für die Familie nicht geopfert werden, der Job sorgt dafür, dass man sich Haus und Hobby leisten kann und die Arbeit im und am Haus macht sich auch nicht von alleine. Doch irgendwie und irgendwo muss man doch etwas abzweigen können, damit die Kamera- oder die Sporttasche nicht schon wieder zwei Wochen unangetastet in der Ecke steht – oder der Blog sich nach Worten sehnt.

Ich glaube, wenn ich darauf eine brillante Antwort wüsste, liefe das Geldverdienen ganz von alleine. 😉

Eine Lösung ist es, so denke ich, die Hobbies irgendwie in den Alltag zu intergrieren, was – je nach Job – gut oder weniger gut funktioniert. Wer in einer Stadt arbeitet und regelmäßig eine Mittagspause machen kann, der kann ein Fotohobby sehr gut integrieren. Als Lehrer im ländlichen Bereich, ist das kaum möglich und auch von den Motiven her wenig interessant. Daher bin ich dankbar, zum einen eine Interessen-Heimat bei Leica Historica gefunden zu haben und zum anderen Freunde zu haben, mit denen ich Hobbies teile. So kommt es doch eher einmal dazu, dass einer von uns eine Idee hat und man sich dafür etwas Zeit nicht nur freiräumen will, sondern auch freiräumen MUSS. Und dann macht man das auch.

So freue ich mich zum Beispiel sehr auf den 28.02., an dem ich mich mit einem sehr guten Freund zu einem Vortrag bei Leica treffe. Die Idee dazu hatten wir beinahe zeitgleich, die erste Initiative kam von ihm. Solche Freunde braucht man! 🙂

THE END OF AN AMERICAN SUMMER

Vielleicht erinnern Sie sich. Vor etwa drei Jahren habe ich ein Foto-Buch online entdeckt, dessen Bildsprache und Atmosphäre mir äußerst zugesagt hat: Diamaondtimes von Ben Bernschneider. Bernschneider erzählt in seinen Bildern von einer Art Roadtrip durch die USA, von Begegnungen mit überaus attraktiven Menschen und „lazy afternoons“ in intimen Stimmungen unter Freunden, in die man sich unwillkürlich hineinwünscht.

Ich stehe seitdem mit Ben Bernschneider in Kontakt und habe jetzt über die neuen Medien von ihm erfahren, dass sein neues Buch, der dritte Teil im April 2018 erscheint: The End of an American Summer.

(Mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Ben Bernschneider.)

Die besondere Ästhetik Bernschneiders ruft dem Betrachter entgegen: „Ihr seid jung! Geht raus, seid unterwegs, genießt das Leben!“ Dem Fotografen scheint dabei völlig egal zu sein, womit er fotografiert, ob auf Film oder digital, ob mit einer hochwertigen oder einer Toy-Kamera. Genau das finde ich gut. Da sind neben sehr sauber wirkenden Fotos, Mehrfachbelichtungen zu sehen und Bilder mit Lichteinfall. Doch all dies trägt zur Geschichte, zur Atmosphäre bei – und so soll es sein.

Diese fotografische Reise durch den amerikanischen Sommer zeigt eine lebensfrohe, optimistische USA, wie ich sie auch kenne, oft mit einer ganz eigenen Eleganz, gelegentlich mit einer etwas „schnoddrigen Klappe“, ziemlich „naughty“ und überaus sexy aber defititiv nicht die hasserfüllte Version eines Donald Trump, die sich zur Zeit so häufig manifestiert.
Von daher schwingt in diesere Trilogie deutliche Sehnsucht mit und die Hoffnung, dass die USA sich irgendwann wieder so präsentiert, wie Bernschneider sie zeigt – genau das Gegenteil von school shootings und Fremdenfeindlichkeit. Lasst uns mithoffen. Die Bilder Bernschneiders helfen dabei.

 

 

 

Arm, ganz arm!

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Text schreiben soll. Ich habe mich für „ja“ entschieden.

In letzter Zeit – keine Ahnung, warum sich das so häuft – wurden über die Kommentarfunktion mehrere anonyme Beleidigungen übelster Art unter einen Artikel geschrieben, der sich damit befasste, welche unglaublichen Erfahrungen ich mit Hermes schon gemacht habe. Diese „Kommentare“ schalte ich natürlich nicht frei – mein Blog, meine Regeln! Beleidigungen und Hasskommentare lasse ich nicht zu. Punkt.

Der verlinkte Artikel ist zu 100% wahrheitsgemäß, es ist nichts dazu erfunden, nichts schlimmer dargestellt als es war. Ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit Hermes gemacht – allerdings nicht wirklich regelmäßig. Dass es mit der Paketlieferung ganz anders und viel besser geht, zeigen hier DHL, UPS und seit kurzem auch DPD. Großes Kompliment!

Was mich – ich bin wohl einfach zu gut erzogen oder zu sehr „Gutmensch“* – wirklich erstaunt hat, ist das erschreckende Niveau dieser „Kommentare“. Da wird sich verbal aus der unterste Fäkalienebene bedient. (Und ich bin Lehrer, ich kriege so einiges mit.)
Wenn sich dann einige dieser Personen als Paketboten identifizieren, kann ich vielleicht ihre Verärgerung nachvollziehen, nicht aber die Art der Reaktion. Dass erwachsene Menschen sich einer derartigen Wortwahl befleißigen, schockiert mich immer wieder.

Ich habe mich übrigens entschieden, diesen Text zu schreiben, weil ich vermute, dass Leser, die keinen eigenen Blog schreiben, sich kaum vorstellen können, welche unfassbar verletzend gemeinte Kommentare in der Tat abgegeben werden.

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* Ich habe übrigens keinen Schimmer, wann und warum der Begriff „Gutmensch“ zu einem Schimpfwort wurde, oder warum „Bildungsbürgertum“ in Teilen der Bevölkerung negativ besetzt ist. Wer das so sieht, der zeigt wessen Geistes Kind er ist und darf gerne diesen Blog verlassen. Gerne auch für immer! Tschüss, Pegida!

Citograph … erste Beispiele

Der erste Teil eines „rolling review“ des neuen C.P. Goerz Citograph 35.

Heute, ich musste zum Zoll, um eine Sendung aus der Schweiz abzuholen (dazu später mal), nahm ich meine M8 mit dem Citograph mit, um bei bestem Winterwetter, trocken, kalt und sonnig, die erste Fotos damit zu machen.

Recht schnell ist mir aufgefallen, dass man den Umgang mit dem Objektiv erst einmal lernen muss, da es – als Hyperfokalobjektiv – nicht mit dem Musssucher gekuppelt ist und somit auch nicht für eine Parallaxangleichung sorgt, muss man selbst daran denken. Zur Erinnerung: bei einer Messsucherkamera schaut man nicht durch das Objektiv, sondern gewissermaßen oben-links daran vorbei.
Wenn man das nicht beachtet, stimmen die Kompositionen nicht:

cito_mr4_zoll

Man hat sich aber schnell daran gewöhnt und kriege zügig ein Gefühl dafür, was die Kamera durch das Objektiv aufnimmt.

 

cito_mr2_zoll
Marburg hat eine „Stadtautobahn“, die nicht nur höher liegt als die anderen Straßen, sondern schon seit Bau Grund für intensive Auseinandersetzungen ist.

 

cito_mr1_zoll
Das Zollamt, eine Zeitreise zurück in die gute, alte Amtsstube. 😉

 

 

cito_mr3_bikesun
Fahrräder in einer Stadt mag ich als Motiv sehr. Hier habe ich zudem versucht, mit Flares duch den direkten Sonneneinfall zu spielen. Da lässt sich wunderbar etwas provozieren.

 

Wie ist nun mein erster Eindruck? Nun ja, eigentlich ist es ja der zweite, der erste war die Überraschung ob der sehr stabilen Verarbeitung des Objektivs. Es mag sich so mancher fragen – ich zunächst übrigens auch – warum man ein hyperfokales Objektiv mit fester Blende f/8 an eine Leica M stecken soll. Das Ziel kann dabei doch gar nicht eine optimale Bildqualität sein, wofür Leica ja traditionellerweise steht. Das ist es auch nicht!

Leica steht aber auch seit jeher für unkompliziertes Fotografieren, das schnell genug funktioniert, um den „decisive moment„, den entscheidenden Moment einfangen zu können. In dieser Tradition sieht sich, so wie ich das verstehe, das Citograph 35 – und genau das vermittelt es auch, sobald man ein wenig damit fotogtrafiert hat.
Man muss nicht über Fokus und Blende nachdenken. Auch wenn einen das auf der einen Seite in seinen Möglichkeiten einschränkt, so wirkt es doch auf der anderen Seite erstaunlich erfrischend: Man sieht etwas, reagiert, nimmt die Kamera hoch und drückt ab. Fokusverzögerung gibt es ja nicht. Solche Schnappschüsse sind in der Tat mit „normalen“ AF-Objektiven kaum mehr zu erfahren. Das einzige Set, das mich ein wenig daran erinnert, ist die Olympus Pen E-P3 mit der Body Cap Lens 8/15, sehr ähnliche Parameter übrigens (15mm bei µ4/3 entsprechen 30mm auf Kleinbild). Allerdings ist die BCL 15 ein reines Plastik-Geschöpf und fühlt sich gänzlich anders, viel billiger an als das Citograph.

Die Abbildungsleistung des Citographs erscheint mir auch besser als die der Body Cap Lens. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Citograph an meinen spiegellosen Systemkameras machen wird.

Heute hat es jedenfalls richtig Spaß gemacht!

Eine (langsame) Wiederentdeckung…

Bereits vor einiger Zeit hatte ich mal ein kleines „FD-Set“ (u.a. ein 1.8/50 und ein 3.5/135) eines Foto-Freundes übernommen. Ich war recht angetan von den Linsen, aber so richtig umgehauen haben sie mich nicht. Daher mussten sie nach und nach wieder gehen.

Im Laufe der letzten Monate bin ich durch verschiedene Quellen an andere, alte Canon-Objektive gekommen. Initiiert wurde das ganze durch ein FD 2.8/24, das ich mir für die Fujis kaufte, weil ich mehrfach Berichte darüber gelesen hatte, die sich im Grunde einig darüber waren, wie gut dieses Objektiv doch sei. Und wahrhaftig, ich konnte das bestätigen.
Einige Zeit später folgte ein 3.5/55 Makro, das ich günstig fand und gegen das Nikkor 3.5/55 antreten lassen wollte. Zufällig flog mir wiederum etwas später ein FD 1.4/50 zu, das mich – vor allem aufgrund seines umglaublich tollen Preis-Leistungsverhgältnisses – begeisterte.
Vor nicht allzu langer Zeit las ich sehr viel Gutes über das 2.5/135, besorgte mir die Linse und konnte auch hier nur zustimmen.

Seit heute (vom Zoll geholt), bin ich um ein FD 1.8/85 – und eine F-1 – reicher. Das 85er Canon ist umglaublich kompakt für ein 1.8/85 und schmiegt sich wunderbar über den Novoflex-Adapter an die A7II.

Mein FD-Set (für mich nun komplett) sieht nun so aus:

  • 2.8/24
  • 1.4/50
  • 3.5/55 Makro
  • 1.8/85
  • 2.5/135

Jedes dieser Objektive macht sich sehr gut, sowohl an Sony APS, an Fuji APS als auch an Sony Kleinbild. Sie sind ziemlich lichtstark und dennoch überaus leistungsstark, bleiben kompakt und fühlen sich gut an.

Für mich also eine echte Wiederentdeckung!

Citograph. Cito…was?

Oder die Wiedergeburt von C.P. Goertz.

Auf sowas stehe ich ja total. Wenn sich jemand oder eine Firma ein Herz nimmt und einfach mal was Neues macht. Lomography hat genau so angefangen oder die Jungs von „Impossible Project“. Das imponiert mir. Noch vor ein paar Jahren war sowas extrem schwierig bis unmöglich, alleine schon, weil meist die Geldgeber gefehlt haben. Heute, in Zeiten von Kickstarter und wie sie alle heißen, ist sowas möglich. Und dennoch muss man erstmal machen.
Bei solchen Projekten – ich erinnere nur an Meyer Optik – gibt es immer etliche und sehr laute hater, die ohne jemals ein Produkt in der Hand gehabt zu haben, sich im Zerreissen überbieten. Ich bin froh über die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung, aber fair sollte man immer bleiben. Ich habe von Meyer mehrere Objektive zur Verfügung gestellt bekommen, einige davon fand ich „OK“, andere haben mich nicht so sehr umgehauen, doch ein paar konnten mich echt begeistern, zum Beispiel das Primoplan 1.9/75. Von daher ist es sowohl unangebracht als auch sachlich falsch, wenn Leute im Internet schreiben, das sei alles Abzocke oder ähnliches. Wie auch immer.

Nun gibt es ein neues Projekt, das ebenfalls einen klassischen, wenn auch nicht so bekannten Namen, nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. C.P. Goertz kennen Kleinbildfotografen kaum. Wer sich aber mit wirklich alten Kameras beschäftigt, dem ist dieser Begriff ein Begriff. (Hach, welch ein Wortspiel!)

Ich meine hier das C.P. Goerz Citograph 35mm Hyperfocal.
(Weitere Infos z.B. hier und hier.)

Da ich den Initiator dieses Projektes persönlich kenne, habe ich die einmalige Gelegenheit bekommen, einen Prototypen auszuprobieren, noch bevor das Objektiv überhaupt bestellt werden kann.

CitoM8
Da nun auch die Konferenzzeit bei uns an der Schule vorbei ist, komme ich in den kommenden Tagen auch endlich dazu, ein bisschen damit zu fotografieren. Wie es mir auch immer gefallen wird, spannend finde ich es auf jeden Fall.

CitoM6

Der Name „Citograph“ leitet sich her vom lateinischen „cito“ für spontan und deutet schon auf den Charakter des Objektivs hin: zurück zum spontanen Fotografieren, ohne über Blende und Fokus überlegen zu müssen. Das ist sicher nichts für immer und jeden Tag, aber manchmal vielleicht genau das richtige.

Dass ich den Kopf dahinter kenne bedeutet übrigens nicht automatisch, dass mein Bericht hier positiv ausfallen wird. Aber fair bleibe ich. Das liegt in meiner Natur.
Ich bin selbst sehr gespannt!

Bleiben Sie also am Ball. Da kommt noch was.

Spaziergang

Erste Fotos aus der X100.

 

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Ich, aufgenommen von meiner Tochter, die richtig Talent für’s Fotografieren hat.

Letzten Sonntag war ich – da das Wetter ausnahmsweise mal gut war – in einer Korrekturpause mit meiner Tochter auf einem kleinen Fotospaziergang unterwegs. Ich wollte ohnehin die Fuji X100 mal ausführen (und den Film in der SprocketRocket voll kriegen, doch dazu später mal) und meine Tochter wollte gerne mal wieder mit ihrer Olympus fotografieren. Mutig wie sie ist, hat sie nur ihr Telezomm drangesteckt und sonst kein anderes Objektiv mitgenommen. Da ist sie nicht wie ihr Vater. Obwohl mich die Fuji ja auch geradezu dazu gezwungen hat, nur ein Objektiv dabei zu haben. 😉

 

 

Hier nun vier Fotos aus der X100 von diesem Tag, unterschiedlich bearbeitet (mal beschnitten zum Panorama und die Lichter herausgeholt, mal Vignette hinzugefügt, mal die Klarheit hochgezogen und mal in S/W konvertiert):